Erstmals seit 190 Jahren

29. Mai 2017 11:23; Akt: 30.05.2017 10:52 Print

Der Bär ist zurück im Kanton Bern

In der Gemeinde Eriz ist am vergangenen Freitag ein Bär gesichtet und fotografiert worden. Es ist die Rückkehr des Wappentiers in den Kanton nach sehr langer Zeit.

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In der Gemeinde Eriz unweit von Thun ist am vergangenen Freitag ein Bär gesichtet und fotografiert worden. Es ist der erste Nachweis eines wilden Bären im Kanton Bern seit mehr als 190 Jahren.

Die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Bern gab die Sichtung am Montag bekannt und zitiert den kantonalen Jagdinspektor Niklaus Blatter mit den Worten: «Das ist ein historischer Moment». Letztmals sei ein wilder Bär 1823 im Saanenland gesehen worden.

Wahrscheinlich sehr scheu

Der Bär von Eriz verhielt sich bisher völlig unauffällig, was laut den Kantonsbehörden darauf hindeutet, dass er sehr scheu ist. Die Wildhut des Kantons Bern arbeitet daran, die Identität des Bären zu klären. Bei ihm handelt es sich wahrscheinlich um ein junges, männliches Tier.

Solche Tiere seien in der Lage, innert kurzer Zeit grosse Distanzen zurückzulegen, schreiben die Behörden. Deshalb sei unklar, ob sich der Bär noch in der Region Eriz aufhalte, also im Grenzgebiet zwischen Berner Oberland und Emmental. Gesehen und fotografiert worden ist das Tier von einem Mann aus der Region.

Es sei offen, ob es sich beim gesichteten Tier um jenen Bären handle, der letztes Jahr mehrmals im Kanton Uri gesehen worden sei, steht in der Mitteilung weiter. Jagdinspektor Blatter wird in der Mitteilung auch mit der Aussage zitiert, die Existenz eines Bären im Kanton Bern bedeute eine Herausforderung. «Wir werden die Situation genau beobachten und so viele Fakten zusammentragen wie möglich».

Graubünden – Uri – Bern?

Seit 2005 wandern immer wieder Bären aus Norditalien in die Schweiz ein. Im vergangenen Jahr lebten vermutlich drei Tiere im Kanton Graubünden. Einer geriet im Unterengadin vor einen Zug und wurde tödlich verletzt, einer machte sich im April im Oberengadin bemerkbar und einer wanderte Ende April via Rheinwald nach Thusis.

Dabei handelt es sich laut der bernischen Volkswirtschaftsdirektion wohl um einen Bär, der anschliessend via Trun in die Innerschweiz vordrang. Dort wurde er auf dem Hoch-Ybrig (Kanton Schwyz) und im Kanton Uri registriert.

«Der 'Urner Bär' hat in den letzten zwei Jahren auf Schweizer Boden gezeigt, wie unauffällig sich ein Bär in unserer dicht besiedelten Landschaft bewegen kann», schreibt die Berner Volkswirtschaftsdirektion. Jagdinspektor Blatter hofft, dass sich der Bär von Eriz so unauffällig verhält wie der «Urner Bär».

Zu Bär Distanz halten

Wer in der freien Natur einem Bären begegnet, sollte Distanz halten, ruhig stehen bleiben und möglichst mit natürlichem Reden auf sich aufmerksam machen. «Versuchen Sie auf keinen Fall, sich dem Bären anzunähern», schreibt der Kanton Bern.

Vielmehr gelte es, sich langsam zurückzuziehen, aber nicht zu rennen. Jede Bärenbeobachtung ist umgehend dem Wildhüter oder dem Jagdinspektorat zu melden.

(woz/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Näriman Naghmeh am 29.05.2017 11:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Am Leben lassen

    Hoffentlich bleibt das Tier lange am leben und wird nicht wie die anderen Bären enden...

  • Titanmaster_87 am 29.05.2017 11:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    GENIAL!!!

    Richtiger Umgang und richtiges Verhalten vom Menschen ist jetzt entscheidend!!

  • Sir83 am 29.05.2017 11:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Willkommen daheim

    Juhee! Wenn es wahr ist fänd ich das cool! Und lasst den Mutz am Leben!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Connie am 30.05.2017 07:49 Report Diesen Beitrag melden

    Nachhaltig

    Hoffe, das Tier bleibt im Kanton Bern. Von Bern ging damals die grossartige Tollwut-Impfkampagne aus, die vielen Tieren das Leben rettete, Biber und andere Wildtiere werden sorgfältig beobachtet und finden ihren Platz in der modernen Welt. Bern kann auch in Sachen Bär, seines Wappentiers, für andere Kantone ein Vorbild sein!

  • JJR am 30.05.2017 00:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht hier her?

    "grossraubtiere gehören nicht hierher" also bitte der Bär gehört ja wohl in die Schweiz, diese tiere gab es jahrhunderte, tausende in der schweiz bis wir menschen sie vertrieben haben! genauso wie der wolf oder eine normale kuh! wie kann man behaupten ein tier gehört nicht "hier her" wo es seit immer schon ein teil des ökosystems war/ist! Sehr begrenzte Aussage meiner meinunf nach!

  • Nina am 30.05.2017 00:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So schön. Bitte leben lassen

    Lasst den Bären leben. Er war vor uns da.

  • Nadine am 30.05.2017 00:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schönes Tier

    Der Bär war vor uns da. Der muss sicher nicht weichen.

    • Pw am 30.05.2017 00:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nadine

      Als ich auf die Welt kam, hatte es keine Raubtiere in der Schweiz. Deshalb mussten sie nach meinem Geburtstag eingeführt worden sein. Also ich war vor diesen hier...

    • Claudia am 30.05.2017 07:42 Report Diesen Beitrag melden

      @ Pw

      Ist ja auch klar: Die Welt dreht sich nur um Dich und Deine zwei dürren Buchstaben!

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  • Recht ärgerlich am 29.05.2017 23:12 Report Diesen Beitrag melden

    Tourist!

    Ich als Bär hätte mich auch gewundert: Legt sich der Kerl auf die Lauer, springt am Berg herum und wundert sich, wenn ich ihn mir etwas genauer anschaue?

    • Banane Republik am 30.05.2017 00:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Recht ärgerlich

      So lange nichts passiert ist alles wunderschön....

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