Hagneck BE

25. August 2016 18:42; Akt: 25.08.2016 18:42 Print

Bauern wollten Fahrende mit Gülle vertreiben

Französische Fahrende machen im Kanton Bern weiter Schlagzeilen: Bauern warteten gar mit Gülle auf sie. «So etwas ist uns noch selten passiert», sagen die Fahrenden.

20 Minuten hat die Fahrenden in Brügg besucht. (20 Minuten / miw)
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Eine Gruppe französischer Fahrende wurden in Wileroltigen von Bauer Spack vertrieben. Danach wollte sich der Tross mit rund 30 Wohnwagen im nahegelegenen Hagneck niederlassen. Doch auch der dortige Bauer Thomas Schneeberger wollte die Fahrenden nicht auf seiner gepachteten Wiese haben.

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Wie das «Bieler Tagblatt» schreibt, war Schneeberger mit einem anderen Bauern unterwegs, als er am Telefon von der Ankunft der Fahrenden erfuhr. «Ich ging hin und sagte den Leuten, sie sollten fortgehen», sagt Schneeberger. Die Fahrenden hätte ihm Geld angeboten, doch er habe sie nicht auf seinem Land dulden wollen.

Gülle zwischen die Wohnwagen

Als die Fahrenden in der Folge keine Anstalten gemacht hätten, zu gehen, habe er andere Bauern verständigt. Schneeberger:
«Sie sind sofort gekommen mit Traktoren und Güllefässern.» Man habe vorgehabt, die Gülle zwischen den Wohnwagen zu verteilen, falls die Fahrenden das Feld nicht räumen sollten.

Inzwischen war auch die Kantonspolizei Bern ausgerückt. Mediensprecher Christoph Gnägi spricht von «zwei bis drei Traktoren mit Güllefässern». Die Beamten hätten eine Eskalation verhindern können, sagt Gnägi.

Fahrende schockiert wegen Gülle

Hätten die Landwirte tatsächlich Gülle auf die Fahrenden oder deren Wohnwagen gespritzt, hätte dies laut Gnägi eine Anzeige wegen Tätlichkeit zur Folge haben können. Nachdem die Polizisten den Bauern die Rechtslage erklärt hätten, seien diese wieder abegzogen. Die Fahrenden haben sich inzwischen in Brügg niedergelassen, wo sie bis am 31. August bleiben dürfen.

20 Minuten hat die Fahrenden auf ihrem temporären Rastplatz in Brügg besucht – dort ist die «Güllen-Geschichte» ebenfalls ein Thema: «So etwas ist uns noch selten passiert», sagt der Fahrende Carlos Porado. Sie hätten allgemein oft Mühe, einen Rastplatz für ihre rund 30 Wohnwagen zu finden – Einigungen wie in Brügg seinen nicht an der Tagesordnung. «Wir bleiben nun für eine Woche hier», so Porado. Sie würden währenddessen in der gesamten Schweiz Maler- und Reperaturarbeiten erledigen, um so das notwendige Geld verdienen.

(eli / miw)