Berner Tradition

26. November 2012 11:43; Akt: 26.11.2012 12:03 Print

58 Tonnen Zwiebeln am Zibelemärit

Wie immer am letzten Montag im November war heute Morgen auf Berns Strassen einiges los: An 205 Ständen wurden Zwiebelprodukte angeboten, Kinder und Jugendliche lieferten sich Konfettischlachten.

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Seit den allerfrühesten Morgenstunden riecht es in der Berner Altstadt nach Zwiebeln und Glühwein. Wie immer am letzten Montag des Novembers findet auch in diesem Jahr der traditionelle Zibelemärit in Bern statt.

An den Ständen auf den Plätzen und in den Gassen der oberen Altstadt werden 58 Tonnen Zwiebeln zum Verkauf angeboten, wie die Stadt Bern am Montag mitteilte. Die Rekordmarke von 59 Tonnen aus dem Jahr 2008 wurde somit nicht geknackt.

Die Zwiebeln wurden selbstverständlich auch in diesem Jahr zu Zöpfen, Kränzen oder gar Herzformen geflochten. Wer das Lauchgemüse aber lieber schon zubereitet hat, kann auch direkt einen Zwiebelkuchen kosten oder eine Zwiebelsuppe schlürfen.

Die Orts- und Gewerbepolizei der Stadt Bern hat 205 Stände für Zwiebeln, Gemüse und Obst zur Verfügung gestellt. Doch auf dem Markt gibt es viel mehr zu sehen und zu probieren: 145 Imbissstände oder Freilufttheken sowie 277 Stände für Waren wie Souvenirs oder Kleidung warten auf hungrige, durstige oder kauffreudige Kunden.

Marktgebiet ausgeweitet

Einige Neuerungen sollten die diesjährige Ausgabe des Zibelemärits noch attraktiver machen, wie die Stadt Bern in ihrer Mitteilung schreibt. In einigen Gassen gibt es demnach nur noch eine Reihe von Marktständen. Dafür gehören neu die Spitalgasse und die Marktgasse zum Zibelemärit.

Doch auch so kommt es immer wieder zum üblichen Gedränge in den Gassen, zumal sich viele Besucher nicht vom Nieselregen haben abschrecken lassen. Schon am frühen Morgen zog es zahlreiche Bernerinnen und Berner sowie Auswärtige in die Gassen der oberen Altstadt.

Die Verkäufe beginnen jeweils schon lange vor der offiziellen Markteröffnung um 6 Uhr. In der Nacht vor dem Traditionsanlass bauen Bauernfamilien aus dem Umland jeweils ihre Verkaufsstände für Zwiebeln und anderes Gemüse auf.

Konfetti und Plastikhämmerchen

Ebenfalls früh unterwegs waren am Montag Jugendliche, die schon einen Vorgeschmack auf die obligate Konfettischlacht gaben. Wer also nicht aufpasste, hatte sogleich eine Ladung bunter Papierschnipsel im Gesicht oder in der Kapuze. Vor allem Kinder haben ausserdem grosse Freude an kleinen quietschenden Plastikhämmerchen, die seit langem auch zum Zibelemärit gehören.

Der Traditionsanlass zieht jeweils mehrere Zehntausend Menschen an. Eine Legende besagt, der Zibeler gehe auf den Stadtbrand von 1405 zurück. Als Dank für die Hilfe aus dem Kanton Freiburg hätten die Berner Freiburger Bauern erlaubt, im November ihre Zwiebeln in Bern zu verkaufen.

In Tat und Wahrheit ist der Zibelemärit aber laut dem Berner Historiker Rudolf J. Ramseyer als eine Erweiterung der zweiwöchigen Berner Martinimesse um Zwiebeln aus der Region Wistenlacherberg/Mont Vully FR zu sehen. Die Qualität der Zwiebeln aus dieser Region und die fröhliche Art der Verkäuferinnen habe den Martini-Gemüsemarkt aufblühen lassen.

(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • René am 27.11.2012 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    Zibelemärit ist nichts besonderes

    Ich mache mir nichts aus dem Zibelemärit. Das ist doch kein Fest, es geht doch rein ums Business dort. Mich ärgert, dass man diesen Stumpfsinn nicht an einem Samstag oder Sonntag durchführen kann, womit viele Arbeitnehmer verschont würden, sich durch dieses Gedränge quetschen zu müssen nach der Arbeit. Auch das mit dem ÖV ist sehr mühsam. Wirklich etwas fürs Wochenende!

    • Iris Grieder am 28.11.2012 07:45 Report Diesen Beitrag melden

      Alte Traditionen sind nicht mehr gefragt

      Nicht alles A L T E ist schlecht. Vor allem ist sehr schade, dass die Jungen alte Traditionen immer weniger schätzen. Die Welt wird so immer kälter und ungemütlicher.

    • Berner Bär am 28.11.2012 09:08 Report Diesen Beitrag melden

      Wieso Stumpfsinn?

      Werter René, sie mögen recht haben, wenn sie sagen, dass es "rein ums Business" gehe. (Der Begriff "Geschäft" wäre auch passend, es muss nicht Englisch sein...) Auch wenn es ihnen nicht passt, ist der Zibelemärit im sonst trägen Bern einer der Höhepunkte. Es ist nun mal Tradition, dass er an einem Montag stattfindet und nicht an einem Wochenende. Ihre These nur mal weitergedacht: Wären Sie auch dafür dass Weihnachten - und damit auch Neujahr - immer auf das Wochenende verlegt würde? Da stelle ich mir rege ihre Opposition vor, gingen ihnen doch freie Tage während der Woche verloren.

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  • Mäggi Fleicher am 27.11.2012 10:33 Report Diesen Beitrag melden

    Zu teuer - aber schöner Markt

    Ist ja ein wunderbarer Anlass. Aber wenn man bedenkt die hohen Preise d. Zwiebel ist ja jenseits von!von uns Steuerzahler subventioniert. Nirgends sind Zwiebeln so teuer wie in der Schweiz. Kaufe ganz schöne in D die sind bezahlbar und fein.

  • Katharina E. am 26.11.2012 14:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tradition

    als zugezogener können Sie Diese Tradition wahrscheinlich nicht verstehen!

  • Jens Stalder am 26.11.2012 14:15 Report Diesen Beitrag melden

    Überflüssiger Brauch

    Wohne schon 8 Jahre in Bern und hab mir das nur einmal angetan. Wenn ich Zwiebeln will kann ich die viel günstiger im Supermarkt kaufen.

    • m.joss am 26.11.2012 14:32 Report Diesen Beitrag melden

      Kultur

      Das ist Kultur mit Handarbeit verbunden, nicht Massenproduktion a la Coop oder Migros.

    • Hans am 26.11.2012 15:24 Report Diesen Beitrag melden

      was sind schon 8 Jahre.

      Ich wohne seit 64 Jahren in Bern und möchte diesen Brauch nicht missen. Frue mich jedesmal riisig auf "nä Zibälä- u Käschuechä bim Gfeuäer Rindlisbacher". Du wohnst eben in der falschen Stadt. Suche dir doch eine Schweizerstadt die Deinen Bedürfnisse besser entspricht, aber eine ohne Bräuche, gell.

    • A. Berner am 26.11.2012 17:50 Report Diesen Beitrag melden

      Grins

      Man geht ja schliesslich nicht zum Zibelemärit, um sich günstig mit Zwiebeln einzudecken. Sie haben da was komplett falsch verstanden.

    • marlies am 27.11.2012 11:46 Report Diesen Beitrag melden

      super super

      ich bin letztes jahr dort am zwiebelmart und war ein der schönsten tage der ich hate .Es ist ein sehr schöner brauch

    • Housi am 27.11.2012 12:03 Report Diesen Beitrag melden

      Weg von Bern!

      Auch wieder einer, der wahrscheinlich lieber zig Kilometer fährt und sogar Zwiebeln ennet der Grenze in Deutschland kauft. Wer von Traditionen nichts hält, soll zuhause bleiben oder sich einfach der Stimme enthalten! Oder noch besser - von Bern wegziehen!

    • Berner Bär am 28.11.2012 08:59 Report Diesen Beitrag melden

      Ihr Abgang steht ihnen frei

      @Jens Stalder: Seit 1874 kennen wir für Schweizer Bürger die uneingeschränkte Niederlassungsfreiheit innerhalb der Grenzen der Schweiz. Es hält sie niemand davon ab, Bern zu verlassen und sich - möglichst weit davon - wieder häuslich niederzulassen. Aber Achtung: Auch da kann es "überflüssige Bräuche" geben! Wie wäre es, wenn ihr Arbeitgeber ihnen keine Lohnerhöhung mehr gewährt - es ist ja nur ein überflüssigen Brauch, den man abschaffen könnte.

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  • marianne broennimann am 26.11.2012 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Cipollata!Herrliches Gemüse zu Pasta!

    Halb Zwiebeln..gehackt, halb Tomaten in Würfelchen, ( je 5 pro Person) je separat glasig gedämpft, zusammen geköchelt, bis es samtig ist, mit körniger Bouillon, Pfeffer gwürzt, über grobe Pasta geben, schmatzen! Ein Gast erklärte, er esse Zwiebeln in keiner Art und schöpfte sich davon 5 Teller!

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