Ski-Videos für 25 Franken

11. Februar 2016 05:42; Akt: 11.02.2016 14:26 Print

Adelboden vermietet Pisten-Drohnen

Schwünge und Sprünge als Clip: In Adelboden können Schneesportler ihre Abfahrt künftig von Drohnen filmen lassen.

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Am Wochenende hält im Berner Oberland eine neue Technologie Einzug, mit der ambitionierte Schneesportler ihre winterlichen Vergnügungsfahrten auf Film bannen können. Im Skigebiet Tschentenalp können Ski- und Snowboardfahrer Drohnen mieten, die den Protagonisten über Kurven und Kicker folgen und von ihnen gestochen scharfe Aufnahmen aus luftiger Höhe schiessen.

«Die Bilder sind spektakulär und sprechen für sich», sagt Christian Zengel, Leiter Technik und Betrieb der Tschentenbahnen AG. «Als kleines Skigebiet können wir uns so von der Konkurrenz abheben.» Seines Wissens ist Adelboden der erste Ort, der so etwas in der Schweiz anbietet.

Drohne verfolgt Ziel automatisch

Möglich macht dies die Walliser Firma Fly & Film. Diese stattet die Wintersportler auf dem Adelbodner Hausberg mit einem GPS-Armband aus. «Die Drohne folgt dem Träger automatisch und richtet die Kamera von alleine aus», sagt Geschäftsführer Frederic Hemmler. Die Bewegtbilder seien in Ultra-HD und würden rund sechs Meter über dem Boden geschossen. Kommt der Fahrer am vorgegebenen Ziel an, fliegt das schwebende Adlerauge automatisch zurück.

Im Anschluss wird das Filmchen automatisch geschnitten, mit Musik unterlegt und per Mail verschickt. 30 Minuten nach der Abfahrt sei die Datei bereits beim Skisportler, schreibt die «Jungfrau Zeitung». 25 Franken müssen Ski- und Snowboardfahrer bezahlen, wenn sie ihre Künste digital festhalten wollen. Je nach Abfahrtstempo sei die Aufnahme zwischen anderthalb und 3 Minuten lang. Dafür kann das Filmchen auch gleich auf sozialen Medien gestreut werden.

Safety First

Wer sich für seine Facebook-Freunde und Twitter-Follower besonders in Szene setzt, läuft jedoch möglicherweise Gefahr, sich zu überschätzen. Bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung Bfu heisst es dazu, es sei zwar denkbar, dass Wintersportler anders fahren, wenn sie gefilmt würden, so Bfu-Sportberaterin Monique Walter. Aber: «Das Risiko ist wohl nicht viel grösse, als wenn ein Skifahrer seinem Schwarm auf der Piste imponieren will.» Bisher gebe es dazu jedoch keine Studien.

Frederic Hemmler sagt, er habe für die Sicherheit der Skifahrer gesorgt: «Die Drohen fliegt abseits der Piste, wo sich keine Menschen aufhalten.» Ausserdem verfüge jede Drohne über eine automatische Landevorrichtung für Notfälle.

Juristisch wie technisch bewegt man sich bei gewissen Drohneneinsätzen noch im Graubereich. Aus diesem Grund hat Fly & Film für die Projektrealisation mit dem Bundesamt für Zivilluftfahrt Bazl zusammengearbeitet. «Wir bewerten jedes Projekt einzeln, wägen Risiken ab und erteilen entsprechende Vorgaben», sagt Mediensprecher Urs Holderegger. Die Drohnen-Gesetze der Schweiz würden zu den liberalsten in Europa gehören.

(cho)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • MitchMa am 11.02.2016 06:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte zuerst überlegen

    viel Spass jeder Modellbauer weiss das der Akku bei kalten Temperaturen nicht die volle Leistung hat. Adelboden ich hoffe ihr seit gut versichert.

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  • Patrische am 11.02.2016 06:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abseits der Piste

    Aha... Die Drohne soll abseits der Piste fliegen??? Ist ja Lustig... Sieht aber auf dem Film nicht so aus!!!

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  • Cherokee am 11.02.2016 06:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schutzkorridor

    Ja, ja... Schutzkorridor. Ich warte ja nur darauf, bis das erste Mal was passiert und schon wird die Drohne wieder verteufelt und alles wird wieder verboten...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Les aus ZH am 12.02.2016 14:14 Report Diesen Beitrag melden

    Abzocke und Lärm!!

    Muss nicht sein. Es geht ja nur ums Geld abzocken und um viel unangenehmer Lärm auf den Pisten!!!!

    • paddy am 12.02.2016 19:03 Report Diesen Beitrag melden

      laerm?

      Laerm macht sie sicher kein. Genau deswegen wird sie ja auch fuer Spionage und Observationen verwendet.

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  • Angelo B am 12.02.2016 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Nur Zwischenhändler

    Die Idee stammt nicht von der Walliser Firma Fly&Film. Drohnen Hersteller ist Airdog aus Riga, Lettland!

  • G. No am 11.02.2016 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gibt bessere Lösungen

    Ich habe auch viele Drohnen, keine Spielzeuge, von kleinen FPV Racern bis hin zu 1.2m Maschinen für professionelle Video- und Fotoflüge (keine inspire-Schüsseln). Gerade beim FPV halte ich mich auch nicht immer an die Gesetze, jedoch bin ich mit den Racern jeweils auf Feldern unterwegs, in denen sich nichtmal Wildtiere verirren. Ich verstehe das Bedürfnis, spektakuläre Filmaufnahmen von sich zu machen, aber was ich überhaupt nicht verstehe ist folgendes: wenn die Drohnen sowieso (angeblich) nur in dem einen geraden Korridor fliegen, wieso installiert man da nicht einfach eine Cablecam?! Dann könnte man auch bessere Kameras als die Hero 4 einsetzen und die Sicherheit ist garantiert. Follow Me funktioniert auch bei nem Gimbal ohne Drohne! Aber der Hype fehlt halt....

  • Urs.li am 11.02.2016 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Lesen, verstehen, schreiben...

    Der Anbieter hat das Projekt in zusammenarbeit mit der zuständigen Behörde dem BAZL realisiert. So erübrig sich eigentlich jeder Kommentar ob es legal ist oder nicht. Fakt: Es ist abgeklärt, es liegt eine Bewilligung vor, es ist legal. Ob das Angebot nötig ist steht auf einem anderen Blatt, das wird aber der Markt regeln.

  • Jerome am 11.02.2016 10:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Spektakulär ist anders aber super Idee! An all die Schwarzmaler hier geht mal raus lebt.