Bar Tropical in Grenchen

11. Mai 2018 15:26; Akt: 11.05.2018 15:26 Print

Angeblicher Erpresser sass 11 Monate in Haft

Ein Mann, der angeblich die Betreiber der Grenchner Bar Tropical erpresst hat, wurde nach elf Monaten Haft freigesprochen.

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Im Januar 2018 wurde das Auto der Tropical-Bar-Betreiber in Grenchen in Brand gesteckt. Sie vermuten eine Bande dahinter. (Bild: Screenshot TeleM1)

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Zwei Brandanschläge innert zwei Jahren mussten die Betreiber der Bar Tropical in Grenchen verkraften. Die Beizer vermuten, dass die beiden Taten in einem Zusammenhang stehen, und verdächtigen eine kriminelle Bande, dafür verantwortlich zu sein.

Angeblich 50'000 Franken abgenommen

Nun stand der Kopf dieser angeblichen Bande vor dem Amtsgericht Solothurn-Lebern. Jedoch nicht wegen Brandstiftung, sondern wegen Erpressung. Die Opfer: die Betreiber der Bar. Der Beschuldigte habe sie ab Juli 2016 über 11 Monate hinweg bedroht und mittels Erpressung um 50'000 Franken erleichtert, wie die «Solothurner Zeitung» am Freitag berichtet.

Zudem habe er laut Staatsanwaltschaft damit gedroht, «den Laden kaputtzumachen». Weiteren Druck habe er mit folgenden Worten ausgeübt: «Wenn du mir das Geld nicht gibst, dann nehme ich deine Tochter in die Berge oder in den Wald. ‹Und denn luege mer, was passiert.›» Überdies habe der Beschuldigte begleitet von den Worten «Ich habe das, und was hast du?» mehrmals auf seine Waffe gedeutet.

Schuldig wegen Betrugs einer Bank

Seit der ersten Einvernahme sind elf Monate vergangen, in denen der Angeklagte während der ganzen Zeit in Sicherheitshaft sass. Sein Verteidiger plädierte nun diese Woche auf Freispruch und rüffelte die Staatsanwaltschaft für die lange U-Haft seines Mandaten, da diese lediglich auf den Aussagen der angeblich Geschädigten basiere.

Das Gericht sah dies auch so. Es sprach den Beschuldigten betreffend der mehrfachen fortgesetzten Erpressung frei, da es nicht möglich sei, sich auf die Aussagen der Lokalbetreiberin abzustützen. Schuldig gesprochen wurde er einzig im Vorwurf des Betrugs an einer Bank; er hatte sich unter Vortäuschung falscher Tatsachen einen Kredit erschlichen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(ber)