Emmental

20. März 2017 05:47; Akt: 20.03.2017 05:47 Print

App soll Weg des Steaks von Stall bis Teller zeigen

Samuel Bühlmann entwickelt eine App, mit der man den Weg seines Koteletts zurückverfolgen können soll. Doch nicht alle Daten sind ihm zugänglich.

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Mit der App möchte Bühlmann den Weg vom Fleisch von der Weide bis in den Teller sichtbar machen.

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Auf der Webseite Flaora.ch bietet Samuel Bühlmann lokal verarbeitetes Fleisch aus regionalen Familienbetrieben an.
Auf dieser kann der Konsument bereits heute zurückverfolgen, von wo sein Stück Fleisch stammt.

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Bühlmann möchte nun einen Schritt weiter gehen und mit der App Meatstory die Geschichte jedes einzelnen Stücks Schweizer Fleisch rückverfolgbar machen. «Der Konsument kann so bewusster einkaufen und der Vermarkter kann den Preis für sein Fleisch besser belegen», so der 31-Jährige.

Um die Geschichte des Tiers für den Konsumenten sichtbar zu machen, schwebt Bühlmann vor, dass der Konsument die Etikette auf der Verpackung scannen kann. So würden die Daten für den Kunden sichtbar.

Mehrwert für die Beteiligten

Eine der grossen Herausforderungen sei es aber, an die Daten für eine App heranzukommen und diese nutzbar zu machen. «Jedes Tier hat eine Ohrmarkennummer, welche eindeutig ist und dem Kalb bei der Geburt zugewiesen wird», erklärt der Schwandener. Auf dieser seien alle Daten des Tiers und alle Transporte festgelegt. Indem die Bauern diese Nummer erfassen, werden die Daten in der Tierverkehrsdatenbank hinterlegt.

«Nur sind diese Daten dummerweise nicht für alle zugänglich», so Bühlmann weiter. Sie gehören also nicht zu den sogenannten Open Data, auf die Programmierer wie er hierzulande frei zugreifen können.

Bauern müssen mitmachen wollen

Damit diese dereinst zugänglich gemacht werden, müssten die einzelnen Akteure in der Wertschöpfungskette unbedingt einen Mehrwert davontragen, meint Bühlmann. «Sonst sind zum Beispiel die Bauern nicht gewillt, zusätzlichen Aufwand zu betreiben, um detaillierte Daten zu erfassen.» Zudem müssten manche Betriebe auch technisch aufrüsten.

Mit der App, die ihm vorschwebt, möchte er möglichst detaillierte Informationen über das Tier transparent machen. So etwa Infos über den Lebensweg des Tieres, die Rasse, die Ernährung oder den Methangas-Ausstoss. Bühlmann: «So erhält jedes Stück Fleisch seine eigene Geschichte. Die Motivation der Beteiligten besteht darin, dass man die Werte und die Qualität des Tieres sichtbar macht, um zu zeigen, was man zu bieten hat.»

Projekt wird begleitet

Die Idee zur App ist im Februar an den Food Hackdays des Programms «Business Innovation food.open.data.ch» in Zürich entstanden. Dort kamen gegen 200 Leute zusammen und gingen der Frage nach, wie man Lebensmitteldaten nutzen kann, um daraus eine nützliche App zu entwickeln. Die Jury wählte schliesslich Bühlmanns Projekt Meatstory aus, um es weiter zu begleiten.

«Wir stecken nun mitten im Prozess, wie wir uns die fehlenden Daten besorgen können», sagt Bühlmann. Um die Möglichkeiten auszuloten, stehe man mit diversen Behörden und Verbänden in Kontakt, so auch mit dem Bundesamt für Landwirtschaft.

(stm)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • simo am 20.03.2017 07:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hilft manchen Leuten

    Warum Nicht? Ich weiß nicht was die Kinder heute in der schule lernen aber solange viele nicht wissen wo die Milch her kommt oder das Fleisch macht es Sinn. Viele heute haben das Gefühl, dass das Fleisch so gepflückt wird und dann abgepackt wird. bestes Beispiel eines ca. 14 jährigen als ich fragte: trinkst du auch Kuhmilch? Da kam die Antwort: ne nur migromilch. Leider wahr.

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  • R.Freitag am 20.03.2017 08:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Steak online essen..

    Für was teuer eine App erstellen? Wir in der Dorfmetzgerei können den Konsumenten gleich beim Schneiden den Herkunftsstall nennen. Oder denkt hier jemand ernsthaft, dass der Bauer entschädigt wird? Der muss schon heute alles dokumentieren, nur haben Unbefugte keinen Zugriff!

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  • bergbäueein am 20.03.2017 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gesundes fleisch

    ich esse nur fleisch von meinen tieren und somit weis ich auch was ich esse aber so in restaurant oder so nein danke da kann ich gut verzichten ist ja meistens aus dem ausland oder sie wissen nicht mal woher

Die neusten Leser-Kommentare

  • bergbäueein am 20.03.2017 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gesundes fleisch

    ich esse nur fleisch von meinen tieren und somit weis ich auch was ich esse aber so in restaurant oder so nein danke da kann ich gut verzichten ist ja meistens aus dem ausland oder sie wissen nicht mal woher

  • Mr. Magneto am 20.03.2017 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Futter aus Brasilien

    Wenn man den Futterweg aus Brasilien noch dazunehmen würde, wäre die Wahrheit aber doch wieder zu ungemütlich. Lieber erst mit Phase II einführen.

  • Erdling am 20.03.2017 10:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weniger schön

    Hoffentlich werden auch die weniger schönen Dinge gezeigt wie die Schlachtung und Videos der Haltung und so weiter. So wäre dies eine super Idee dem Menschen mal zu zeigen was er da genau isst und unterstützt.

  • Nick am 20.03.2017 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Geschäftsidee

    Man könnte dann auch Reisen anbieten, Motto "Auf den Spuren des Steaks vom letzten Sonntag die Schweiz entdecken". Mit GPS-Steuerung in der App und kleinen Spielen an wichtigen Lebensstationen des verspeisten Tiers. Wer es bis zum Schlachthof schafft bekommt 10% Rabatt auf das nächste Stück Fleisch. OMG.

    • Sunny am 20.03.2017 10:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nick

      Interessiert Sie anscheinend nicht heftig ob die Tiere eingepfercht sind und sich kaum bewegen können, oder ob Sie Artgerecht gehalten werden!!

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  • Bio am 20.03.2017 09:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut

    Sehr gute Jdee Ich kaufe schon jetzt nur Biofleisch Hoffe es wird kontrolliert ob die Angaben der Bauern auch der Wahrheit entsprechen