«Hochfeld-Bunker»

03. März 2014 09:20; Akt: 04.03.2014 10:05 Print

Asylbewerber sollen in Containern wohnen

Leben im Container statt im Luftschutzkeller: Zwei Berner Stadträtinnen fordern, dass Asylbewerber im Berner Hochfeld oberirdisch untergebracht werden.

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Die Asylunterkunft Hochfeld ist seit zwei Jahren umstritten. Zwei Berner Stadträtinnen verlangen nun, dass die Menschen oberirdisch in Containern untergebracht werden. Im Bild zu sehen: Der Eingang zur unterirdischen Anlage. (Bild: Keystone)

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Die Berner Stadträtinnen Lea Bill (JA) und Leena Schmitter (GB) bringen eine Alternativlösung zur Unterbringung von Asylbewerbern ins Spiel: Statt die Menschen weiterhin unterirdisch in der Zivilschutzanlage Hochfeld unterzubringen, sollen diese in «mobilen Siedlungen mit Raummodulen» leben. Dies fordern die linken Politikerinnen in einem Postulat, das sie vergangene Woche im Stadtrat eingereicht haben.

Die mobilen Container hätten den Vorteil, dass man sie jederzeit leicht an einen anderen Ort transportieren und dort neu aufbauen könne. Aufstellen könnte man die Container etwa auf brachliegendem Bauland. Eine solche Zwischennutzung können sich die Politikerinnen auf dem Mittel- und Viererfeld, in der Wankdorf-City oder am Centralweg in der Berner Lorraine vorstellen.

Zeit für Taten

Die Unterbringung der Asylsuchenden im Hochfeld ist seit der Eröffnung vor zwei Jahren umstritten – Kritiker gaben der Unterkunft den unrühmlichen Übernamen «Asyl-Bunker». Die Bewohner demonstrierten zudem im Sommer 2012 gegen die unterirdische Unterbringung. Der Berner Gemeinderat hatte im Herbst verlauten lassen, dass die Unterbringung der Menschen in der Zivilschutzanlage nur eine kurzfristige Lösung sei und eine oberirdische Unterbringung angestrebt werde.

«Nach monatelangen Reden ist es Zeit, endlich Taten folgen zu lassen», so die Stadträtinnen gegenüber dem «Bund». Die Idee stösst beim Kanton Bern auf Interesse:
«Wir sind offen für eine solche Anlage in der Stadt Bern», sagt dazu Markus Aeschlimann, Leiter des Amts für Migration und Personenstand. Um ein abschliessendes Urteil fällen zu können müsste aber ein konkretes Projekt vorliegen. «Es wäre gut, wenn man dies unter Beizug des Kantons erarbeiten könnte», so Aeschlimann.

Leiste nicht begeistert

Weniger begeistert ist man in der Lorraine: «Der Centralweg ist keine gute Möglichkeit», sagt Patrick von Burg, Präsident des Lorraine-Breitenrain-Leists. «Die Asylbewerber brauchen Betreuung und dafür braucht es entsprechende Einrichtungen. Mit temporären Containern wird man diesen Bedürfnissen nicht gerecht.» Auch der Leist Bern-Nord winkt ab: «Wankdorf-City ist mittlerweile überbaut, da gibt es keinen Platz mehr für mobile Unterkünfte», so Präsident Rolf Siegfried.

In anderen Kantonen werden bereits Asylbewerber in Containern untergebracht: In der Stadt Zürich etwa wurden vor Jahren zwei Containersiedlungen in Betrieb genommen. Diese bieten Platz für 140 Asylbewerber und kosteten gut acht Millionen Franken.


(smü/nc)