Region Thunersee

21. Mai 2018 16:11; Akt: 21.05.2018 18:30 Print

Hier rennt ein Bär vor einem Auto davon

In der Nacht auf Montag entstand ein Video, wie ein Bär auf der Hauptstrasse entlang des Thunersees vor einem Auto her sprintet und sich dann verängstigt aus dem Staub macht.

Hier rennt der Braunbär über die Seestrasse Richtung Beatenbucht. (Video: Leser-Reporter)
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Am Pfingstsonntag war Marcel Thönen (22), Student aus Worblaufen, im Ausgang in Interlaken. Als sein Kollege und er sich kurz nach Mitternacht auf den Heimweg machten, einigten sie sich auf die Route am rechten Seeufer des Thunersees entlang. «Wir sprachen noch kurz darüber, dass wir auf Wildtiere acht geben müssen. Wir dachten vielleicht an einen Igel oder so», sagt Thönen.

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Doch vor dem letzten Tunnel kurz vor der Beatenbucht muss der 22-Jährige wegen etwas deutlich Grösserem auf die Bremse treten. «Ich hielt mitten auf der Strasse an, weil ich im Tunnel etwas Grosses, Braunes sah.» Als sich das Pelzknäuel bewegte, erkannten sein Kollege und er, dass es sich um einen Bären handeln muss. «Ich war schockiert. Mit so etwas habe ich nicht gerechnet.»

Hier rennt der Berner Bär vor einem Auto davon

Dann springt der Bär weg und Thönen fährt ihm langsam hinterher. «Ich hatte keine Angst, ich fühlte mich im Auto relativ sicher. Aber der Bär war offensichtlich verängstigt», sagt der Student. Die Begegnung war für ihn sehr eindrücklich. «Irgendwie denkt man gar nicht daran, dass man in der Schweiz einem Bären begegnen könnte», sagt Thönen. «Zudem kommt ein Kilometer weiter schon das nächste Dorf – Merligen.»

Ist es M29?

«Das Tier auf den Aufnahmen ist ein Bär», bestätigt der Berner Jagdinspektor Niklaus Blatter. Den Ort der Sichtung kann er anhand eines Videos jedoch nicht genau feststellen. «Aber wir haben noch eine zweite Meldung aus der Beatenbucht erhalten, wir müssen diese nun genauer prüfen.»

Ob es sich um das Tier M29 handelt, das im Mai 2017 erstmals auf Berner Boden gesichtet wurde, kann Blatter nicht feststellen. «Aber es wäre nahe liegend», sagt er. Bären könne man nur anhand ihrer DNA identifizieren. «Bei Bären ist es nicht wie bei den Luchsen, die man je nach Zeichnung voneinander unterscheiden kann, wenn gutes Bildmaterial vorliegt.»

M29 bewegt sich seit Mai 2017 im Kanton Bern und in der Innerschweiz. Die Fachstelle Kora hat seine Route seit seiner Einwanderung aus Italien festgehalten: Vor allem die Region zwischen Sustenpass, Brünig und Eriz scheint ihm zu gefallen. Die letzte Sichtung von M29 war am 21. April 2018 auf dem Hasliberg.

(ct)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • P. Zuger am 21.05.2018 16:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Besser als viele Autofahrer

    Schön auf der rechten Spur und sauber die Ausfahrt genommen.

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  • Mephistofeles am 21.05.2018 16:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Teddy

    Ist ja süss der/die Bär/Bärin! Endlich mal positive Nachrichten.

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  • Berner mark am 21.05.2018 20:31 Report Diesen Beitrag melden

    Ruhe

    Lasst den Bär in ruhe !

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sander am 22.05.2018 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Erfüllung meines Traums

    Seit meiner Kindheit träume ich davon, dass die Natur in Ihrer ursprünglichen Kraft ist und wieder von den Tieren besiedelt wird, die hier heimisch sind.. mit dem Bären und dem Wolf ist es nahezu vollbracht. Danke Universum, dass mein Traum in Erfüllung geht.

  • Frau52 am 22.05.2018 13:07 Report Diesen Beitrag melden

    auf der Suche

    Anscheinend sucht der Bär immer noch den Bärengraben. Warten wir ab, auf einmal steht im Bärengraben einer mehr. Er kommt wie mir scheint der Hauptstadt immer näher.

  • Mina am 22.05.2018 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    weniger wäre mehr

    Wir brauchen mehr Bären, Wölfe, Marder, sowie mehr Einwanderer, Häuser und Strassen, Parkplätze.... Leider wird dadurch unser Land auch nicht grösser, die Platzverhäldnisse aber enger für Mensch und Tier. Dichtestress ist vorprogrammiert.

  • E.M am 22.05.2018 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Armer Bär

    Hoffendlich hat er den Kurs besucht, "wie gehe ich mit so vielen Touristen richtig um". Dieser Kurs wird nur in Interlaken vom Tourismusverein angeboten. Damit sich die Araber usw. nicht beschweren können.

  • Kya am 22.05.2018 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    Gesundes Ökosystem

    Der Bär ist ein friedliebendes und scheues Tier - es sei denn er wird provoziert. Ausserdem stinken wir Menschen für Bäre weil wir so viel denaturierte Nahrung zu uns nehmen uns mit künstlich parfümierter Seife Waschen und sonst noch so etlich grausligers Zeug an uns schmieren und zum teil rauchen. Wildtiere ekeln sich vor uns!!! In Kanada leben auch Bären in den Wäldern und trotzdem sind die Kanadier sehr gerne im Wald - es geht mit Respekt für die gesunde Natur. Oder wollen sie ihren Kindern die Natur nur noch in alten Filmen zeigen können.Ich wette ihre Kinder und Enkel sehen das anders !

    • Mina am 22.05.2018 12:54 Report Diesen Beitrag melden

      @Kya

      Sie kennen aber schon die Grössenverhältnisse von Kanada und der Schweiz?

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