Wasserentnahme-Verbot droht

04. Juli 2017 13:13; Akt: 04.07.2017 13:43 Print

Bauern droht die Ernte zu vertrocknen

Der Kanton Freiburg fordert seine Bauern auf, Wasserentnahmen aus Fliessgewässern so weit wie möglich zu reduzieren. Hält die Dürre an, dreht er den Hahn ganz zu.

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Wegen anhaltender Trockenheit müssen viele Landwirte ihre Felder mehr als gewohnt bewässern und fürchten den Ausfall von Ernten. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

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Trotz Regen in letzten Tagen herrscht im Kanton Freiburg weiterhin Dürre. Tiefe Wasserstände sind die Folge. Und weil für die nächsten Tage sonniges und warmes Wetter angesagt ist, dürften sich die Pegel in Bälde auch nicht erhöhen. Das stellt die hiesigen Bauern vor Probleme.

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«Letzte Woche gab es deutlich weniger Regen als angekündigt war», klagt Gemüsegärtner Michael Moser aus Kerzers gegenüber «Tele Bärn». Aufgrund der Hitze verdampft das Wasser schnell, zurück bleibt Trockenheit auf den Feldern. «Ohne zusätzliche Bewässerung gehts nicht», so Moser. Zusammen mit sechs weiteren Bauern bezieht er deshalb Wasser aus der Bibere.

Verbot bereits 2015

Damit könnte aber bald Schluss sein: In einer Mitteilung ruft der Kanton Freiburg seine Landwirte nämlich dazu auf, kein Wasser mehr aus Seen, Bächen und Flüssen zu nehmen. Hält die Dürrephase an, ist gar ein Verbot möglich. «Sollte es in den nächsten zwei Wochen nicht zu Niederschlägen kommen, müssen wir ein Wasserentnahme-Verbot für Fliessgewässer aussprechen», sagt Alexandre Fahrni, Chef Sektion Gewässer im Amt für Umwelt, gegenüber dem Sender.

Es wäre nicht das erste Mal: Erst 2015 untersagte der Kanton wegen der anhaltenden Dürre seinen Landwirten, Wasser aus Fliessgewässern zu entnehmen.

Verbote auch im Kanton Bern möglich

Auch auf Berner Feldern ist es aktuell trocken, dennoch verzichtet der Kanton auf eine schriftliche Mahnung an die Bauern. «Die Situation ist im Moment noch nicht angespannt», sagt Jacques Ganguin, Leiter des kantonalen Amts für Gewässer und Abfall. Unterschreitet der Wasserpegel aber ein gewisses Limit, gibts auch im Kanton Bern ein Entnahmeverbot.

Würde ein solches tatsächlich eintreten und die Trockenperiode länger anhalten, ginge es für den freiburgischen Gemüsegärtner an die Existenz. Moser: «Dann müsste ich wohl gewisse Kulturen abschreiben.»

(sul)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nancy kraus am 04.07.2017 13:52 Report Diesen Beitrag melden

    Waschanlagen

    Dann aber zuerst Auto Waschanlage abstellen Das ist nämlich wirklich nicht so wichtig wie das Bewässern von Feldern.

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  • Nala65 am 04.07.2017 13:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufwachen!

    Die Bauern sind die, die wirklich Wasser brauchen. Den Nachrichten zu Folge, müssen diese in ein paar Gemeinden jetzt Wasser sparen. Wieso die Bauern? Zuerst sollen die Privaten rationalisiert werden. Ein Rasen kann ersetzt, das Auto später gewaschen werden aber eine ganze Ernte zu verlieren, ist existenziell. Wacht auf oder wollt ihr auf Euer Essen verzichten? Es war einfach viel zu trocken im Winter und auch im Frühling. Das Grundwasser sinkt die Speicher leeren sich.

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  • Franz am 04.07.2017 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    Rasenwässern ist blöd

    Ein englischer Rasen gehört nach England, wo es min. 1 mal die Woche regnet. Es gibt genügend einheimische Gräser in Mitteleuropa, die diese Trockenheit ertragen. Wegen ein paar verdrehten Gärtnern wird nun unser Grund-und-Trinkwasser verdunstet.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • No-Na am 11.07.2017 21:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aber eben ein Mac für 11 Fr ist schneller herunter

    Zuviel Ausland Produkte. Zu teure in Land Produkte und das bei Lebensmittel?

  • Captain Hindsight am 06.07.2017 20:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr oder weniger?

    Werden die Subventionen mehr oder weniger, wenn die Ernte vertrocknet? Ich habe den Überblick verloren.

  • TingelTriangel am 06.07.2017 13:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Bauer

    Wo Nahrung produziert, für die jammeri gesellschaft wird wasser zugedreht. Aber für privaten humbuck Wasser marsch? Verkehrte Welt.

  • Fab am 05.07.2017 10:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer wieder

    Es gibt da schon seit Jahre das Tröpfchensystem. Das ist dann auch nicht so eine Wasserverschwendung wie mit diesen riesen Sprinkleranlagen, die die Bauern benutzen. Warum wird das in der CH nicht genutzt?

    • jungbauer am 05.07.2017 12:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fab

      dieses system ist sehr häufig im einsatz z.b. im obstbau und in treibhäusern. jedoch eignet es sich nicht im offenen gemüsebau da es fix installiert werden muss, was heissen würde jedes jahr hunderte stunden in auf und abbau zu investieren..,

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  • Achmet am 04.07.2017 22:39 Report Diesen Beitrag melden

    M3

    Achmet egal ob Hitze oder Schnee, muss fahren M3

    • TingelTriangel am 06.07.2017 13:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Achmet

      Und m3 nicht vergessen wachsen, bei 30 grad, an sonne

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