Erfundener Ärger in Bern

13. November 2012 16:10; Akt: 13.11.2012 16:52 Print

Beamtin entlassen - weil sie Wirte übers Ohr haute

Mit erfundenen Reklamationen hat eine Mitarbeiterin des Stadtberner Polizeiinspektorats mehrere Wirte hinters Licht geführt. Jetzt hat die Stadt die Frau per sofort freigestellt.

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Die Angestellte des Polizeiinspektorats wurde per sofort freigestellt, weil sie ihre Position missbraucht und Reklamationen erfunden hatte (Symbolbild).

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Die Mitarbeiterin hatte bei den Wirten im vergangenen Oktober Reklamationsschreiben deponiert. Darin gab die Frau vor, bei einem Restaurantbesuch arg enttäuscht worden zu sein. Kein gutes Haar liess sie an Essen und Service. Die Reklamationen verschickte die Frau von ihrem offiziellen Mail-Konto bei der Stadtverwaltung aus.

Da es sich bei dem verärgerten Gast also offensichtlich um eine Angestellte des Polizeiinspektorats handelte, beeilte man sich auf Wirteseite, den Schaden in Grenzen zu halten. Die Wirte entschuldigten sich prompt und liessen der Frau auch Wiedergutmachungsgeschenke etwa in Form von Essensgutscheinen, Wein oder einer guten Flasche Cognac zukommen.

Identische Reklamationsschreiben

Was die Wirte allerdings nicht wussten: die Reklamationen waren allesamt frei erfunden. Der Schwindel flog schliesslich auf, weil die Reklamationsschreiben inhaltlich alle gleich lauteten. Bei der zentralen Reklamationsstelle einer Restaurantkette, die in Bern mehrere Lokale betreibt, wurde man ob der identischen Reklamationsbriefe stutzig.

Die Stadt leitete umgehend eine Disziplinaruntersuchung gegen die Mitarbeiterin ein. Dabei habe sich der Verdacht erhärtet, schreibt die städtische Direktion für Sicherheit, Umwelt und Energie in einer Mitteilung vom Dienstag. Es habe sich gezeigt, dass die Frau gravierende Verfehlungen begangen habe.

Die Mitarbeiterin selber bedauert den Vorfall, wie aus der Mitteilung der Stadt weiter hervorgeht. Sie habe sich bei ihren Vorgesetzten und bei den Wirten für ihr Verhalten entschuldigt.

Das städtische Polizeiinspektorat gehört zur städtischen Sicherheitsdirektion und ist für die orts- und verwaltungspolizeilichen Belange zuständig. Dazu gehören etwa die Gewerbe- und Marktpolizei.

(sda)

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