Universität Bern

29. Mai 2015 06:00; Akt: 29.05.2015 06:00 Print

Berner Forscher sucht nach Leben im Weltall

von Andrea Muff - Experimentalphysiker Nicolas Thomas von der Uni Bern ist Mitglied der NASA-Mission «Europa Clipper» – und auf der Suche nach Leben in ausserirdischen Ozeanen.

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Nicolas Thomas neben dem Jupiter-Mond «Europa», in dessen Ozeanen nach Leben gesucht wird. (Bild: 20 Minuten/mua)

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Schleimig-grüne Kreaturen mit riesigen Augen, einer unnatürlichen Anzahl an Gliedmassen und mit einer fremden Sprache: So kennen wir die Ausserirdischen aus Filmen und Büchern. Die NASA-Mission «Europa Clipper» will in den Ozeanen des Jupiter-Mondes «Europa» nach Leben suchen. Mit von der Partie ist auch der britische Forscher Nicolas Thomas (54) vom Center for Space and Habitability an der Universität Bern.

An Bord der NASA-Sonde wird das Kamerasystem Europa Imaging System (EIS) sein, an dessen Entwicklung Nicolas Thomas mitgeholfen hat. «Es ist eine grosse Ehre, Teil dieser aufregenden Mission zu sein», freut sich der Wissenschaftler. «Die Sonde wird höchstwahrscheinlich von Cape Kennedy aus ins All fliegen und ich werde wohl eine Einladung zum Start bekommen.»

Eine rund dreijährige Reise

Von der Homebase der NASA fliegt die Raumsonde in einer rund dreijährigen Reise zum Jupiter. Die Anziehungskraft des Planeten fängt die Sonde in seine Umlaufbahn. Bei Flyby-Manövern erforscht das EIS die eisige Kruste des Jupiter-Mondes «Europa» und macht spektakuläre Bilder von geeigneten Orten mit gutem Wasserzugang für künftige Missionen. «Wir vermuten, im Ozean des Jupiter-Mondes sind die für die Entstehung von Leben nötigen Elemente vorhanden. Aber natürlich wollen wir vor allem wissen, ob sich dort unten tatsächlich Leben entwickelt hat», so der 54-Jährige.

Für die Entstehung von Leben sind Flüssigkeit, Mineralien und Energie von Nöten. Dies ist alles in den Ozeanen auf Europa vorhanden. «Aber – und hier bin ich Skeptiker – Leben muss sich auch entwickeln», räumt der Forscher ein. Man wisse nicht, was der Auslöser für diese Entwicklung sei: «Das ist ein Grund, warum wir diese Mission durchführen.»

«Wir sind nicht allein!»

Mit schleimig-grünen Kreaturen werden mögliche Lebewesen auf dem Jupiter indes nichts gemein haben. «Falls es dort Leben gibt, wird es sehr primitiv sein. Auf mehr als Bakterien können wir wohl nicht hoffen», so der Experimentalphysiker. Man werde wohl kaum auf Aliens treffen wie im Film «Men in Black». Doch bereits die Entdeckung von Bakterien hätte grosse Bedeutung: «Die Entstehung von Leben anderswo als auf der Erde – und dann auch noch auf dem Jupiter-Mond Europa, also in unserem Sonnensystem – bedeutet vor allem eines: Wir sind nicht allein!»