Ungewöhnlicher Fall

12. Februar 2018 16:37; Akt: 14.02.2018 10:27 Print

Berner Justiz sucht nach 152-jähriger Frau

Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland bearbeitet derzeit einen ungewöhnlichen Fall: es sucht nach Hinweisen auf eine Frau, die heute 152 Jahre alt wäre.

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Geboren wurde Pauline Emma Sunier am 18. Juli 1865 in St-Imier im Berner Jura, danach verliert sich ihre Spur. Nun soll sie amtlich für verschollen erklärt werden, wie das «Journal du Jura» am Montag berichtete. Ein entsprechendes «Verschollenerklärungsgesuch» erschien in der Februar-Ausgabe des Amtsblattes des Kantons Bern.

Unter welchen Umständen eine Person für verschollen erklärt werden kann, regelt das Schweizerische Zivilgesetzbuch. Die zuständigen Behörden können demnach eine Verschollenerklärung von Amtes wegen durchführen, wenn das Vermögen oder der Erbteil eines Verschwundenen während zehn Jahren in amtlicher Verwaltung war oder die Person ein Alter von 100 Jahren erreicht hätte.

Ist sie ausgewandert?

Letzteres ist im Fall der 1865 geborenen von Pauline Emma Sunier klar der Fall. Über ihr Schicksal ist bislang nichts bekannt. Personen, die etwas über Pauline Emma Sunier wissen, können sich bis Ende Januar 2019 beim Regionalgericht Berner Jura-Seeland melden.

Nicht auszuschliessen ist, dass Pauline Emma Sunier zu den vielen Auswanderern gehörte, die im 19. Jahrhundert die Schweiz wegen der herrschenden Armut verliessen. Grosse Auswanderungswellen gab es beispielsweise in den 1880-er Jahren, vor allem nach Übersee oder in andere europäische Länder.


Spur in Argentinien?

Der Familienname Sunier findet sich sehr häufig in der Gegend von Nods im Berner Jura. Das «Journal du Jura» fand auf einer Internetseite für Ahnenforschung heraus, dass Suniers um 1856 nach Argentinien ausgewandert sind.

Vielleicht habe Pauline Emma dort nach ihrer Familie gesucht, spekuliert die Tageszeitung. «Das wäre doch eine viel schönere Hypothese als einfach von der Bildfläche zu verschwinden, ohne dass dies jemanden gekümmert hätte», schreibt das Blatt.

(mb/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maxi. R am 12.02.2018 16:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na sowas

    Nach 152 Jahren wird man als verschollen erklärt!! Wie alt muss man sein, um als Tod erklärt zu werden?? Amtsschimmel lässt grüssen.

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  • Marc am 12.02.2018 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    Sie ist tot

    Ich garantiere euch, sie ist nicht nur verschollen, sie ist tot.

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  • CH_BUERGER am 12.02.2018 16:45 Report Diesen Beitrag melden

    Langsam

    Da die Berner bekanntlicherweise nicht die schnellsten sind, dauert es bei ihnen eben für so einen Fall mindestens 152 Jahre. Früher geht es den Bundesbeamten ja nie.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Klaus Wolfgang Franreich am 14.02.2018 05:39 Report Diesen Beitrag melden

    Na sowas ;-)

    Sicher hat den Fall jemand die 152 Jahren Bearbeitet man, der geht sicher auch schon am Rollator ;-)

  • Kurt am 14.02.2018 01:05 Report Diesen Beitrag melden

    Hr.

    Das schöne an dem Fall, Sie lebt weiter.

  • Daniel Friedli am 13.02.2018 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn

    Vielleicht existieren ja irgendwo noch ein paar Knöcheli. Wenn man diese fände, könnte man sie ja für tot erklären. Aber bis dann.....

  • Peter Geissmann am 13.02.2018 11:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fällig wäre....

    ...... die Heiligsprechung.

  • Trudi am 13.02.2018 10:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum wird sie gesucht?

    Und warum wird sie nun gesucht? Im Bericht steht ja nichts.