Digitale Belästigung

26. April 2018 12:34; Akt: 26.04.2018 12:34 Print

Berner Politiker tritt wegen Penis-Snap zurück

Der sexistische Snap hat Folgen für das Mitglied der Jungfreisinnigen Bern: Er legt seine politischen Ämter nieder und wird verwarnt.

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Mit diesem Penis-Bild wurde eine Jungpolitikerin von einem Freisinnigen unsittlich angemacht. (Bild: Twitter/@jglp_be)

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«Bisch äuä scho lang nüm düre gnaglet worde? Stimmts oder isches so?», dazu ein gezeichneter Penis. Dieser Snap eines Berner Jungfreisinnigen an eine Politikerin der Jungen Grünliberalen Bern hat nun Folgen. Wie der «Blick» berichtet, hat der Absender sämtliche politischen Ämter niedergelegt. Ausserdem wurde er von den Jungfreisinnigen verwarnt. Sollte sich der Mann erneut einen Fehltritt leisten, wird er aus der Partei ausgeschlossen.

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Simone Richner, die Präsidentin der Jungen FDP Kanton Bern, hatte gegenüber 20 Minuten bereits angekündigt, dass der Absender die Konsequenzen für sein Handeln werde tragen müssen.

Kritik an JGLP

Die Partei bedauert das Verhalten ihres Mitglieds. Dennoch üben die Jungfreisinnigen auch Kritik am Vorgehen der Politikerin der Jungen Grünliberalen, die den Snap publik gemacht hatte: «Jedoch empfinden wir die Tatsache, dass die JGLP Bern ohne Vorwarnung und ohne Chance für die beiden Involvierten, die Sachlage zu erklären, an die Öffentlichkeit gelangt ist, als fragwürdig.»

Mit dem Rücktritt des Jungpolitikers und der Verwarnung von seiner Partei ist die Sache für die Jungen Grünliberalen dennoch vorerst vom Tisch. Auf eine Anzeige wollen sie verzichten: «Das Leben des Politikers soll nicht durch ein Strafverfahren unnötig erschwert werden», sagt JGLP-Präsidentin Irène Jordi.

(cho)