«Lola Cola»

16. April 2015 16:30; Akt: 16.04.2015 18:04 Print

Berner braut sein eigenes Cola

Ein Berner Cola-Pionier lanciert sein eigenes Blöterli-Getränk – mit geheimer Rezeptur und fair gehandeltem Zucker. Die Kleinproduktion von Getränken boomt.

Mit geheimer Rezeptur und fair gehandeltem Zucker will Daniel König den Cola-Markt aufmischen. (Video: Michael Fischer/Vincent Freigang)
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Neben Biokäse, Dinkelnudeln und lokalen Biersorten gibt es im Berner Quartierladen Lola in der Lorraine ab sofort auch eine neue Cola zu kaufen. Mit Lola Cola lanciert Betriebsleiter Daniel König sein erstes eigenes Getränk. Geschmacklich eifert zwar auch sein Getränk der marktbeherrschenden Coca-Cola nach, abheben möchte man sich dagegen in der Zusammensetzung: «Der Zucker stammt von einer Kooperative aus Costa Rica, wo dieser unter fairen Bedingungen angebaut wird.»

Gerne hätte der Berner Cola-Pionier seine Flaschen in der Schweiz abfüllen lassen. Einen Strich durch die Rechnung machten ihm jedoch die erforderlichen Mindestproduktionsmengen: «Bei den Schweizer Anbietern müsste unsere Produktionsmenge 120 Mal höher sein, darunter gibt es keine Offerten», so König. Das hat seinen Preis: Die Cola wird im Laden für CHF 2.40 verkauft. Plus 30 Rappen Depot für die Mehrwegflaschen.

Abgefüllt wird in Süddeutschland

Eine geeignete Abfüllanlage hat er nun im grenznahen Süddeutschland gefunden. Aus der Region stammt dagegen das vom lokalen Grafiker Claude Kuhn gestaltete Etikett, das eher an hippe Party-Flyer erinnert als an Logos der klassischen Getränkehersteller.

Noch muss der Gigant Coca-Cola nicht um seine Marktanteile in der Schweiz bangen. Die erste Charge von Lola Cola beinhaltet knapp 1000 Flaschen und wird in Königs Geschäft sowie in einigen Bars und Restaurants verkauft. Ein schweizweiter Vertrieb ist für ihn jedoch denkbar: «Wenn das Produkt gut ankommt, wird die nächste Produktion nicht lange auf sich warten lassen.»

Die Kleinproduktion von Trendgetränken boomt in Bern: Unlängst lancierten drei Berner Tüftler ein eigenes Tonic-Wasser und sieben Bieler Gymnasiasten erfanden mit «Putsch Up» einen gesunden Energydrink. Besonders erfolgreich sind zwei Berner Likör-Liebhaber – ihr «Ingwerer» erobert derzeit die österreichische Hauptstadt Wien.

(vf/mf/smü)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Max Mustermann am 16.04.2015 17:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Öko Bilanz?

    Fairer Zucker aus Costa Rica, warum nicht Schweizer Zucker? Der nicht einmal um den halben Globus transportiert wird?

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  • Real Coke am 16.04.2015 17:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Produkt aus Deutschland?

    Rübenzucker aus der Schweiz kommt ihm nicht in die Flasche, lieber 9'000 km Transportweg... Dafür Fairtrade. Arbeitsplätze in der Schweiz fördern? Nein: lieber die Wertschöpfung nach Deutschland wiegen. Nicht durchdacht, schwache Argumente und definitiv nicht unterstützenswert. Sorry, aber da bleibe ich lieber bei der richtigen Coke

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  • Adriano Sarto am 16.04.2015 16:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    True

    Viel glück! Werde es sicher mal probieren im mai in bern! Tipp: die menge sollte cirka gleich sein, da im video sehr grosse unterschiede sichtbar sind.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Studiosus am 17.04.2015 23:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Zucker aus lybischem Öl

    Energetisch dürfte der Seetransport keine Rolle spielen. Mehr Öl brauchen diee schweizer Traktoren und die Fabrikation. Bevor man etwas behauptet, sollte man Bescheid wissen.

  • jay am 17.04.2015 09:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuckerimport?!

    Bitte sagt mir, dass er nicht wirklich Zucker aus Costa Rica importiert. In Arberg gibt es wunderbaren Zucker, der ebenfalls unter fairen Bedingungen angebaut wird.

  • Küsä am 17.04.2015 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ungesund > Zuckerkonsum reduzieren

    Schon das normale Coca Cola hat einen Zuckergehalt, dass es einem schlecht davon werden sollte. Das Lola Cola hat gemäss einem Artikel in einer anderen Zeitung sogar noch mehr Zucker drin. Da gibt's nur eins: Sehr selten davon trinken. Ich persönlich genehmige mir ab und zu das neue grüne Coke mit Stevia als Süssmittel;-)

  • andi am 16.04.2015 21:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schlau machen

    transportwege machen einen sehr kleinen teil des ökologischen fingerabdrucks aus. habe malbin einer doku gesehen, dass rohrzucker aus brasilien, der hier verkauft wird, ca die hälfte an co2 emissionen verursacht als schweizer rübenzucker. deshalb.. nehmt die daumen zurück

    • El Gringo am 17.04.2015 08:52 Report Diesen Beitrag melden

      Überleg mal

      Da sind die Umweltverbände aber anderer Ansicht. Zudem wird der Rohrzucker in Brasilien auf gerodetem Urwaldland angebaut. Da bei der Verarbeitung in den Fabriken in Südamerika der ganze Dreck der Fabriken einfach in die Umwelt abgelassen wird, kommt dann noch dazu. Diese Co2-Belastung inkl Umweltverschmutzung musst Du auch mit einrechnen, von den Arbeitsbedingungen ganz zu schweigen.

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  • Heiri Hintersee am 16.04.2015 20:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zu teuer

    Wollen Sie etwa noch mehr als 2.40.- pro Flasche zahlen?