Tragödie in Rüti b. B.

11. Februar 2018 18:49; Akt: 12.02.2018 13:39 Print

«Die Frau war schon länger krank»

Am Freitag kam es in Rüti bei Büren zu einer Bluttat mit einem Toten und einer Schwerverletzten. Auch zwei Tage danach sind noch viele Fragen dazu offen.

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Freitag kurz nach Mitternacht ging bei der Polizei die Meldung ein, dass sich am Gerweg in Rüti b. Büren ein schwer verletzter Mann befinde. Auch seine Frau war schwer verletzt vor Ort, beide wurden ins Spital gebracht. Am Nachmittag erlag der Mann dann im Spital seinen Verletzungen.

Erste Ermittlungen deuten auf ein Beziehungsdelikt hin, wie die Kantonspolizei Bern am Freitag mitteilte. Weitere Informationen wollte die Kapo am Sonntag nicht preisgeben. Nur so viel: Der Zustand der Frau sei nicht kritisch, jedoch sei sie nach wie vor hospitalisiert.

«M.M. ist mehrmals gestürzt»

Derweil hat die Nachricht, dass F.M.* (68) tot ist und seine Ehefrau M.M.* schwer verletzt im Spital liegt, im 848-Seelen-Dorf die Runde gemacht: «Man kennt sich halt», sagt eine Einwohnerin, und so etwas passiere ja nun wirklich nicht alle Tage.

Wie Tele Bärn berichtete, war die Frau von F.M. bereits länger krank. Nachbar Rolf Zenger: «Sie ist schon mehrmals gestürzt, die Ambulanz hat sie dann ins Spital gebracht.» Er habe nie festgestellt, dass F.M seine Frau schlecht behandelt habe – eher das Gegenteil sei der Fall.

Dies bestätigt das Bild des Ehepaars, das Nachbarin Anna Dürig am Freitag gegenüber 20 Minuten schilderte: «Die beiden waren ein Vorzeigeehepaar.» Ausserdem erzählt Dürig, dass das Ehepaar M. auf der Wiese neben dem Haus den Bau von drei Einfamilienhäusern plante. Wie weit diese Planungen fortgeschritten waren, ist nicht bekannt.


Anna Dürig erzählt im Video vom Ehepaar M. (Video: ber)

«In letzter Zeit zurückgezogener»

F.M. war ein aktives Mitglied der Gesellschaft, wie Nachbar Ernst Zenger erzählt: «Er war Feuerwehr-Offizier und schoss beim Feldschiessen mehrere Kränze.» In der letzten Zeit habe das Ehepaar zurückgezogener gelebt, fiel Zenger auf. F.M. sei vor rund 20 Jahren nach Rüti gezogen. Seine Frau war im Haus aufgewachsen, in dem die beiden gefunden wurden.

Noch steht die formelle Identifikation des Verstorbenen aus. Anfang nächster Woche sollen weitere Informationen folgen, wie es von der Kapo heisst.

*Namen der Redaktion bekannt

(ber)