Prison Art

05. Dezember 2017 05:52; Akt: 05.12.2017 09:49 Print

Bieler importieren Kunst aus Mexikos Gefängnissen

Mexikanische Sträflinge stellen Lederprodukte her und bestreiten mit dem Erlös der Verkäufe den Alltag im Gefängnis. Nun verkaufen drei Bieler die Produkte in der Schweiz.

Gründer der Firma Prison Art Switzerland präsentieren deren Produkte und die Ideologie dahinter.
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«Jeder hat eine zweite Chance verdient», sagt Marjeta Statovci (27), Marketingbeauftragte bei Prison Art Switzerland. Sie möchte gemeinsam mit den Gründern Joel Probst und Kujtim Statovci Sträflingen aus Mexiko helfen, ihr Leben hinter Gittern und auch danach in Freiheit zu verbessern. Deshalb verkaufen sie deren handgemachten Produkte in der Schweiz. Die Jungunternehmer wissen, wovon sie sprechen: Sie sahen die prekären Lebensbedingungen der Insassen vor Ort. Und: Zwei der Bieler sassen selber schon im Gefängnis. Deshalb wuchs ihnen die Idee hinter Prison Art sofort ans Herz.

Prison Art beschäftigt Insassen mexikanischer Gefängnisse und verkauft deren kunstvollen Produkte auf dem Markt. Das Geschäft in Mexiko kam rasch auf Touren, Prison Art wurde zu einer beliebten Eigenmarke.

Die Bieler Unternehmer wollen dieses Projekt unterstützen und verkaufen die Produkte seit wenigen Tagen auf ihrem eigenen Onlineshop an Schweizer Kunden. Ein Teil ihres Gewinns fliesst wieder in weitere Hilfsprojekte.

Prison Art Switzerland

Alles Unikate

Designt werden die Einzelstücke in verschiedenen Gefängnissen Mexikos. Deren Insassen tätowieren mit selbstgebauten Maschinen und Schuhfarbe vorgegebene, aber auch eigene Motive auf Lederstücke. In einem weiteren Produktionsschritt werden die Designs ausserhalb der Haftanstalten von Ex-Häftlingen zu einzigartigen Taschen, Geldbörsen und Kleidungsstücken verarbeitet.

Inspiriert durch Jorge Cueto, der 2015 in Mexiko Prison Art ins Leben rief, möchte Prison Art den Vergessenen eine Stimme geben. «Wir unterstützen Menschen in mexikanischen Gefängnissen, indem wir ihre Arbeiten in die Gesellschaft bringen und den Erlös in soziale Projekte fliessen lassen», so die Bieler. Sie möchten den Menschen, die vom rechten Weg abgekommen sind, eine Perspektive bieten: «Wir sind von der Idee überzeugt», sagt Marjeta Statovci.

Den Häftlingen eine Zukunft bieten

«Diejenigen, die im Gefängnis schon an den Taschen mitgearbeitet hatten, können auch nach Absitzen der Strafe damit weitermachen und haben so schon einen geregelten Lebensunterhalt. Das Projekt ist also sehr nachhaltig», erklärt Statovci. Deshalb sei Prison Art das effektivste Resozialisierungsprojekt für Häftlinge.

«Wir wollen zuerst einmal den Onlineshop betreiben, aber wir sind auch mit Luxusboutiquen in Kontakt, um die einzigartigen Stücke zu vertreiben», sagt Statovcis Geschäftspartner Joel Probst. Zudem wollen sie das Projekt erweitern.

(nla)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pia am 05.12.2017 07:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Preis?

    Unglaublich diese Preise...klar es sind Unikate...aber für welchen Preis werden diese Produkte wohl importiert? Da werden sicherlich gleich noch 300% draufgeschlagen.

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  • Angel am 05.12.2017 06:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Prison Art Fan

    So einen Prison Art Shop habe ich letzte Woche am Flughafen in Mexiko gesehen. Der Shop ist mir sofort aufgefallen, weil die Taschen wunderschön aussahen. Ich wusste nicht, dass so ein Projekt dahinter steckt, jetz finde ich sie nur noch cooler!!!

  • Evy7 am 05.12.2017 07:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tolle Designs

    sehen super aus!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Boston Fli am 05.12.2017 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    Unikate

    Die Taschen seher sehr gut aus!! Mir gefällt der Gedanke das die Taschen unikate sind und aus Mexiko kommen Jede einzelne Tasche hat eine eigene Geschichte. Für die Weihnachtszeit lege ich mir gern eine zu :)

  • lic am 05.12.2017 10:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Preis

    Habe die Doku mal im TV gesehen und finde die Idee super! nur denke ich, dass die Produkte hier viel zu teuer sind. über500.- für eine Tasche? Zahlen die Mexikaner auch so viel?

    • Nele am 05.12.2017 12:47 Report Diesen Beitrag melden

      @lic

      Kannst du vergessen. Nur die mexikanisch Oberschicht kann sich das leisten.

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  • sk am 05.12.2017 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolles Projekt

    Die Mexikaner sind geniale Handwerker. Auf den Märkten in Mexiko findet man wunderschöne Arbeiten wie kaum in einem anderen Land. Die Produkte hier sind sehr schön aber teuer, wenn man bedenkt, dass in Mexiko eine solche Tasche ca. CHF 50.- kostet. ".. 5% jedes einzelnen Einkaufes fliessen in unsere soziale Kasse und werden gespendet". Dies müsste genauer definiert sein, damit der Käufer genauer wüsste was und mit wieviel er unterstützt. Viva Mexico!

    • Miggi am 05.12.2017 12:51 Report Diesen Beitrag melden

      Tolles Projekt, aber...

      Stimme Ihnen zu. Bezweifle jedoch, ob die Gefängnisinsassen das Geld auch behalten können. Die Gründer haben ja offensichtlich einen Einblick in den Bau erhalten. Aber ganz sicher nicht den alltäglichen. In den mexikanischen Gefängnissen läuft es ein bisschen anders als bei uns. Die Leitung hat dort meist nix zu sagen. Hierarchien unter den Sträflingen, interne Banden(kriege), rohe Gewalt usw.

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  • BH am 05.12.2017 09:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cooles Projekt

    Cooles Projekt, ich habe schon ein Doku darüber gesehen. Aber zu teuer

  • Solidhuy35 am 05.12.2017 09:03 Report Diesen Beitrag melden

    Marge muss sein

    Tolle Idee, wünsche viel Glück und Erfolg.