Historisches Wasserbau-Projekt

14. September 2017 15:27; Akt: 14.09.2017 15:27 Print

Bund feiert 150 Jahre Juragewässer-Korrektion

Mit einem Festakt beim Wasserkraftwerk Hagneck BE haben der Bund und fünf Kantone am Donnerstag an die erste Juragewässerkorrektion erinnert.

Bis vor 150 Jahren war das Seeland eine Sumpflandschaft, in der die Menschen an Malaria erkrankten. Heute ist es die Gemüsekammer der Schweiz.
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150 Jahre ist es her, seit die Bundesversammlung fünf Millionen Franken für dieses historische Wasserbauprojekt sprach.

Die Ebenen an den Juraseen und an der Aare waren seinerzeit zu weiten Teilen ein Sumpf. Immer wieder wurden Dörfer und Städte überflutet. Armut, Hunger und Sumpfkrankheit gehörten zum Alltag. Mit der ersten Juragewässerkorrektion verbesserten sich die Lebensbedingungen der Bevölkerung, wie am Festakt betont wurde.

Die Aare wurde in den Bielersee umgeleitet und der Nidau-Büren-Kanal wurde erstellt. Ein Netz von Binnenkanälen legte die Sümpfe trocken. Mit der zweiten Juragewässerkorrektion rund 100 Jahre später gelang es, die Wassermassen zu bändigen.

«Pionierleistung»

Marc Chardonnens, Direktor des Bundesamts für Umwelt, unterstrich den Weitblick des ersten Subventionsprojekts der Eidgenossenschaft. Die damalige Pionierleistung sei der Beginn einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden gewesen, sagte Chardonnens gemäss Redetext.

Die Berner Regierungsrätin Barbara Egger würdigte den politischen Willen der Vorfahren. Heute wolle man nicht nur eine Landschaft verändern und die Bevölkerung schützen, sondern gleichzeitig auch Strom produzieren und die Natur schützen.

Aus Sicht des Freiburger Staatsrats Jean-François Steiert muss der Hochwasserschutz verstärkt werden, um die Landwirtschaft und die Infrastrukturen besser vor Überschwemmungen zu schützen. Der Neuenburger Staatsratspräsident Laurent Favre hielt fest, der Hochwasserschutz bleibe eine Daueraufgabe der Kantone.

Neue Herausforderungen

Das heutige Werk der Juragewässerkorrektion stosse zeitweise an seine Grenzen, stellte der Solothurner Regierungsrat Roland Fürst fest. Deshalb habe sein Kanton zwischen Olten und Aarau ein umfassendes Hochwasserschutz- und Revitalisierungsprojekt in Angriff genommen.

Für Staatsrätin Jacqueline de Quattro aus dem Kanton Waadt geht es heute auch darum, den Gewässern die natürliche Dynamik zurückzugeben. Sie verwies in diesem Zusammenhang auf die aktuelle dritte Rhonekorrektion.

(sul/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kein Grüner am 14.09.2017 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    Fortschritt

    Aus grüner Sicht müsste es heute heissen: Brutale Zerstörung wunderschöner naturbelassener Landschaften, Ermordung unzähliger Käfer und sonstiger Insekten, unersättliche Gier der Menschen, alles Land für sich zu beanspruchen, hässliche Stauwehre aus Beton, eintönige, schnurgerade Kanäle...

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  • Seeländer am 15.09.2017 00:55 Report Diesen Beitrag melden

    Vielen Dank!

    Wäre noch toll, wenn wir Seeländer für das Apéro auch eingeladen würden. Schliesslich schauen wir dazu, dass die Werke auch in Zukunft halten.

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  • Susi F. am 16.09.2017 23:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komisches Apero

    Komisch wieso sind die Seeländer nicht eingeladen worden,aber eine Egger wo gar nichts dafür kann das es eine so schöne Landschaft und Stauwehr gibt.In anderen Orten hätte man ein grosses Fest organisiert.Vom Moos kommt ja das gesunde Gemüse BIO direkt neben den Feldern ist die Autostrasse und die nenn das BIO.Und das mit den Traktoren stimmt denn das Moor wird zu stark zusammen gepresst wenn sie mit den Pferden die Felder bearbeiten hätten sie kein Problem mit Überschwemmung.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Don Toscani am 18.09.2017 05:20 Report Diesen Beitrag melden

    gab es also schon vor Jahren ;-)

    und Weshalb hat man das gemacht damals , zum mitschreiben für die Grünen, wegen Hochwasser und Überschwemmungen man, gab es also auch vor Jahren schon, Besteht also keinen Grund mehr die Auto Steuer hinauf zu setzen oder so !!!

  • Susi F. am 16.09.2017 23:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komisches Apero

    Komisch wieso sind die Seeländer nicht eingeladen worden,aber eine Egger wo gar nichts dafür kann das es eine so schöne Landschaft und Stauwehr gibt.In anderen Orten hätte man ein grosses Fest organisiert.Vom Moos kommt ja das gesunde Gemüse BIO direkt neben den Feldern ist die Autostrasse und die nenn das BIO.Und das mit den Traktoren stimmt denn das Moor wird zu stark zusammen gepresst wenn sie mit den Pferden die Felder bearbeiten hätten sie kein Problem mit Überschwemmung.

  • Joe CE am 15.09.2017 15:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Links beherrscht die Natur

    Das Projekt beeinflusste natürlich auch das Mikroklima (hallo Messreihen!). Aber Platz braucht die Schweiz. Nun will ja die SP undere Wälder roden um Wohnungen zu bauen (die SP befürwortete ja ende 50er den Bau der AKWs im Gegensatz zu den Konservativen)

  • fredi gurtner am 15.09.2017 12:15 Report Diesen Beitrag melden

    150 Jahre Jurassenkorrektur

    Die Juraseenkorrektur war ganz bestimmt ein grosser Segen damals. War doch der heutige Gemüsegarten ein Sumpfgebiet und daher auch Malarialand. Doch heute sehen wir, welche Schäden, die heutigen Bauern mit den viel zu schweren Maschinen. Die Böden werden zusammengedrückt un somit auch die Trainagekanäle. Darum müssen die bauern nun wieder Angst haben um ihr Land

  • Seeländer am 15.09.2017 00:55 Report Diesen Beitrag melden

    Vielen Dank!

    Wäre noch toll, wenn wir Seeländer für das Apéro auch eingeladen würden. Schliesslich schauen wir dazu, dass die Werke auch in Zukunft halten.

    • Daniel am 15.09.2017 16:19 Report Diesen Beitrag melden

      Die Seeländer...

      ... haben an der Feier absolut nichts zu suchen. Seid froh, dass ihr vor grossen Überschwemmung verschont bleibt und betet jeden Abend dafür. Bescheidenheit ist angesagt und keine gierige Teilnahmen an Apérölis.

    • Seeländer am 16.09.2017 00:47 Report Diesen Beitrag melden

      @Daniel

      Vielen Dank, nehme es gerne ironisch.

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