Heavy Lifting

09. Mai 2018 15:00; Akt: 09.05.2018 15:27 Print

373-Tonnen-Findling innert 15 Minuten verschoben

Bei der Autobahnausfahrt Muri wurde heute ein über 300 Tonnen schwerer Findling verschoben. Der Stein störte die Bauarbeiten.

Norbert Knoll, Projektmanager bei der Hebetec AG, gibt Auskunft über den Verschub des tonnenschweren Findlings an der Autobahn A6. (Video: Raphael Casablanca)
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Beim Ausbau der Autobahn A6 fanden Bauarbeiter bei der Ausfahrt Muri-Gümligen einen riesigen, tonnenschweren Findling. Dieser behinderte die dortigen Bauarbeiten, da er direkt auf dem geplanten Pannenstreifen des Autobahnabschnittes lag, wie 20 Minuten bereits berichtete.

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Haben Sie den 300-Tonnen-Findling an der Autobahnausfahrt Muri bemerkt?

Heute wurde der riesige Findling von der auf Heavy Lifting spezialisierten Firma Hebetec Engineering verschoben. Es dauerte etwa 15 Minuten und kostete rund 160'000 Franken. Hebetec montierte links und rechts des Findlings sogenannte Verschubbahnen. Dann wurde der Koloss mit Presswerkzeugen angehoben und auf den Bahnen rund 2,5 Meter weit weggeschoben.

Gross wie ein Eisberg

Der Findling ist ein aussergewöhnlich grosser und damit auffälliger Zeuge der letzten Eiszeit. Es handelt sich um einen fast 400 Tonnen schweren Block aus Aaregranit. Als der Stein ausgegraben wurde, zeigte sich, dass er bedeutend grösser war als ursprünglich angenommen. Anstelle von 120 Tonnen wurde sein Gewicht neu auf etwa 300 bis 400 Tonnen geschätzt. Im Rahmen des Verschubs konnte das genaue Gewicht gemessen werden. Mit 373 Tonnen handelt es sich um den grössten Findling im Kanton Bern.

Auch deshalb konnte er nicht einfach mithilfe eines Kranes umplatziert werden. Der Stein konnte aber auch nicht in mehrere Teile geschnitten oder gesprengt werden, da es sich um einen bedeutenden naturgeschichtlichen Findling handelt. Deshalb hielten die Verantwortlichen am Verschub des Findlings fest und organisierten dieses spezielle Verfahren, um den Koloss zu bewegen. Das Bauprogramm beim Anschluss Muri kann nun normal weitergeführt werden. Die Hauptarbeiten werden laut Astra voraussichtlich Ende Jahr abgeschlossen.

Der Brocken aus dem Haslital

«Der Findling wurde mit dem Aaregletscher während der letzten Eiszeit aus dem Haslital über eine Distanz von rund 80 Kilometern transportiert», sagt Beda Hoffmann vom Naturhistorischen Museum Bern. Der Stein dürfte somit vor ungefähr 18'000 Jahren an seinen jetzigen Standort gelangt sein.

«Viele Findlinge wurden zur Gewinnung von Bausteinen zerstört», sagt Hoffmann. Ab dem 19. Jahrhundert habe man dann bemerkt, dass auf diese Weise wertvolle Zeugen eines Naturereignisses zerstört werden, und stellte in der Folge besonders grosse und auffällige Findlinge unter Schutz.

(rc)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Friedrich Klossner am 09.05.2018 15:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Humor

    Ich hätte den Obelix kommen lassen.

  • Schüblig am 09.05.2018 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    Alles oder nichts

    Öhä. Hundertundsechzigtausend Franken verpudert um den "naturgeschichtlich geschützten" Stein zweieinhalb Meter zu verschieben...

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  • AJ am 09.05.2018 15:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Steinsprengung wäre günstiger

    es ist und bleibt ein Stein!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Te Rasse am 12.05.2018 00:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stein

    Reich

  • W. Bühler am 11.05.2018 09:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Steuergelder

    Schlimm an der ganzen sache ist doch nur das man für so einen Stein (Findling) überhaupt so ein riesen theater macht. Ober er jetzt aus der Eiszeit stammt oder nicht ist doch egal. Man hätte ihn einfach sprenngen können und fertig. Aber nein, man muss ihn versetzen was einen riesen Aufwand ist und unmengen Geld kostet, was natürlich wir Steuerzahler berappen. Da sieht man wieder einmal mehr wie unsere Steuergelder sinnlos verschleudert werden.

    • Lukas am 11.05.2018 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @W. Bühler

      Als ob es ihnen weh tut , das man einen einheimischen Stein mit dem Respekt behandelt hat , den er verdient. Da gibt man für wesentlich unwichtigere Dinge mehr Steuergelder aus.

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  • Waterpolo1s am 10.05.2018 18:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    .. mexikanische Trump-Mauer ;-)

    Den Brocken könnte Trump für die mexikanische Mauer brauchen ... schickt ihn ihm mit der Post ;-))

  • Gustav am 10.05.2018 08:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kann man brauchen

    Toll, ein gäbiger Briefbeschwerer.

  • Adrian Keller am 09.05.2018 21:12 Report Diesen Beitrag melden

    Na Super

    Was für eine Leistung. Das haben wir doch schon im viel grösserem Umfang, doch schon vollbracht. 10 bis 20 mal schwerer und vor tausenden Jahren, über weite Strecken transportiert. Was sind wir nur für Looser.

    • Skywalker99 am 09.05.2018 22:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Adrian Keller

      genau. erkennt man auch an der Sprache. Nicht mal den "Loser" können wir korrekt verwenden.

    • Peter am 09.05.2018 22:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Skywalker99

      Zum Glück gibt es wir und die anderen. Ich zähle mich gerne zu den anderen.

    • altägyptische algebra am 09.05.2018 22:22 Report Diesen Beitrag melden

      schön wärs

      das hätte euch gut getan. du siehst ja, dass das kein klacks ist, umso weniger traue ich den alten ägyptern zu dass sie eine pyramide auf dem mond bauen könnten. die letzten worte waren "warum hast du das nicht kommen sehen?" ... da darfst du gerne ein wenig studieren was ich sagen will ... Frag doch Hebetech ob Sie mit Seilen, dafür gratis für ein Mittagessen, den "Stein" verschieben würden ... oder ob sie ihn millimetergenau zuschneiden würden damit wir eine schöne badewanne daraus machen können ...

    • Kedrian Adler am 10.05.2018 08:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Adrian Keller

      Wir? Kaum, da waren tausende Sklaven beteiligt.

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