Schiri verprügelt

11. September 2017 05:57; Akt: 11.09.2017 05:57 Print

Der FC Makedonija hat jetzt 145 Strafpunkte

Nach den gewaltsamen Vorfällen bei der 4.-Liga-Partie in Rüschegg wurde der FC Makedonija mit einer Busse und zahlreichen Spielsperren sanktioniert.

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Im Clubhaus-Beizli des FC Rüschegg wurde ein Schiedsrichter von einem Anhänger des FC Makedonija niedergestreckt. (Bild: Google Streetview)

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Vor einigen Tagen kam es beim 4.-Liga-Spiel zwischen dem FC Rüschegg und dem FC Makedonija zu wüsten Szenen: Nachdem der Schiedsrichter mehrfach von Makedonija-Spielern angegangen worden war und ganze viermal die rote Karte gezückt hatte, brach er das Spiel in der 77. Minute ab. Die Gewalt gipfelte anschliessend in der Clubhaus-Buvette: Dort streckte ein Makedonija-Anhänger den Unparteiischen mit mehreren Faustschlägen nieder. Dieser musste für weitere Abklärungen ins Spital gebracht werden.

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Nun hat der Fussballverband Bern-Jura auf die Vorfälle reagiert. Aufgrund des tätlichen Fan-Angriffs hat er gegen den Verein eine Busse von «mehreren hundert Franken» ausgesprochen, wie Rolf von Gunten vom Departement Spielbetrieb auf Anfrage sagte. Weil sie noch nicht rechtskräftig ist, will der Verband derzeit keine Auskunft über den genauen Betrag geben.

«Die Saison ist gelaufen»

Zu den finanziellen kommen sportliche Sanktionen. Allein wegen des Spielabbruchs hagelte es 50 Strafpunkte gegen den FC Makedonija. Etliche weitere gabs für die vier roten Karten und die daraus resultierenden Spielsperren. Ein Spieler wurde für drei Monate vom Spielbetrieb suspendiert. Insgesamt kommt der Verein nun auf 145 Strafpunkte – und das nach erst vier Spielen. Somit ist er Tabellenletzter in der kantonalen Fairplay-Wertung. Zum Vergleich: Der FC Gerzensee befindet sich aktuell mit 39 Starfpunkten auf dem zweitletzten Rang.

Die Spielsperren und Strafpunkte tun dem FC Makedonija weh. «Wir haben kein riesiges Kader und sind daher auf jeden Spieler angewiesen», sagt Präsident Orce Andonov. Ohne die Gesperrten werde man sicher einige Matches verlieren. «Die Saison ist praktisch gelaufen und unsere Aufstiegsambitionen können wir begraben», klagt er.

Ermittlungen im Gang

Die vier roten Karten will Andonov nicht akzeptieren. «Der Schiedsrichter hat klar gegen uns gepfiffen», findet er. Daher werde der Verein Einsprache gegen die vom Verband ausgesprochenen Spielsperren erheben. Die gewaltsame Fan-Attacke gegen den Spielleiter verurteile er zwar, sagt Andonov. Dass der Club deswegen gebüsst werde, halte er aber für falsch. «Wenn ein Zuschauer den Schiedsrichter angreift, hat das mit dem Verein selbst nichts zu tun.»

Die Kantonspolizei Bern gibt zur Schiedsrichter-Attacke in Rüschegg derzeit keine weiteren Auskünfte. Die Ermittlungen seien nach wie vor im Gang, hiess es auf Anfrage.

Massive Strafen bei Tätlichkeiten gegen Schiri

Während Beleidigungen und Beschimpfungen gegen den Schiedsrichter dem Verband nach wie vor Sorgen bereiten, sei die physische Gewalt in den letzten Jahren zurückgegangen, sagt Rolf von Gunten. Das habe vor allem mit den «massiven Strafen und Bussen» zu tun. «Wird ein Schiedsrichter von einem Spieler angegangen, muss dieser heute schnell einmal zehn Spielsperren absitzen», sagt von Gunten. Solche Bestrafungen hätten «Signalwirkung».

(sul)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Serge am 11.09.2017 06:25 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht einsichtig

    Leider hat Herr Andonov nicht verstanden, wo und wie sehr er und der Club in der Verantwortung stehen. Schade, Chance offenbar nicht erkannt und darum verpasst.

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  • Kawums am 11.09.2017 06:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beschränkt?

    Direckt auflössen lasen vom verband.Die ganze manschafr Disqualifizieren! Das sind zu wennig Sanktionen! Wenn ein Fan einer Manschaft zugeordnet werden kan wird der Club gebüsst. Ganz normal..da für sicherheit gesorgt werden müsste. Das ist 5. Liga ....seid ihr bekloppt? mit Fanen und abgehen ok aber doch keine Schlegereien und erstrecht nicht auf den Schiri!

  • P.Beeler am 11.09.2017 08:21 Report Diesen Beitrag melden

    Importiertes Gewaltpotential !

    Leider Standart-Situation in der Schweiz ! gewisse, zugewanderte Volksgruppen können ihre Konflikte und Emotionen nur auf die eine ART lösen . Egal ob im Sport oder im Ausgang !

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Eine von vielen am 12.09.2017 04:00 Report Diesen Beitrag melden

    Nur so nebenbei

    Ich lese hier einige Kommentare und muss mir wirklich an den Kopf fassen. Ich schäme mich für meine Landsleute jedoch ist es wahr das sie manchmal keine Grenzen spüren was beim Ausdruck der Mimik und Gestik anbelangt.Dann die Wortwahl, kommunizieren ist schwer aber nicht nur für sie sondern für jegliche Menschen egal welcher Herkunft. Man sollte jedoch wirklich auf GARKEINEN FALL alle in einen Topf werfen! Ich habe schon Mannschaften gesehen (Schweizer Mitspieler) da ging es auch nicht gerade gemütlich und harmonisch zu und her! Also sind hier einige Kommentare sehr verletzend. Schaade...

  • Mangscht Kari am 12.09.2017 01:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht gar nicht

    Sperrt die für die ganze Saison !!!

  • Schiedsrichter am 11.09.2017 20:24 Report Diesen Beitrag melden

    Schlecht gepfiffen?

    Wir haben am letzten Donnerstag gegen den Fc Rüschegg gespielt und die Spieler meinten, dass die roten Karten absolut berechtigt gewesen seien. Ausserdem kenne ich den Schiedsrichter persönlich und es geht im gut. Von Körperverletzung kann man laut ihm auch nicht sprechen.

  • devildwarf am 11.09.2017 18:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    its in those books on the shelf

    Gewalt ist keine Lösungen, doch, Gewalt erzeugt Gegengewalt... Sozialverhalten, Seite 1, Abschnitt 1. (supression breads violence) darf auch nicht vergessen werden.

  • Alessio Valente am 11.09.2017 17:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Welche Aufstiegsambitionen?

    Welche aufstiegsambitionen hatte den der verein? Wohl eher ABSTIEGSambitionen!