Viel verkauft, wenig eingenommen

13. Mai 2018 16:21; Akt: 13.05.2018 16:21 Print

Bern verscherbelte Schlösser zu Spottpreisen

Durch den Verkauf von ehemaligen Regierungsgebäuden wollte der Kanton die Staatskasse aufbessern. Von den 50 Millionen, die rausspringen sollten, wurde nur ein Bruchteil eingenommen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Kanton Bern benötigt dank Zentralisierungsmassnahmen immer weniger Platz, deshalb entschied die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion 2007, dass nicht mehr benötigte Regierungsgebäude verkauft werden sollen. So standen elf Amtssitze und zehn Schlösser zum Verkauf.

Umfrage
Würden Sie sich an einer Schlossrenovierung beteiligen?

Von den 21 aufgeführten historischen Bauobjekten sollten elf an Gemeinden und sechs auf dem freien Markt verkauft werden. Bei dreien wollte der Kanton abklären, ob er sie weiter nutzt. Der Regierungsrat rechnete damals mit Einnahmen von rund 50 Millionen Franken.

Doch wie der «Bund» berichtet, liegen die Einnahmen deutlich «tiefer als ursprünglich angenommen», so die Baudirektion. Gerade mal 11,3 Millionen Franken konnte der Kanton durch die Verkäufe der Liegenschaften einnehmen.

Gemeinden wollten Schlösser nicht kaufen

Insgesamt konnte der Kanton nur zwölf der insgesamt 21 Liegenschaften verkaufen. Somit bleibt man immer noch auf neun Grundstücken sitzen, welche der Kanton eigentlich gar nicht mehr benötigt. Grund für die Schwierigkeiten waren unter anderem, dass viele Gemeinden nicht bereit waren, die hohen Preise für die Schlösser zu bezahlen. Das Schloss Trachselwald für 2 Millionen hielt der Gemeindepräsident für überrissen, Burgdorf wollte für sein Schloss auch keine 7,5 Millionen Franken bezahlen, genauso unbezahlbar hielt Büren den Preis von 3 Millionen für ihr Schloss.

Somit wurden viele der Grunsdstücke an Stiftungen «gewidmet», die sich fortan um die Liegenschaften kümmern. Die Schlösser sind alle Denkmalgeschützt, was eine Hemmschwelle für potentielle Käufer gewesen sein dürfte. Ausserdem ist der Kauf eines Schlosses auch an kantonale Auflagen geknüpft: Es muss öffentlich zugänglich bleiben, somit ist eine rein private Nutzung nicht gestattet.

(rc)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alfmann am 13.05.2018 17:51 Report Diesen Beitrag melden

    Heimatschutz

    Sonst redet der Heimatschutz überall drein, aber beim Verakuf solch wertvollen, historischen Gebäuden kann der Kanton schalten und walten wie er will! Das wäre auch Heimatschutz, wenn der Kanton diese Gebäude behalten und unterhalten müsste?

    einklappen einklappen
  • Pia Zil lig am 13.05.2018 17:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    verschenken

    ja wenn die SP nicht alles Geld ins Ausland verschenken würde, müsste man diese Schlösser nicht verkaufen

    einklappen einklappen
  • Insider am 13.05.2018 16:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fälscher Standort

    Das Bild Nummer 1 zeigt das Schloss Wyl und das steht in Schlosswil und nicht in Konolfingen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Klaus Wolfgang Frankreich am 16.05.2018 09:26 Report Diesen Beitrag melden

    Habe in Frankreich Eingekauft

    Da Kauft lieber in Frankreich solche Schlösser und Burgen ein mit Weingut, fast Geschenkt !!!!

  • Yahe am 14.05.2018 10:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Shanghai Express

    Hoffentlich nicht wie in der ganzen Welt an Chinesen

  • Nico am 14.05.2018 09:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Welches System?

    Die Schweiz wird verkauft. Egal ob Schlösser, Wasser, Zugstrecken,... alles muss raus und an den Meistbietenden verscherbelt werden. Der Kapitalismus fordert das. Was Volk will ist egal. Schliesslich haben wir ja keine Demokratie sondern Neoliberalismus.

    • Wacher Kämpfer am 14.05.2018 10:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nico

      Danke wenigstens einer der diese Lobby/Politik durchschaut. Eine Schande was heute abläuft, aber dem Normalo macht man Angst und darum stimmt dieser noch zu Gunsten der Lobbypolitik.

    einklappen einklappen
  • RitterSchweissfuss am 14.05.2018 09:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn's was kostet flüchtens

    Wo bleiben denn alle unsere millionenschweren Eidgenossen? Hier können sie doch Swissness zeigen!

  • Kevin am 14.05.2018 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    nicht einmal wenn ich Geld hätte

    wenn man sich selbst privat in den ruin treiben will, dann kann man sich so ein schloss aufhalsen. nicht einmal wenn ich das Geld hätte würde ich so etwas kaufen. der unterhalt verschlingt Unsummen und jeder noch so kleine umbau muss langwierig vom Denkmalschutz abgesegnet werden. das ist geldvernichtung par excellence.

    • Maja am 14.05.2018 10:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kevin

      Und dann muss es erst noch für die Öffentlichkeit zugänglich sein...

    • Klaus Wolfgang France am 16.05.2018 09:28 Report Diesen Beitrag melden

      Ja Gerne

      Ja Kevin wie bei mir in Frankreich, gegen Eintrittsgeld ;-)

    einklappen einklappen