Mittelmeer-Konferenz

08. November 2017 05:43; Akt: 08.11.2017 05:43 Print

Droht Bern schon wieder ein Krawall-Wochenende?

Linksautonome rufen im Internet zum Protest auf gegen das am Wochenende stattfindende Treffen der «Kontaktgruppe zentrales Mittelmeer» mit Ministern aus vielen Ländern.

In diesem Jahr kam es in Bern bereits zu mehreren Krawallnächten und Demos. (Video: 20 Minuten / Archivmaterial)
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Am 12. und 13. November treffen sich die Innenminister verschiedener Länder zum dritten Mal als «Kontaktgruppe zentrales Mittelmeer», zum ersten Mal findet das Treffen in Bern statt. Neben Simonetta Somaruga werden unter anderen auch die Innenminister von Algerien, Frankreich, Libyen, Österreich und Tunesien in Bern am Migrationsgipfel teilnehmen.

Falsche Absichten der Kontakgruppe

Dass das Treffen in Bern stattfindet, daran stören sich offenbar linksautonome Kreise – im Internet rufen sie unter dem Motto «Keinen Fussbreit der Menschenjäger*innen» dazu auf, vom 9. bis 13. November an Aktionstagen Störungsaktionen zu veranstalten: «Lasst uns die Akteur*innen und ihre Politik benennen, sie bekämpfen und stören! Egal zu welchem Zeitpunkt, an welchem Ort und auf welche Art und Weise, lasst uns alle unsere Wut, Kritik und unseren Protest auf die Strasse tragen!»

Dabei kreiden sie besonders die Absichten des Treffens an: «Die Mitglieder der Kontaktgruppe zentrales Mittelmeer stellen die Migrant*innen als eine Bedrohung für alle Herkunfts-, Transit- und Zielländer dar.»

Fenster bleiben geschlossen

Aus Angst vor möglichen Ausschreitungen hat das Medienzentrum des Bundeshauses bereits ein Mail an Journalisten mit Verhaltensanweisungen verschickt. So sollen alle Fenster im Zentrum das gesamte Wochenende über geschlossen bleiben und auf das Abstellen von Velos vor dem Medienzentrum soll verzichtet werden. Auch zu Verkehrseinschränkungen wird es kommen: Die Bundesgasse ist von Sonntag bis Montag ab der Kreuzung Sulgeneck bis zum Münzgraben für den gesamten öffentlichen Verkehr gesperrt.

Bei der Kantonspolizei Bern heisst es auf Anfrage, dass man Kenntnis über den Protestaufruf habe. «Die Kantonspolizei Bern wird rund um das Treffen mit einem entsprechenden Dispositiv im Einsatz stehen, dies insbesondere im Auftrag des Bundes.» Wie viele Polizisten insgesamt im Einsatz stehen werden, darüber will die Kapo Bern aus polizeitaktischen Gründen keine Angaben machen. Der Einsatz werde jedoch sicher nicht auf die Berner Innenstadt reduziert sein, sondern das gesamte Treffen umfassen. Auch Sicherheitsdirektor Reto Nause hat von den Aufrufen zu Protesten gehört. «Es liegen aber keine Gesuche für Aktionen vor», so Nause.

Juso unterstützt den Aufruf

Die Juso Bern unterstützt den Protest-Aufruf: «Gegen aussen wollen sie die Flüchtlinge unterstützen, aber tatsächlich führen diese Treffen nur dazu, dass die Grenzen dicht gemacht werden», kritisiert auch Vera Diener, Vorstandsmitglied der Juso Bern, das Treffen. «Die Schweiz lässt erneut ihre Maske der Neutralität fallen», so Diener weiter. Inwiefern die Juso Bern an den Protesttagen teilnehmen wird, sei noch nicht klar. «Am Dienstagabend werden wir an der Vorstandssitzung darüber diskutieren», so Diener. Man werde aber sicherlich eine differenzierte Stellungnahme verfassen und dieses über die sozialen Medien verbreiten.

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • CaptainLonestarr am 08.11.2017 06:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Randalierer festnehmen

    und sie die Kosten der Schäden übernehmen lassen.

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  • Typhoeus am 08.11.2017 06:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur Fenster

    sondern alle Grenzen dicht. Nur das werden die Linksautonomen erreichen, also genau das, was sie eigentlich bekämpfen, wie genial!

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  • L. Acher am 08.11.2017 07:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Links- oder Rechtsextrem

    ich staune immer wieder, warum dürfen Linksextreme fast unbehelligt ihre zerstörerischen Saubannerzüge abhalten und Rechtsextreme werden am Musikhören gehindert. Ich verstehe das nicht. Was ist da für eine Logik dahinter?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gregor Kartoffel am 08.11.2017 16:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz ehrlich...

    ... ich bin ein Linker und kann mit der Politik einer SVP gar nichts anfangen. Aber was die AntiFa und die Juso in letzter Zeit von sich geben, also sorry! Da platzt mir echt der Kragen. Trotzig wie die SVP, keine Verbesserungsvorschläge, pure Gewalt. Kindergarten!

  • Mathias am 08.11.2017 07:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neutraliät hat nichts damit zu tun

    Vielleicht müsste man der JUSO erklären, was Neutralität bedeutet. Definitiv eine massive Fehlinterpretation und Eigenauslegung, wie man dies aus linken Kreisen gewohnt ist. Eines hingegen ist klar. Bern hat genug Toleranz walten lassen mit illegalen Demonstrationen. Durchgreifem, festnehmen, Schaden berappen lassen.

  • L. Acher am 08.11.2017 07:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Links- oder Rechtsextrem

    ich staune immer wieder, warum dürfen Linksextreme fast unbehelligt ihre zerstörerischen Saubannerzüge abhalten und Rechtsextreme werden am Musikhören gehindert. Ich verstehe das nicht. Was ist da für eine Logik dahinter?

  • LoloEggi am 08.11.2017 07:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Versteh ich nicht!

    Um Lösungen zu finden, muss man nunmal miteinander sprechen. Auch mit Menschen, die nicht gleicher Meinung sind. Ich halte diese (und andere) Konferenzen für sehr wichtig, allein schon, um mögliche weitere Konflikten zu verhindern. Kommunikation ist hier unerlässlich.

    • StimmefürsVOLK am 08.11.2017 07:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @LoloEggi

      Ja lieber Sozialdemokrat, viel viel reden seit Jahren um den heissen Brei herum, die Abstimmungen, die diese Szenarien überflüssig gemacht hätten, wurden abgeschmettert, gekippt, belächelt, diffamiert und wenn sie angenommen wurden, NIE umgesetzt! Angesichts der Arglist der Zeit sind wir wieder gefordert!

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  • Ex-Berner am 08.11.2017 06:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Bezeichnung

    Die Hauptsache, es sind linksautonome und nicht linksradikale, gewaltbereite- und gewalttätige Maskierte, die zerstören was ihnen in die Quere kommt.