Freiburg

30. September 2015 18:41; Akt: 01.10.2015 07:48 Print

Fri-Son fürchtet sich vor der Schliessung

Weil gegenüber vom Fri-Son eine Wohnsiedlung entstehen soll, haben die Clubbetreiber Angst vor einer Schliessung. Deshalb wehren sie sich nun.

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Das Fri-Son wehrt sich gegen den Bau einer Wohnzone. (Bild: Google Street View)

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«Es hat fünf vor zwölf geschlagen: Fri-Son wird in naher Zukunft seine Pforten schliessen müssen, wenn die Stadt nicht ihren Entscheid zu Gunsten der Wohnüberbauung auf der Butte de Perolles überdenkt», heisst es in einer Medienmitteilung des Freiburger Clubs. Grund für die Aufregung: Gegenüber dem Lokal ist eine Wohnsiedlung geplant. Nun fürchtet man um den Kulturbetrieb. «Gute nachbarschaftliche Beziehungen wären in einer Wohnzone aufgrund der Nachtruhe nicht denkbar», so Vorstandsmitglied Florian Eitel. Schliesslich würde der Club, in dem schon Bands wie Nirvana aufgetreten sind, je nach Anlass bis zu 1500 Leuten anlocken.

Besserer Austausch mit den Behörden

Wann das Areal umgebaut wird, ist allerdings noch nicht klar. Derzeit ist ein Baugesuch hängig. Das Fri-Son hat dagegen nun Einsprache erhoben. Eitel zeigt sich auch enttäuscht von den Behörden: «Wir hatten bisher einen ständigen und guten Austausch. Noch vor kurzem hiess es, beim Fri-Son soll eine Ausgangsmeile entstehen – nun soll auf einmal umgezont werden.» Davon habe man das Fri-Son nicht in Kenntnis gesetzt.

Die Betreiber fordern nun die Behörden auf, ihre Pläne noch einmal zu überdenken: «In der jetzigen Phase hat das Baudepartement noch die Möglichkeit, statt der vorgesehenen Wohnungen Büro- oder Gewerberäumlichkeiten zu bauen», so Eitel. Ausserdem hat das Fri-Son ein Unterstützungskomitee gegründet. Dieses zählt bereits 1300 Mitglieder. Eitel: «Wenn das Fri-Son weg ist, verliert die Stadt einen Anziehungspunkt für junge Menschen.»

(nel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Moonie am 30.09.2015 19:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    fri-son-bourg ....

    das Fri-Son ist Kult in Fribourg! Wäre schade wenn das geschlossen würde . Fri-son-bourg il le faut absolument...à fribourg

  • Shibo am 30.09.2015 19:26 Report Diesen Beitrag melden

    Kulturzentrum gehört zu einer Stadt

    In eine lebendige Stadt gehört ein Kulturzentrum. Wer Fribourg kennt, weiss, dass es neben dem Fri-Son keine grössere Lokalität gibt, wo kulturelle Anlässe stattfinden. Anhand zahlreicher Beispiele kann man plakativ aufzeigen, dass das Zusammenleben von Wohnungen neben bestehenden Clubs nicht funktioniert und diese Clubs früher oder später geschlossen werden müssen. Ein gutes Beispiel hierfür wäre der Bauwahn in Zürich-West bei der Hardbrücke oder der Fall Kugl in St. Gallen.

  • Urs Schweizer am 30.09.2015 21:22 Report Diesen Beitrag melden

    Das wäre eine Tragödie für Fribourg!

    Das Fri-Son ist eines der traditionsreichsten Konzert- und Kulturlokale der Schweiz! Eine Schliessung hätte katastrophale Folgen für das Kulturleben dieser Stadt. Es ist nur zu hoffen, dass die Stadt ihre Verantwortung als Kulturförderer wahrnimmt, und kurzfristige private Bauinteressen nicht höher wertet als die an diese Institution gebundenen öffentlichen Interessen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • love am 01.10.2015 16:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    fribi

    ohne das frison gibt es nichts mehr in fribourg@!

  • Janine Minou am 01.10.2015 08:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    eines nach dem anderen geht zu...

    schrecklich! in luzern wurden schon x-Kulturhäuser geschlossen und seither gibts da in meinen Augen keine wirkliche Ausgangskultur mehr.... traurig! aber hey....schliesst doch weiterhin alles und streicht doch auch noch bisschen mehr in der Bildung.... dann kommts gut..... said no one ever

  • Alt Metaler am 01.10.2015 08:33 Report Diesen Beitrag melden

    Das Fri-Son ist Kult.

    Ich war dort schon vor über 25Jahren an Konzerten, einfach nur schade wenn es Geschlossen würde werden. Wartet mal ab, denke, das sie dort auch Wohnungen für Flüchtlinge Bauen wollen. Wir müssen in denn nächsten Jahren vermutlich noch viel Opfer bringen deswegen, da will man die Gelegenheit nicht verpassen solche Orte die man als Störend empfindet gleich so um zu Funktionieren. Traurig aber Wahr.

    • z. Haare Raufen am 01.10.2015 09:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Alt Metaler

      omfg, ich bin auch gegen eine schliessung aber das hat nichts mit den flüchtlingen zu tun! sondern mit einem einfachen, freien markt mechanismus- es brauchen mehr leute wohnungen, bzw dringender wohnungen als kultur. bedarf und nachfrage. wobei das ein riesiger fehler ist, weil sowohl kultur als auch bildung ein volk reicher machen... und sowas muss man einem alt metaller noch sagen?

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  • chalry1464 am 01.10.2015 08:25 Report Diesen Beitrag melden

    bekunde..

    .. schon lange grosse Mühe mit den Behörden und Politik, genau wegen falscher Politik muss immer mehr Land überbaut werden und das wird sich in naher Zukunft noch rächen und kommt uns sehr teuer zu stehen

  • wikinger am 01.10.2015 06:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht schon wieder!

    Klar! Wieder ist ein Klub in Gefahr und ich fürchte das die wirtschaftlichen interessen einmal mehr überwiegen werden! Es hat schon einige Klubs getroffen in der schweiz. Die angst ist berechtigt. Schon immer kriegten neue anwohner recht und klubs mussten dicht machen oder kriegten nicht umsetzbare auflagen! Die konzert- und klubkultur in der schweiz geht vor die hunde! Und eigentlich ist es schwierig genug einen klub zu betreiben... Wenn man sich noch mit solchen dingen rumärgern muss resignieren die meisten betreiber!

    • Seislerbueb am 01.10.2015 07:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      c'est la vérité qui blesse

      Tja wie unten schon erwähnt die Bevölkerungsentwicklung ist da nicht ganz unschuldig. Viele solche Klubs befanden sich früher am Rande der Stadt. Da die meisten Städte enorm schnell am wachsen sind werden jene iergendwann einmal von Wohnquartieren eingeholt. Mir ist auch lieber werden diese Wohnbatterien in Städten gebaut wo ja die Bevölkerungszunahme eher goutiert wird als auf dem Lande. Es gibt in der Politik genügend Vorstösse und Initiativen um dem ganzen Unsinn einhalt zu gebieten, leider kommen sie von der ach so bösen Partei ;-) c'est la vérité qui bless

    • Urs Schweizer am 01.10.2015 18:17 Report Diesen Beitrag melden

      Braucht es überhaupt noch Stadtplanung?

      In FR eine Wohnung zu bekommen ist kein Problem! Das ist Wohnungsbau auf Vorrat wg. der günstigen Bauzinsen. Und wenn nationale Anziehungspunkte wie das "Fri-Son" durch Umnutzungen wegfallen, braucht man in dieser Provinz auch bald nicht mehr zu wohnen. Stadtplanung heisst nicht alles zulassen. Wollte ein Unternehmen ein Freibad oder Hochhaus direkt vor die Kathedrale bauen, würde man sich zu Recht dagegen entscheiden. Wenn die verantwortl. Stadtplaner/Behörden in so einem einfachen Fall keine Lösung finden und nur Gesuche abwinken, wirken sie doch nur handlungsunwillig/-fähig; traurig.

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