In luftiger Höhe

18. Dezember 2012 20:11; Akt: 18.12.2012 20:11 Print

Für diesen Kiosk brauchts gute Sprungkraft

Zigaretten oder Kaugummis gefällig? Im Berner Lorrainequartier gar nicht mal so einfach - zumindest nicht an diesem Kiosk auf einem Balkon.

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Wer derzeit mit dem Zug von Osten nach Bern fährt, sollte kurz vor dem Hauptbahnhof gut aus dem Fenster schauen. Im Lorrainequartier, keine zwei Minuten Fahrzeit vor der Haltestelle, sticht auf dem Balkon eines Mehrfamilienhauses ein Kiosk (!) ins Auge.

Dem Betrachter wird schnell klar: Dieser Laden ist nicht primär auf Kundschaft ausgerichtet. Wer Kaugummis, Zigaretten oder eine Zeitung «kaufen» möchte, müsste sich ganz schön strecken, schliesslich ist die Auslage mehrere Meter über Bodenhöhe. «Ich hab meinen Augen kaum getraut, als ich dies sah», sagt Leser-Reporterin Florence Pillet. Schnell habe sie an eine Kunstaktion gedacht - und liegt damit goldrichtig.

Projekt von Zürcher Künstler

Die Installation ist Teil einer Serie des Künstlerprojekts «balk», das von November bis nächsten März auf mehreren Balkonen am Berner Randweg stattfindet. Der unbediente «Balkon-Kiosk» des jungen Zürcher Künstlers Thomas Moor dient dabei als «Anlass für eine kritische Hinterfragung der allzeitigen Verfügbarkeit des Konsums», wie das Kollektiv auf seiner Homepage schreibt.

Ob die Nachbarn bereits versucht haben, über das Geländer zu klettern, um an die ausgestellten Gegenstände zu gelangen, ist nicht bekannt. Sicher ist: Soviele Blicke wie in den nächsten Tagen werden ihren Balkonen kaum je wieder zuteil.

(fum)


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • McMoneysac am 19.12.2012 06:21 Report Diesen Beitrag melden

    Doofe Idee

    Auf eine so doofe Idee muss man zuerst einmal kommen...

  • Heinz Leumann am 18.12.2012 23:35 Report Diesen Beitrag melden

    Hallo

    ich habe mich heute Morgen echt gewundert ob in Bern schon ein ein Lottokiosk besteht für nach dem Weltuntergang, absolut der Hammer für jeden Zugspassagier :-)

  • Venty am 21.12.2012 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Kurt Felix

    Kurt Felix hat seinerzeit ja auch einen Kiosk in der Eigernordwand betrieben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • evamaria am 21.12.2012 17:27 Report Diesen Beitrag melden

    finde ich nicht schön

    gefällt mir überhaupt nicht !

  • Venty am 21.12.2012 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Kurt Felix

    Kurt Felix hat seinerzeit ja auch einen Kiosk in der Eigernordwand betrieben.

  • Ernst Walker am 19.12.2012 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    Ware Kunst

    Die Wa(h)re Kunst ist es bei dem Kiosk den Lottozettel auszufüllen und abzugeben!

  • @_all am 19.12.2012 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    hohe preise :-)

    da sind die hohen preise mal gerechtfertigt, hihi

  • C.B. am 19.12.2012 10:11 Report Diesen Beitrag melden

    Unerhört!

    Also was heute alles als Kunst bezeichnet wird ist schon unerhört. Und dafür kriegen die sogenannten "Künstler" vermutlich noch Bundesgelder zur "Kulturförderung". Eine so schlichte und doch eindrückliche Hausfassade zu verschandeln, unglaublich! Da lob ich mir noch die alten Künstler, die wirklich noch Kunst schufen wie Ferdinand Hodler, Albert Anker. ;-)

    • Papierlischweizer am 20.12.2012 20:03 Report Diesen Beitrag melden

      Kunst ist, wenn es zum Betrachten anregt

      Sie werden wohl auch die Werke Tinguelys als unerhörte Ansammlung von Schrott bezeichnen. Kunst kann alles sein. Kunst beschränkt sich nicht auf das Darstellen realer Dinge wie bei Werken eines Albert Anker und Ferdinand Hodler. Aber Abstraktion scheint in Ihrem Wortschatz wohl nicht vorzukommen. Ich finde die Idee genial, lässt sie doch den Betrachter innehalten und sich für ein paar Momente Gedanken machen, was wohl ein Kiosk auf dieser Höhe für einen Sinn macht. Und um genau das geht es bei Kunst eben auch, das Ansprechen von Menschen, und das tut diese Werk in bestem Sinn.

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