Mit Tochter (1) verschwunden

26. Januar 2016 10:01; Akt: 23.06.2016 16:00 Print

Gesuchte Mutter ist laut Kesb «psychisch labil»

Sarah Corbat holte im Oktober ihre Tochter aus dem Kinderheim ab. Weil sie das Kind nicht zurückgebracht hat, wird sie von der Polizei gesucht.

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Ende Oktober verschwand Sarah Corbat mit ihrer Tochter. Die Kapo Bern bittet nun die Bevölkerung um Mithilfe. (Bild: zvg)

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Seit Ende Oktober fehlt von Sarah Corbat und ihrer eineinhalbjährigen Tochter jede Spur. Die 35-Jährige hatte das Kind am Freitagnachmittag, 30. Oktober 2015 aus einem Kinderheim in der Region Berner Jura-Seeland abgeholt. Am Abend wurde die Kantonspolizei Bern darüber informiert, dass Corbat ihre Tochter nicht wie vereinbart wieder zurückgebracht hatte. «Es ist nicht auszuschliessen, dass sich Sarah Corbat mit ihrer Tochter zurzeit ausserhalb des Kantons Bern aufhält», schreibt die Kapo. «Wir ermitteln momentan in alle Richtungen, was den Aufenthaltsort der beiden betrifft», sagt Kapo-Sprecher Christoph Gnägi auf Anfrage.

Bevölkerung soll helfen

Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes wurde bis jetzt mit dem Zeugenaufruf zugewartet, heisst es bei der Kapo. Auch gehe man davon aus, dass keine akute Gefahr für das Kind bestehe. Da die bisherigen Ermittlungen der Kapo Bern aber erfolglos verliefen, bittet sie jetzt die Bevölkerung um Mithilfe. Sarah Corbat wird wie folgt beschrieben: Sie ist 35 Jahre alt, 172 Zentimeter gross und schlank. Sie hat dunkle Haare, die sie gelegentlich zu einem Pferdeschwanz zusammenbindet, und auffällig gezeichnete Augenbrauen.

Gegen Sarah Corbat wurde mittlerweile von der Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren wegen Entzug von Minderjährigen sowie Freiheitsberaubung eröffnet, so Gnägi weiter. «Man geht davon aus, dass die Mutter absichtlich mit dem Kind verschwunden ist.» Dadurch verletzte sie das Aufenthaltsbestimmungsrecht.

Mutter «psychisch eher labil»

Da die Tochter in einem Kinderheim in Biel lebte, ist die dortige Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) für sie zuständig. Deren Leiterin Henriette Kämpf sagt gegenüber dem «Bieler Tagblatt»: «Das Mädchen war seit seiner Geburt dort platziert, die Mutter verfügte über ein Besuchsrecht.» Corbat habe ihre Tochter regelmässig im Heim besucht und so eine Beziehung zu ihr aufbauen können. Dies habe bis zum 30. Oktober auch geklappt.

Kämpf bestätigt, dass nach aktuellem Kenntnisstand keine Gefahr für Leib und Leben bestehe – zumindest im Moment. «Mittelfristig ist sicher eine Gefährdung vorhanden.» Warum das Kind im Heim lebte, will Kämpf nicht sagen. Sie sagt einzig, dass Sarah Corbat als «psychisch eher labil» einzustufen sei.

Personen, die Angaben zum Aufenthaltsort von Sarah Corbat und ihrer Tochter machen können, werden von der Kapo gebeten, sich unter der Nummer 031 324 85 31 zu melden.

(aha/nc)