Baustoff in Fussböden

05. September 2011 22:02; Akt: 05.09.2011 21:10 Print

Giftiges Naphthalin in Schulzimmern

von Sophie Reinhardt - Berner Kinder waren in den Schulen jahrelang giftigen Stoffen ausgesetzt. Sanierungen sind nötig, werden aber nicht alle sofort vorgenommen.

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Die Kinder des Kindergartens am Haspelweg sind umgezogen. (Bild: mar)

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Der Mief nach Mottenkugeln hat die Berner Behörden auf die Spur gebracht: Der Geruch stammt vom gesundheitsschädigenden Teeröl Naphthalin. Der Baustoff wurde während Jahrzehnten in Fussböden eingesetzt, so auch in den Kindergärten Rossfeld und Haspelweg und der Schulanlage ­Manuel. «Naphthalin kann zu Unwohlsein, Reizempfindungen an Haut und Atemwegen sowie Kopfschmerzen führen», weiss Annemarie Tschumper vom Gesundheitsdienst. Obwohl die gemessenen Gift­konzentrationen nicht gesundheitsschädlich seien, bestehe Handlungsbedarf, nur schon des störenden Geruchs wegen. Insgesamt 95 Berner Schulanlagen mit Baujahren zwischen 1950 und 1980 könnten naphthalinverseucht sein.

Die Kinder des belasteten Kindergartens am Haspelweg sind in ein Provisorium umgezogen, das alte Gebäude wird ersetzt. Im Schulhaus Manuel wurden zwei Zimmer geschlossen, sie werden in den Herbst­ferien saniert. Dagegen ist die Sanierung des Kindergartens Rossfeld erst für 2012 vorge­sehen. Bis dahin muss die Schadstoffkonzentration durch regelmässiges Lüften vermindert werden. Null Verständnis dafür hat FDP-Stadtrat Christoph Zimmerli. Er fordert in einer Motion, dass alle Schul­anlagen bis Ende Jahr auf die Stoffe zu überprüfen seien. «In betroffenen Zimmern darf kein Unterricht mehr stattfinden», so Zimmerli.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Silvia Nussio am 06.09.2011 18:45 Report Diesen Beitrag melden

    Naphthalin. Die Dosis/Wirkungs-Lüge...

    Bei langfristiger Disposition kann die Zufuhr kleinster Einzeldosen die gleiche toxische Wirkung zeigen wie die Zufuhr einer hohen Konzentration dieses Stoffes in kurzer Zeit. Eventuelle Wechselwirkungen mit anderen Schadstoffen im Sinne einer Potenzierung bleiben dabei noch unberücksichtigt.

  • Michael Meienhofer am 06.09.2011 00:15 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist denn der Mann/ die Frau

    geblieben, die hier die Qualitätskontrolle macht ? Würde ein Privater gleich verfahren, hätte er ein Verfahren am Hals. Aber eben Mottenkugeln sind Mottenkugeln und beim Asbest haben manche Verantwortliche auch nichts gesehen, bzw. gerochen. Warum darf dann Naftalin überhaupt in solchen Bauten eingesetzt werden ? Aber eben, Bahnhof ist Bahnhof...

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  • Silvia Nussio am 06.09.2011 18:45 Report Diesen Beitrag melden

    Naphthalin. Die Dosis/Wirkungs-Lüge...

    Bei langfristiger Disposition kann die Zufuhr kleinster Einzeldosen die gleiche toxische Wirkung zeigen wie die Zufuhr einer hohen Konzentration dieses Stoffes in kurzer Zeit. Eventuelle Wechselwirkungen mit anderen Schadstoffen im Sinne einer Potenzierung bleiben dabei noch unberücksichtigt.

  • Michael Meienhofer am 06.09.2011 00:15 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist denn der Mann/ die Frau

    geblieben, die hier die Qualitätskontrolle macht ? Würde ein Privater gleich verfahren, hätte er ein Verfahren am Hals. Aber eben Mottenkugeln sind Mottenkugeln und beim Asbest haben manche Verantwortliche auch nichts gesehen, bzw. gerochen. Warum darf dann Naftalin überhaupt in solchen Bauten eingesetzt werden ? Aber eben, Bahnhof ist Bahnhof...