Sensationsfund

18. August 2016 14:29; Akt: 18.08.2016 20:18 Print

Hunderte Meteoritenteile im Berner Jura entdeckt

Forscher entdeckten im Gebiet Twannberg über 600 Fragmente eines Meteoriten. Es ist das erste Streufeld in der Schweiz und eines der grössten in Europa.

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Als die Bäuerin Margrit Christen 1984 beim Pflügen in Twann BE einen rostigen Stein entdeckte, dürfte ihr die Bedeutung ihres Fundes kaum bewusst gewesen sein: Beim Stück, das «auffällig schwer» gewesen sei, handelt es sich nur um eines von hunderten Stücken desselben Meteoriten.

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Der sogenannte Twannberg-Meteorit ist der grösste und schwerste aller acht in der Schweiz gefundenen Meteoriten – und der einzige, von dem mehr als ein Stück bekannt ist. Bis heute wurden insgesamt etwa 600 Fragmente davon gefunden und somit das erste Meteoriten-Streufeld der Schweiz entdeckt. Mit einer Grösse von fünf bis 15 Kilometern gehört es zu den drei grössten Streufeldern in Europa, wie das Forschungsteam des Naturhistorischen Museums Bern am Donnerstag in einer Pressekonferenz mitteilte.

Forschungsteam untersucht Streufeld

Beda Hofmann, dem Leiter der Erdwissenschaften am Naturhistorischen Museum Bern, leitete eine wissenschaftliche Untersuchung mit einem Forschungsteam und fast 50 Meteoritensammlern ein. Mit gezieltem Suchen sollte die Ausdehnung des Streufeldes erforscht werden. Drei Jahre später stellte er nun die ersten Erkenntnisse vor.

«Dank der Funde aus den Suchkampagnen können wir Grösse, Richtung und den Eintrittswinkel rekonstruieren», so Hofmann. So habe dieser vor etwa 160'000 Jahren die Erdatmosphäre in Richtung Südwesten durchbrochen und sei daraufhin in schätzungsweise weit über 1000 Teile zersplittert. Vorher war der sechs bis 20 Meter grosse Meteorit ungefähr 240 bis 250 Millionen Jahre im Sonnensystem unterwegs.

Äusserst seltener Fund

Damit nicht genug: Beim Twannberg-Meteoriten handelt es sich um einen äusserst seltenen Eisenmeteoriten der Klasse IIG. Davon gibt es weltweit gerade einmal sechs anerkannte Funde, wovon dieser möglicherweise sogar der grösste ist. «Es ist sehr überraschend, dass dieser Meteorit nach so langer Zeit noch so gut erhalten ist», sagt Hofmann. So könne man noch die Schmelzkrusten sehen.

Das Naturhistorische Museum Bern zeigt die gefundenen Meteorit-Fragmente nun in einer einjährigen Sonderausstellung. Die Forschungsarbeiten zum Twannberg-Meteorit und seinem Streugebiet werden weitergeführt.

(kaf)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Elisabeth fux am 18.08.2016 14:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ambra

    Auch wichtig währe das Ambra Team aus Murten zu erwähnen, die gelten doch als die Adresse für Metoriten in dieser Gegend ! Oder dürfen die aus rechtlichen gründen nicht erwähnt werden ?

  • Alain Surlemur am 18.08.2016 15:07 Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Warum ist der EISENmeteorit in den letzten 100.000 Jahren in der Erde nicht zu Rost zerfallen????

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  • Jurassier am 18.08.2016 15:45 Report Diesen Beitrag melden

    Nehmt Wasser mit

    Na ja, das wird ein Run werden. Liebe Leute, nehmt Wasser mit, wenn ich auf die Suche geht, denn im Jura gibt es fast keine Brunnen!! :-) Viel Vergnügen, falls es noch etwas hat!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • B.L. am 19.08.2016 23:08 Report Diesen Beitrag melden

    Faszinierendes Stück Eisen...

    ...v.a. beim Gedanken daran dass es aus dem All kommt! Dass der 1984 gefundene Meteorit nun aber auch noch entdeckt wird, ist das Sahnehäubchen. Hat das Zeitloch mit der Krümmung des Alls im Raumzeitkontinuum zu tun? Auf, auf, ins naturhistorische Museum - ironie off, die Werbung sei ihm gegönnt, und ja, auch ich war schon lange nicht mehr dort und werde da hingehen.

  • Klaus France am 19.08.2016 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    50-80 Tausend Franken wert

    ich weis einfach das der Meteorit wo die Bäuerin in den Händen Hält ca. 50-80 Tausend Franken wert oder noch mehr und die kleinen Stücke von Fr.5.--.Fr.80.--. ist je nach Qualität

  • Klaus France am 19.08.2016 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    nichts zutun

    Elisabeth Fux, die haben ja nur normale Glückssteine oder so aber mit Meteoriten hat das wirklich nichts zutun, aber die Funde ist eine Tolle Sache, bin auch Sonden-gänger,habe schon alles gefunden aber noch keine Meteoriten Gefunden ;-)

    • Elisabeth fux am 19.08.2016 21:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Klaus France

      Ähm, die haben ein eigenes meteoriten team, waren in russland vor ort mit ihren geräten, sind 3 monate pro jahr auf Meteoriten Jagd. Sind auch in biel gross dabei.

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  • Lilly Wolf am 19.08.2016 08:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jura Meteoren

    Wie ich verstanden habe, seien die schon 100 Jahre auf de oder im Erde von verschiedenen Gerten? Warum wurden sie nicht sofort entfernt und in Labor gebracht!man darf über Grenze keine Blumen oder sonst was importieren , wegen Ungeziefer unsw! Und bei uns liegen die stücke aus dem aal , ohne zu wissen , zu minderst was sie beinhalten, und ob sie auch mit sich was mitbringen! ????? Oder ist das nur Witz des Jahres ???

    • Alf am 19.08.2016 08:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lilly Wolf

      Mit ein bischen nach Denken oder dem www kommen Sie sicher selber auf eine Lösung. Viel Spass...

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  • hmmm am 18.08.2016 15:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    solche Dinger ( Steine) habe

    ich eine ganze Menge in meinem Garten beim umgraben gefunden, einen hab ich ins Haus genommen, die anderen sind wieder untergebuddelt.