Stettlen BE

24. November 2012 17:04; Akt: 25.11.2012 18:39 Print

Jäger brauchen Fuchs als Wegweiser

von J.Büchi - Ein Fuchs hängt am Samstagmorgen tot an einem Strassenschild im Kanton Bern. Ein Bild, das auch die Polizei beschäftigt. Die Verantwortlichen sind schnell gefunden, sehen in ihrer Aktion aber kein Problem.

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Leser-Reporter R. entdeckte das aufgehängte Tier.

Fehler gesehen?

Leser-Reporter R. musste zwei Mal hinsehen, als er am Samstagmorgen in Stettlen BE den Schwandiweg passierte. Am Wegweiser am Strassenrand hing ein Tier! Bei genauerem Hinsehen wurde R. klar: Es handelt sich um einen Fuchs.

«Er war auf eine Art Holzgestell gespannt – diese Konstruktion war dann am Metallpfahl des Schilds befestigt», erzählt R.. Das skurrile Bild beschäftigte auch die Berner Kantonspolizei. Beamte fuhren eigens nach Stettlen, um sich vor Ort selbst ein Bild zu machen. Die Polizisten nahmen den aufgehängten Fuchs herunter und beschlagnahmten ihn.

«Die Patrouille stellte fest, dass der Fuchs schon einige Zeit tot war. Vom Tier ging ein ziemlich starker Verwesungsgestank aus», erklärt Mediensprecherin Alice Born auf Anfrage. Da in der Gegend am Samstagmorgen eine Fuchsjagd stattfand, fiel der Verdacht schnell auf den entsprechenden Jagdverband. «Der zuständige Wildhüter wird das Gespräch mit den Leuten suchen», so Born.

Fuchs diente als Wegweiser

Und tatsächlich – auf Anfrage beim Berner Jägerverband ist das Rätsel schnell gelöst. «Wir haben den Fuchs als Wegweiser aufgehängt, damit die Jäger leichter zum Treffpunkt finden», erklärt Verbandspräsident Lorenz Hess. Er stellt aber klar: «Es war nicht das ganze Tier, sondern nur das Fell eines Fuchses, der vor einiger Zeit erlegt worden war.» Weshalb die Polizei von einem Verwesungsgeruch spricht, kann er sich nicht erklären.

Am ungewöhnlichen «Wegweiser» sieht er denn auch nichts Despektierliches. «Es gibt auch Restaurants, die den Gästen mit Fellen den Weg weisen», so Hess. Er habe auch keine negativen Reaktionen bekommen. «Die Fuchsjagd wird hier in der Gegend allgemein sehr positiv aufgenommen. Die Leute sind froh, wenn wir die Zahl der Füchse etwas reduzieren. Wenn wir unterwegs auf Hündeler oder Spaziergänger treffen, werden wir immer freundlich gegrüsst.»

Unter den 20 Leuten, die am Morgen an der Jagd teilgenommen haben, war laut Hess auch der Wildhüter der Region– jener, der laut der Polizei in den nächsten Tagen das Gespräch mit den Jägern suchen sollte. «Er hatte gar nichts auszusetzen am aufgehängten Fuchsfell», hält Hess abschliessend fest. «Es war eine gute und friedliche Jagd. Wir haben insgesamt fünf Füchse erlegt.»

Tierschützer sind entsetzt

Der Dachverband der Berner Tierschutzorganisationen hingegen ist entsetzt: «Ich verurteile diese Aktion aufs Schärfste. Die Jäger haben die Würde des Tieres verletzt. Es hätte andere Möglichkeiten gegeben, auf die Jagd hinzuweisen», so Präsidentin Alexandra Spring.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Arnold Patrik am 25.11.2012 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    Jeder Spaziergänger freut sich!

    den jeder Hündeler hat angst, dass aus "versehen" auf seinen Hund geschossen wird, und die Spaziergänger haben Angst um Ihre Katze zuhause! Dieses "Plakat" ist wirklich fehl am Platz.

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  • Armin Frei am 25.11.2012 08:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsensibel

    Herr Hess es gibt auch Menschen die nichts von ihrer Fuchsjagd halten und für diese ist ihr "Wegweiser" Provokation. Ferner hat auch ein totes Tier respekt verdient.

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  • lalala am 25.11.2012 12:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jaja

    was regt ihr euch den auf? bin kein jäger werde es auch nie sein aber wen so etwas stört der hat keine anderen probleme.... auserdem war es nur ein fell!

Die neusten Leser-Kommentare

  • SBCH am 27.11.2012 02:06 Report Diesen Beitrag melden

    Tier Felle

    Auf dem Foto Siet mann Dass Fell Schön. Der Verwesungsgeruch: Rich mal an einem nassen (Lebendem) Hund, Mmmmmh (Scheuslich).

  • GA Besitzer am 26.11.2012 20:50 Report Diesen Beitrag melden

    Wegweiser

    Strassenverkehr 2011 kanton bern 1185 füchse tot

  • Karl Müller am 26.11.2012 19:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was für eine Welt! 

    Was für eine Welt! Als Schweizer sollte einem die Jagd noch so einigermassen wichtig sein, dachte ich als ich diesen Beitrag las und stellte fest, dass es wegen einem gewöhnlichen Fuchsfell einen halben Aufstand gibt. Jedoch können Schwerverbrecher frei herumlaufen und niemand wagt ein Wort von sich zu geben!

  • Ruedi Motzer am 26.11.2012 17:38 Report Diesen Beitrag melden

    Felle

    Apropos Fell! Wieviel von denen, die hier lauthals schreien sitzen im Auto auf einem schönen Lammfell? Ist doch das gleiche oder etwa nicht? Wenn es nicht zum Heueln wäre, wäre es zum Lachen!

  • Danny am 26.11.2012 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    Übertrieben

    Übertreiben wir da nicht ein wenig? ".... die Würde des Tieres verletzt" ? Verletzen wir auch die Würde des Tieres, wenn wir tonnenweise Fleisch wegschmeissen, welches nicht verzehrt wurde? Sicher - es ist ein unschönes Bild. Und es gehört sich nicht. Vermutlich hätte ich die Typen angemault. Aber die Würde eines toten Tieres verletzt zu haben, ist nicht möglich. Das Tier bekommts ja nicht mehr mit und ich weiss nicht, ob seine Artgenossen, wenn sie den toten Kameraden sehen, in der Lage sind zu denken: "wie unwürdig". Tierschutz- und liebe ja - aber realistisch bleiben.

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