Kanton Bern

22. Juli 2017 10:40; Akt: 22.07.2017 10:40 Print

Je kleiner die Gemeinde, desto stärker die SVP

Die Nationalratswahlen 2015 und die Asylsozialhilfe-Abstimmung zeigen: Die SVP trumpft in den kleinen und ländlichen Gemeinden auf – und in der Stadt Thun.

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Er tut sich bei Abstimmungen und Wahlen immer wieder auf: der Stadt-Land-Graben. In ländlichen Gebieten wird im Allgemeinen konservativer gewählt und abgestimmt, in der Stadt progressiver. Das bestätigte sich unlängst wieder bei den Nationalratswahlen und der Asylsozialhilfe-Abstimmung, wie die «Berner Zeitung» berichtet.

Bei den Nationalratswahlen 2015 konnte die SVP im Kanton Bern einen Stimmenanteil von 33,1 Prozent verzeichnen. Am meisten auftrumpfen konnte die wählerstärkste Partei im Kanton in Horrenbach-Buchen (242 Einwohner) im Verwaltungskreis Thun mit 84,5 Prozent, gefolgt von Eriz (487) mit 75,8 Prozent, Schangnau (905) mit 75,4 Prozent und Habkern (644) mit 74,7 Prozent (siehe Grafik).

Stadt Thun mit über 30 Prozent SVP-Wähleranteil

Unangefochtener Leader am anderen Ende des Spektrums, mit den niedrigsten SVP-Werten, ist die Stadt Bern (131'554 Einwohner) mit einem SVP-Stimmenanteil von 12,4 Prozent, gefolgt von den Gemeinden Bremgarten (4385) mit 19,5 Prozent, Leubringen (2552) mit 19,7 Prozent, La Neuveville (3693) mit 20,0 Prozent und Köniz (40'214) mit 21,9 Prozent.

Übers Ganze gesehen zeigt die Verteilung: Je kleiner und ländlicher eine Gemeinde ist, desto besser schneidet die SVP ab. Eine Ausnahme bildet die Stadt Thun, mit 43'500 Einwohnern die drittgrösste Gemeinde im Kanton: Dort bringt es die SVP immerhin auf einen Wähleranteil von 30,8 Prozent.

94,5 Prozent der Horrenbacher gegen Asylsozialhilfe-Kredit

Dasselbe Bild präsentiert sich bei der Asylsozialhilfe-Abstimmung vom 21. Mai dieses Jahres (siehe Grafik). Die Vorlage, wonach für die Jahre 2016 bis 2019 ein Kredit von 105 Millionen Franken für die Asylsozialhilfe hätte gesprochen werden sollen, wurde im Kanton mit 54,3 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt. Der höchste Nein-Anteil fand sich wiederum in Horrenbach-Buchen mit 94,5 Prozent, dahinter folgen Lütschental (219 Einwohner) mit 90,9 Prozent, Wechseldorn (235) mit 88,2 Prozent und Därstetten (845) mit 87,4 Prozent.

Die grösste Zustimmung erfuhr die Vorlage in der Stadt Bern mit 28,5 Prozent Nein-Stimmen, gefolgt von den bernjurassischen Gemeinden Péry-La Heutte (1919 Einwohner) mit 34,4 Prozent und La Ferrière (544) mit 37,7 Prozent sowie Bremgarten mit 38,5 Prozent. Nein-Anteile unter 50 Prozent verzeichneten zudem die grösseren Gemeinden Biel mit 42,7 Prozent, Köniz mit 43,6 Prozent, Muri mit 46,3 Prozent und Burgdorf mit 47,2 Prozent.

SVP-Parole von SVP-Wählern gut befolgt

Die Stadt Thun fällt auch hier wieder etwas aus dem Rahmen: Dort belief sich der Nein-Anteil auf 55,4 Prozent.

Die ähnliche Verteilung bei Nationalratswahlen und Asylsozialhilfe-Abstimmung dürfte kein Zufall sein: Das Referendum gegen den Asylsozialhilfe-Kredit ergriff die SVP. In den ländlichen Gebieten, wo die Partei bei den Nationalratswahlen besonders gut abschnitt, wurde die Vorlage am deutlichsten verworfen.

(sul)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ein Leser am 22.07.2017 11:35 Report Diesen Beitrag melden

    Dafür bezahlt man weniger Steuern

    Dafür sind das auch die steuergünstigsten Gemeinden. Das sollte auch noch erwähnt werden. Die Linken können ja mit dem Steuergeld nicht umgehen und werfen es zum Fenster raus, für Migratenprojekte.

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  • gut gebrüllt svp am 22.07.2017 17:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    genau so eine gemeinde

    ja ich wohne in solch einer gemeinde,ja ich wähle svp und jaaaaa ich würde auch in der stadt svp wählen. der grund? setzt euch irgendwo in der stadt hin,schliesst die augen und höhrt zu.... ich bin kein rassist trotzdem fühle ich mich in meinem heimatland fremd. wir untwefen uns anderen kulturen und sind nicht bereit für unser land das wir oder zumindest ich liebe wie es ist oder war,dazu zu stehen und so zu wählen dass es noch lange so bleibt.... jeder soll seine meinung haben und diese auch vertreten dürfen. und danke an all die gemeinden die ihre nachbaren noch kennen und schätzen,dass sie so stimmen

  • Grizzly88 am 22.07.2017 12:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist leider so.

    Als ich in unserer Gemeinde in die Schule gieng war ich noch ziemlich Neutral, aber als ich in eine andere Schule wechselte Grössere Gemeinde, wurde ich immer mehr SVP Wähler. Hätte noch mehr gründe warum mann manchmall SVP Wählen solte!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • H.P. am 22.07.2017 21:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist eigentlich logisch...

    Jeder wählt doch die Partei, welche seine Interessen am stärksten vertritt... In den kleinen Gemeinden gibt es viel mehr Bauern, weshalb dort die SVP auch am ehesten gewählt wird, da die SVP bekanntlich die Bedürfnisse der Bauern vertritt (und auch jene von ein paar Reichen). In den grossen Städten sind die meisten Menschen im wirtschaftlichen, sozialen oder Dienstleistungssektor tätig und sind oft liberaler. Ihre Interessen und Bedürfnisse sind demnach ganz anderst gelegt. Deshalb wählen sie auch eher andere Parteien. Diese Tendenz gab es jedoch schon immer, das ist überhaupt nichts Neues.

  • Bürger am 22.07.2017 20:24 Report Diesen Beitrag melden

    Stadt der Alten

    Kein Wunder. THUN ist schweizweit als Stadt der Alten bekannt. Und auf dem Land hat man eine schlechtere Bildung, weniger Vergleichsmöglickeiten und weniger Kontakt mit Anderen. Darum kann die SVP mit der Angst einfacher spielen.

  • Chrigi am 22.07.2017 18:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SVP Hochburgen

    Das ist ganz einfach. Ist die Erfolgspartei in einer Ortschaft, so ist eine Knallharte Kontrolle angesagt. Andere Meinungen werden nicht geduldet. Auch gibts eine Kontrolle welche Handwerker ausgewählt werden. Es gibt nur eine Meinung Pasta. Darum haben in SVP Hochburgen andere keine Chance. Aber langsam Wird's wieder normal , mache merken das es nicht immer so ist wie es gepredigt wird.

  • nöö am 22.07.2017 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Logisch

    Je kleiner die Gemeinde, desto mehr Stimmenprozente haben am Stammtisch Platz.

  • gut gebrüllt svp am 22.07.2017 17:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    genau so eine gemeinde

    ja ich wohne in solch einer gemeinde,ja ich wähle svp und jaaaaa ich würde auch in der stadt svp wählen. der grund? setzt euch irgendwo in der stadt hin,schliesst die augen und höhrt zu.... ich bin kein rassist trotzdem fühle ich mich in meinem heimatland fremd. wir untwefen uns anderen kulturen und sind nicht bereit für unser land das wir oder zumindest ich liebe wie es ist oder war,dazu zu stehen und so zu wählen dass es noch lange so bleibt.... jeder soll seine meinung haben und diese auch vertreten dürfen. und danke an all die gemeinden die ihre nachbaren noch kennen und schätzen,dass sie so stimmen