Kampf um Ausbildung

07. November 2013 22:04; Akt: 07.11.2013 22:04 Print

Kanton Bern will Lehrlinge auf die Strasse setzen

von Alexandra Graber - Weil der Kanton sparen muss, stehen 250 LWB-Lehrstellen auf dem Spiel. Dagegen formiert sich jetzt Widerstand.

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Simon, Daniel und Jerica kämpfen für ihren Ausbildungsplatz. (Bild: asg)

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Die 250 Lehrlinge der Lehrwerkstätte Bern (LWB) rufen auf Facebook zum Protest auf: 1400 Personen haben sich ihnen im Internet bereits angeschlossen. «Ich konnte bei der LWB eine Lehre machen – diese Chance habe ich sonst nirgendwo bekommen», schreibt ein ehemaliger Lehrling. Und auch die Lehrer wehren sich gegen die drohende Schliessung: Sie wollen mit den Stiften friedlich vor dem Rathaus demonstrieren, wenn das Kantonsparlament am 20. November über ihre Zukunft diskutiert.

Desaster im Jubiläumsjahr

Sollte die Lehrwerkstätte geschlossen werden, bleiben die 250 Schreiner-, Maurer- und Metallbauerlehrlinge ohne Ausbildungsvertrag zurück. Und ab 2015 würden auch 30 Lehrer-Stellen dem Rotstift zum Opfer fallen.

Die LWB feiert dieses Jahr zudem ihr 125-jähriges Jubiläum – in den vergangenen Jahrzehnten hat sie sich im Kanton zu einer Institution gemausert: Die meisten Lehrlinge haben eine Lernschwäche oder können schlecht Deutsch. «Ohne die LWB würde die Hälfte von ihnen keine Ausbildung machen können», sagt Direktor Andreas Zysset. Dass 99 Prozent seiner Absolventen eine feste Stelle finden, macht ihn stolz. Der Kanton schnalle den Gürtel an der falschen Stelle enger: «Beschäftigungsprogramme für junge Arbeitslose sind teurer.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Brigitta Röthlisberger am 07.11.2013 22:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lehrlinge

    Wenn man aber mitbekommen hat, dass sie sich selber mehr Lohn gegeben haben grenzt das schon an Frechheit. Unsere Politiker werden immer schlimmer und schauen nur noch für sich und nicht mehr für die Bürger welche sie mal gewählt haben. Schande!

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  • Crassus, Bern am 07.11.2013 22:25 Report Diesen Beitrag melden

    Weg mit den Politikern

    Entlasst doch lieber das unfähige Parlament, dass sich fast 50% mehr Sitzungsgelder gegönnt hat. Für was zahlen wir Steuern? Um irgendwelche Politiker Cüpli Anlässe zu finanzieren? Für die Lichtshow auf dem Bundesplatz? Um Militärschrott zu kaufen?

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  • Uschi 48 am 08.11.2013 07:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das cha jo ned Eure Ernscht si !!!

    Schön und gut wenn man sparen will. Aber nicht über die Auszubildenden. Dann soll der Staat mal weniger ins Ausland spenden. Dann hat es wieder mehr im Topf für die Eigenen. Das kann doch einfach nicht wahr sein. Das man so was überhaupt in Erwägung zieht, ist schon fast kriminell.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Besserwisser am 08.11.2013 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    Prioritäten sind gesetzt

    Solange das Militär über genügend Geld verfügt, bin ich sicher, dass alles gut kommt!

  • Nohemi Glauser am 08.11.2013 13:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlecht informiert

    Viele der Lehrlinge der Lwb schliessen ihre Lehre mit Bestnoten ab. Daher haben wohl nicht grad alle eine Lernschwäche. Auch bildet die "Lädere" keine Maurer aus. Informiert euch doch mal bevor drauf los geschrieben wird.

  • Dani am 08.11.2013 13:32 Report Diesen Beitrag melden

    Politiker + Amts - Personen reduzieren

    Wenn schon, muss auf allen Stufen reduziert werden, und nicht beim schwächstem Glied in der Gesellschaft - so wie es in Griechenland - Spanien - Italien - Portugal usw. bereits an der Tages-Ordnung ist.

  • Manu am 08.11.2013 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    Da wird am falschen Ort gespart

    Ich finde es eine Frechheit, dass auf Kosten der Zukunft (die Jugend von heute ist unsere Zukunft!), gespart werden soll. Vielleicht sollten die Politiker mal an ihrem eigenen Lohn einsparen, wenn sie so in Nöten sind. Zuerst werden die Ferien in den Schulen verlängert, damit Geld gespart werden kann und jetzt noch Ausbildungsplätze streichen, wo soll das hinführen? Da sparen die Behörden und Politiker definitiv am falschen Ort!

  • Ausbildner am 08.11.2013 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    Tritt in den Hintern des Volkes

    Für Pseudokunst und Kultur wird Geld rausgeworfen, für unsere Zukunft, die Jugend, hingegen nicht? Wissen die denn wirklich nicht das sie "Volksvertreter" und nicht "Volks Treter" sind? Die haben jeden Realitätsbezug verloren. Kürzt denen mal den Lohn damit sie wieder runter kommen.