Winznau SO

04. Januar 2018 05:46; Akt: 04.01.2018 05:46 Print

Tierquäler schiesst Kater Bael an

Ein angeschossenes und mit Brandspuren versehrtes Büsi wurde in die Tierklinik eingeliefert. Der Tierhalter erstattet Anzeige und wünscht sich doch nicht, dass der Täter gefasst wird.

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Irgendwann am Silvester-Wochenende wurde die Katze übel zugerichtet.

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Normalerweise ist er höchstens 20 Minuten ausser Haus. Doch vergangenen Freitag kehrte der Kater Bael nicht mehr zu seinem Besitzer in Winznau SO zurück. Das machte den Tierhalter* stutzig und er gab bei der Schweizerischen Tiermeldezentrale (stmz) eine Vermisstmeldung auf.

Über Silvester geschah nichts und der Halter startete ohne sein Büsi ins neue Jahr. Wie er später erfahren sollte, wurde sein Kater Bael am Neujahrstag von der Finderin direkt in die Tierklinik Aarau West in Oberentfelden eingeliefert.

Feuerwerk ausgeschlossen

Tags darauf kam dann von der Klinik die Information: Bael hat die Nacht im Spital verbracht. Am Hinterkopf fehlt ein dreieckiges Stück Fell, das weggebrannt wurde.

Aber Silvesterfeuerwerk habe der Tierarzt ausgeschlossen, erzählt der Tierhalter, denn die Konturen seien zu exakt. «Die Brandwunde wurde eher mit einem Lotkolben oder Ähnlichem herbeigeführt.»

Ausserdem sei auf die Katze geschossen worden: «Allem Anschein nach hat jemand mit dem Luftgewehr auf das Tier gezielt und abgedrückt.» Die Projektile sind derzeit immer noch im Halsfell des sieben Monate alten Katers verkeilt.

Gebrochen ist nichts

Rausoperieren kann man die Munition aber erst Anfang nächster Woche. Eine leichte Lungenverletzung, die Bael ebenfalls von seiner Begegnung mit dem Tierquäler davongetragen hat, mache zurzeit eine Narkose unmöglich. Denn auch getreten wurde die Katze, gebrochen sei aber nichts.

Der Arzt empfahl dem Halter, Anzeige gegen Unbekannt wegen Tierquälerei zu erstatten. Dies hat er bereits telefonisch erledigt, und er plant, dies nächste Woche mit seiner Unterschrift noch offiziell zu tun.

Er sei extrem enttäuscht von der Gesellschaft und stinksauer, sagt Baels Halter gegenüber 20 Minuten, aber dass der Täter gefasst wird, das wolle er lieber nicht. «Sonst müsste ich mich mit ihm auseinandersetzen.»

*Name der Redaktion bekannt

(ber)