Für Forschung

14. Mai 2018 18:07; Akt: 14.05.2018 18:28 Print

Katzen-Halter sollen tote Mäuse einsenden

Das Naturmuseum Solothurn ruft dazu auf, für Forschungszwecke kleine Säugetiere einzuschicken. Vor allem Katzenhalter sollen die Beute von ihren Büsis einsammeln.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Sie fressen sie zwar meistens nicht und doch jagen Katzen sehr gerne Mäusen nach. Durch dieses Verhalten könnten die Stubentiger nun zu geschätzten Mitarbeitern des Naturmuseums Solothurn werden. Dieses sucht nämlich unter dem Motto «Zeig mir Deine Maus, Katze!» dringend nach Kleinsäugetieren wie beispielsweise Mäusen.

Das Ziel ist, mehr über Vorkommen und Verbreitung der kleinen Säugetiere in den Kantonen Bern und Solothurn zu erfahren, um dies in den neuen Säugetieratlas einfliessen zu lassen. «Für die meisten Leute ist die Maus ein Sammelbegriff für all das kleine, braungraue Getier, das flink am Boden herumrennt. Es gibt aber rund 35 Mausarten in der Schweiz», sagt Thomas Briner, Leiter des Naturmuseums Solothurn gegenüber dem «Regionaljournal» von SRF1.

Auch Siebenschläfer und Maulwürfe sind von Interesse

Nun werden die Katzenhalter, deren Haustiere die Kleinnager von Natur aus jagen, gebeten, die toten Tiere mit Angabe von Fundort und Datum einzuschicken. Weit verstreut über die beiden Kantone nehmen ausgewählte Tierärzte, Naturpärke und Naturmuseen die Funde entgegen und leiten sie ans Museum in Solothurn weiter. Dort werden die toten Tiere entweder morphologisch oder genetisch untersucht.

Doch nicht nur die über 30 Mäusearten stehen im Fokus, sondern auch andere Kleinsäugetiere wie Fledermäuse, Maulwürfe, Wiesel oder Siebenschläfer sind für die Forscher von Interesse. Das Projekt diene dazu, herauszufinden, wo es sich lohnen könnte, genauer hinzuschauen, erklärt Briner. Es gebe auch Tiere, die sogenannte Zeigerarten seien, wie die Wasserspitzmaus, die für saubere Gewässer stehe. Briner: «Dort, wo sie vorkommt, kann man etwa erkennen, dass es Lebensräume sind, die man erhalten muss.»

Aufwand für Beobachtungen wäre viel grösser

Von den Katzenhaltern werde zwar viel verlangt, wenn die Mäuse eingesammelt, eventuell gekühlt und später eingeschickt werden sollen. Aber: «Wenn wir Forscher all diese Mäuse in der Natur gezielt beobachten müssten, wäre das vom Aufwand her schlicht nicht realisierbar.»

Wieviele Einsendungen das Naturmuseum Solothurn erhalten wird, kann Briner noch nicht abschätzen. «Bei unseren internen Wetten gehen wir von wenigen Tieren bis zu ein paar hundert oder gar 1000 Mäusen aus. Wir lassen uns überraschen.»

(ber)