Getränke und Schoggi

08. Februar 2018 18:15; Akt: 08.02.2018 18:15 Print

Freiburg will Süsses aus Schulen verbannen

In einer Motion fordert der freiburgische Grosse Rat, dass in den Schulen keine Süssgetränke und Schokolade mehr verkauft wird. Das stösst nicht überall auf Zustimmung.

Kein Zucker an der Schule? Das halten Schüler davon. (Video: ber)
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Keine Schokoriegel und keine Softdrinks mehr an Oberstufen-Schulen: Das forderten zwei Freiburger SP-Grossräte in einer Motion. Obschon sich vier der fünf Fraktionen mehrheitlich gegen den Vorschlag aussprachen, wurde die Motion gestern angenommen, wie die «Freiburger Nachrichten» am Donnerstag schreiben.

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Darf man Süssgetränke und Schoggi in der Schule verbieten?

Als «überraschend» betitelt Motionärin Nicole Lehner-Gigon die Annahme: «Ich glaube, entscheidend waren die Ärzte im Parlament, die Zucker durchs Band als Gift bezeichneten», erklärt sie gegenüber 20 Minuten. Stein des Anstosses war für die SP-Frau das Übergewicht und die mangelhafte Ernährung der Schüler. Im Alter von 12 bis 15 Jahren könne man die Kinder noch dazu erziehen, etwas mehr auf die Ernährung zu achten, erklärt Lehner-Gigon. «Das ist unter anderem Aufgabe der Schule.»

Die Gegner monierten meist einen zu grossen Eingriff in die Eigenständigkeit. SVP-Mann Adrian Brügger: «Dass Schokoladeriegel und Softdrinks zu schlechten Essgewohnheiten führen, ist unbestritten», sagte er. Die Schulgebäude und ihre Einrichtungen sollten aber in der Kompetenz der Gemeinden bleiben.

Kontraproduktiv

Wäre eine solche Regelung auch in Bern denkbar? Madeleine Amstutz, Fraktionspräsidentin der Berner SVP, sagt: «Wir setzen auf die Eigenverantwortung der Schüler. Die Schulleitung soll entscheiden, welche Produkte angeboten werden.» Ausserdem sei ihr nicht bekannt, dass im Kanton Bern ein ähnliches Problem herrscht.

Elisabeth Striffeler, Amstutz' Pendant von der SP, sagt auf Anfrage, dass auch sie keine Kenntnis eines solchen Problems habe. Die SP-Frau findet aber: «Es ist kontraproduktiv, auf der einen Seite im Hauswirtschaftsunterricht auf gesundes Essen zu setzen und in den Automaten Süssgetränke und Schoggi zu verkaufen.»

«Keine Herkules-Aufgabe»

Die Umsetzung werde schwierig, gibt Lehner-Gigon zu, jedoch verfügten von 18 Oberstufen im Kanton lediglich fünf über einen «Zucker-Automaten», also sei es keine Herkules-Aufgabe. Von Seiten des Getränkeautomaten-Anbieters Selecta heisst es auf Anfrage: «Insbesondere Schulen können das Sortiment mitbestimmen. Zudem versuchen wir dort stets, ausgewogene Ernährung anzubieten.»

Der Ball liegt nun beim Staatsrat, an den die Motion weitergereicht wurde.

(ber)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Beobachter am 08.02.2018 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht gar nicht

    Wann endlich hört diese Bevormundung auf? Wann?!

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  • angelina am 08.02.2018 18:52 Report Diesen Beitrag melden

    unnötig

    seit wann gibt es das? ich bin froh, dass es bei uns noch nicht angekommen ist, vielleicht auch nie gibt! es ist völlig unnötig!

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  • kusi am 08.02.2018 23:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    scheinheilig?

    die ärzte sind gegen zucker aber ritalin ist ok?!?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Anonym am 19.02.2018 07:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gar nicht möglich

    Da Jael & ihre Generation ja noch vom Geld der Eltern schmarotzen und sicher kein Taschengeld bekommen (sie leisten ja auch nichts), können sie sich ja auch noch nichts kaufen - also ist diese ganze Diskussion hinfällig.

  • Barbara S. am 11.02.2018 16:20 Report Diesen Beitrag melden

    Super Size me -> dieser Film

    zeigt nebst Wirkung von Zucker auf Aktivität auch die Misere in vielen Schulmensen, wo oft auf gesponsertes Fast Food zurückgegriffen wird, um die Kids zu ernähren. Die Folgen, so die Meinung der im Film zitierten Experten, sind Jugend-Diabetes, Herz- und Kreislaufprobleme - der Konsument im lebenslangen Bann der "Golden Arches", wie das überdimensionierte Trademark-"M" der McDonald's-Kette in den USA genannt wird.

  • Heinz am 11.02.2018 13:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mars macht mobil

    Als bekennender SPWaehler muss ich nun sagen, dass diese Idee Schwachsinn ist. Darf man nicht mehr essen und trinken, was man will. Jetzt muesst ihr aufhören mit der Bevormundung. Bietet lieber 2 Std mehr Sport an

  • Franz Meier am 11.02.2018 06:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sektiererei

    Am liebsten mögen die Schüler/innen sicherlich Salat und Gemüse! Menschenskinder, macht doch nicht so ein Theater! Zucker lässt sich mittels künstlich gesüssten Getränken (light, blau, etc.) reduzieren! Und schlussendlich kann die Schokolade ja wohl auch auf dem Schulweg gekauft werden!

  • Tinu und Dänu am 10.02.2018 22:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sportlich

    Tönt gut! Vielleicht werden die Freiburger dank sportlicher Ernährung endlich mal Schweizermeister...