Vision für Bern

08. September 2015 05:50; Akt: 08.09.2015 05:50 Print

Kunterbunte Skulpturen sollen Touristen anlocken

von Nadine Ellis - Schlangen und Drachen entlang der Aareschlaufe: Bis 2035 sollen riesige Fabelwesen die Ufer säumen und das Stadtbild aufwerten.

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Septipus, der Krake mit den sieben Tentakeln im Berner Tierpark, soll Gesellschaft erhalten: Bald soll ein imposanter Schmetterfant die Besucher des Dählhölzlis begrüssen und sich eine Draboa durch die Aare schlängeln. Was sich anhört wie eine Szenerie aus einen Fantasiebuch ist jedoch eine Vision der Querdenkerin und Initiantin Cordelia Hagi, die bis 2035 umgesetzt werden soll.

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«Wir alle brauchen im Alltag mehr Fantasie», sagt die pinkgekleidete Initiantin. Sie wolle die Menschen wieder weg von den Smartphones und raus ins Grüne holen: Das Skulpturenprojekt Delia soll ein Kraftort mit vielen Farben, Mythologie, Fantasie und Spielerei werden», so Hagi. «Es wird jedoch kein Disneyland.» Delia sei Kunst und nicht kitschig: «Schlussendlich ist es nichts anderes als Erweiterung unserer Natur mit all ihren Farben», so Hagi.

Schlangendrachen, Gondeln und ein Hotel

Delia sind fixe Installationen aus Beton, die teilweise eine imposante Höhe von 80 Metern erreichen. Nebst Schmetterfant und Draboa bietet das Projekt weitere Highlights: Gondeln sollen von der Münsterplattform auf die gegenüberliegende Seite der Aare fahren, das Hotel Aarebär soll einen grossartigem Blick auf die Altstadt bieten und ein neuer Weg soll das Dählhölzli mit dem Bärenpark verbinden und zum Flanieren einladen.

«Es ist eine Vision, die verbindet, vielleicht auch polarisiert», sagt Andreas Bähler, Vereinspräsident des Projekts – entweder liebe man die farbenfrohen Gestalten oder man finde sie grässlich.

Am Anfang war der Septipus

Der Spatenstich zum Projekt wurde bereits vor neun Jahren gesetzt, als der Kindermagnet Septipus seinen Weg in den Tierpark Dählhölzli fand. Vor zwei Jahren entstand aus den weiteren Ideen für den Spielplatz schliesslich das Projekt Delia: «Bern ist jetzt parat, dass man es so umsetzen kann, wie ich es mir in meiner Vision vorstelle», erklärt Hagi.

Schnell konnte das Projekt neue Fans gewinnen – so auch Gemeinderat und Vereinsvizepräsident Reto Nause: «Ich war vom ersten Tag an begeistert. Ich denke, dass es eine logische Ergänzung zum Unesco-Weltkulturerbe ist.» Schliesslich habe Wien einen Hundertwasser und Barcelona einen Gaudí. Bern werde mit der städtebaulichen Vision Delia Hotspots verbinden und Ausstrahlungs- und Anziehungskraft entwickeln können.

Sind die Berner durchgeknallt?

So sieht dies auch Tourismusdirektor Markus Lergier: «Delia ist für mich eine farbige Umarmung der Altstadt. Wenn wir weiterkommen möchten, brauchen wir solche kulturellen Leuchttürme.» Tierparkdirektor Bernd Schildger outet sich ebenfalls als Fan: Aus einer Spinnerei – dem Septipus – habe sich schliesslich ein Magnet für Kinder entwickelt. «Vielleicht ist heute wieder so ein Moment, an dem alle sagen: Jetzt sind sie in Bern durchgeknallt. Das mag ja auch sein», so Schildger. Bern brauche jedoch Visionen und Delia erfinde Bern neu.

Noch ist Delia eine Vision, die sich nicht von heute auf morgen umsetzen lässt. Was deren Realisierung betrifft, zeigt sich Vereinspräsident Bähler jedoch zuversichtlich: «Wir haben sowohl das Committment von Stadt, Wirtschaft, Kultur als auch von der Politik.» Insbesondere die zeitnahe Realisation im Perimeter Tierpark sei sehr realistisch. Bähler ist überzeugt, dass man Investoren für das Projekt finden werde. Er selbst wird sich für die Realisierung stark machen: «Bern ist sehr traditionell. Es ist wichtig, dass man nicht verstaubt und Akzente setzt, die Leute fröhlich machen.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ulla am 08.09.2015 07:50 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich nicht!

    Die schönste Altstadt der Welt verkommt zu einer Mischung aus Disneyworld und Europapark. Die Altstadt, mit den Bergen im Hintergrund, die Aare in ihrer täglich wechselnden Gestalt brauchen keine "Aufwertung", sie sind echte Werte!

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  • Roman Bachmair, Naters am 08.09.2015 06:40 Report Diesen Beitrag melden

    Schrott und Kitsch-Künstler

    Wieder ein absolut sinnloser Kitsch von unbedeutenden "Künstlern". Zudem verstehe ich etwas anderes unter aufwerten des Stadtbildes, welches im übrigen so belassen werden kann. Allerdings kann man diesen Schrott montieren, wenn man die Touristen fern halten möchte.

  • K.l am 08.09.2015 07:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht schön

    Zu bunt für die stadt bern. Und vor allem kein bezug. Wird bern zum china town?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Berner Bär am 09.09.2015 09:03 Report Diesen Beitrag melden

    Gestört!

    Einfach nur "bireweich"! Tourismusdirektor Lergier soll sich überlegen, ob er nicht zum Phantasialand, dem Disneyland oder dem Eurodisney wechseln sollte... Mit dieser Verhunzung wäre die Stadt Bern dann wohl zu 100% weg von der Liste des Unesco Weltkulturerbes.

  • Nelly am 09.09.2015 08:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bern abwerten

    Ha,ha währe ein super 1.April scherz...ni und nimmer die schöne Natur verschandeln!

  • Chris am 09.09.2015 07:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na ja

    Wieder einmal jemand mehr, DIE sich ein Denkmal setzen will! Na ja, nicht meins!!!

  • Verona am 08.09.2015 22:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das .

    Kurz gesagt, schrecklich und unnötig!

  • Puppi am 08.09.2015 21:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zweckentfremdet

    Das ist reine Kunstbanauserei zu Wahlkampfzwecken.