Mann verletzt

28. November 2012 16:57; Akt: 28.11.2012 18:31 Print

Laserattacke auf Pilot in Bern

Ein 14-jähriger Junge hat einen Piloten und zwei Lokomotivführer mit einem Laserpointer geblendet und einen von ihnen damit verletzt. Der Jugendliche hat gestanden.

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Der Pilot eines Linienflugzeugs sowie zwei Lokomotivführer des Bahnunternehmens BLS sind am vergangenen Wochenende in Wabern bei Bern Opfer von Laserpointer-Attacken geworden. Zu Unfällen kam es nicht, doch mussten sich die Lokführer in ärztliche Behandlung begeben.

Den Piloten und die beiden Lokomotivführer geblendet hat ein 14-jähriger Knabe, wie die bernische Jugendanwaltschaft und die Berner Kantonspolizei am Mittwoch mitteilten.

Der Jugendliche gab in den polizeilichen Befragungen zu, mehrmals einen Laserpointer eingesetzt zu haben. Die Polizei beschlagnahmte seinen Leuchtstift. Der Knabe wird sich nun vor der Justiz zu verantworten haben.

Die beiden Lokomotivführer haben keine gesundheitlichen Schäden davongetragen und sind wieder einsatzbereit. Das sagte BLS-Sprecher Michael Blum auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Solche Angriffe auf Lokomotivführer kämen leider immer wieder vor. In diesem Jahr seien es knapp ein Dutzend gewesen. Ein Lokomotivführer sei einmal so stark geblendet worden, dass er heute dienstunfähig sei.

Weder die Kantonspolizei Bern noch der Flughafen Bern-Belp konnten auf Anfrage Aussagen machen zur allfälligen Gefahr, welche von der Laserattacke auf den Piloten ausging. Dieser befand sich mit seiner Maschine auf dem Anflug auf den Regionalflughafen Bern-Belp, als er vom 14-Jährigen geblendet wurde.

Schutzbrillen für Rega-Piloten

Laserpointer-Attacken auf Lokomotivführer oder Piloten haben in den letzten Jahren immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. So musste etwa im September 2011 bei Lausen BL ein Lokführer seinen Zug stoppen und ins Spital, nachdem ebenfalls ein Jugendlicher ihn mit einem Laserstrahl geblendet hatte. Die SBB musste einen Ersatzzug organisieren.

Im Oktober des letzten Jahres gab die Rega bekannt, sie werde ihre Piloten gegen solche Attacken mit Schutzbrillen ausrüsten. 2009 zählte die Rega sechs, 2010 elf Laserpointer-Attacken auf ihre Helis. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) sprach sogar von je rund 150 Fällen in den Jahren 2010 und 2011 in der ganzen Schweiz.

Im Oktober 2011 wurde in Vevey VD ein Mann zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt, weil er einen Offizier und einen Passagier in einem Militärhelikopter geblendet hatte. Der Mann wurde wegen Tätlichkeit und Störung des öffentlichen Verkehrs schuldig gesprochen.

Im Mai 2011 verbot der Bund den Verkauf von starken Laserpointern. Zudem wies der Bundesrat im April dieses Jahres das Departement des Innern an, bis Sommer 2013 einen Gesetzesentwurf über den Umgang mit nichtionisierender Strahlung auszuarbeiten, wie sie bei Laserpointern, Solarien und für kosmetische Behandlungen zum Einsatz kommen.

Bei einer Gesundheitsgefährung sollen Produkte und Anwendungen entweder verboten, eingeschränkt oder einer Bewilligungspflicht unterstellt werden können.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • androl am 28.11.2012 19:47 Report Diesen Beitrag melden

    spiegel der Eltern....

    solche Dinge sind der Spiegel unserer Geselschaft...und die Eltern geben sich oft lieber nicht mehr mit den eigenen Kindern ab, weil nicht gemütlich ,deshalb den Kids Elektroschrott in die Hände geben damit sie damit aber nicht sinngemäss umgehen, da ja kein Kurs und Einführung Elternseits gemacht wird....ja dann halt einfach die Kids wursteln lassen...und so kommen Dinge wie diese raus...Eltern macht endlich was¨!

  • Daniel am 28.11.2012 23:03 Report Diesen Beitrag melden

    Schadenersatz einfordern

    Tja, dann halt Papi und Mami kräftig zur Kasse bitten. Sie sollen die Behandlungskosten vollständig übernehmen. Wenn notwendig bis ans Lebensende abzahlen. Wenn der Bengel volljährig ist, geht die Schadenersatzforderung an ihn über. Nur über Geld lässt sich solches Gebahren steuern. Keine Gnade für solche Schandtaten.

  • Poodel am 28.11.2012 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist versuchter Mord!

    Er hat den Absturz des Flugzeuges bewusst in Kauf genommen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Roberto am 30.11.2012 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Schneeball

    Wenn ich denke, wie uns von den Lehrern und den Lehrern vor ca 35 Jahren ins Gewissen geredet wurde, als wir damals Schneebälle den Fahrzeugen nachgeworfen haben. Anschliessend wussten wir, dass wir sowas nicht machen sollen und sowas ernste Folgen haben könnte. Das Gleiche gilt auch für das Blenden mit einem kleinen Spiegel oder einer Taschenlampe.

  • Michael Meienhofer am 29.11.2012 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    Würden die Laserpointer beim

    Verkauf von nicht zulässigen Modellen gebüsst wie Kannabispflanzer, hätte die Justitz wohl die Sache schon längstens im Griff !

    • Hoodrich am 01.12.2012 14:13 Report Diesen Beitrag melden

      Duden

      1. Heisst es Cannabis und 2. kann man diese Laser in der CH gar nicht erwerben, die Laser werden vom Ausland in die CH gebracht!!

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  • Rolf Meier am 29.11.2012 00:02 Report Diesen Beitrag melden

    Gefahr wird unterschätzt

    Starke Laserpointer sind enorm gefährlich... so gefährlich, dass sich kaum ein Verwendungszweck finden lässt. Eigentlich sind das keine "Pointer" sondern Klasse 4 Laser. Gibt's normalerweise nur im Labor. Jetzt auch in den Händen von Jugendlichen...

  • Daniel am 28.11.2012 23:03 Report Diesen Beitrag melden

    Schadenersatz einfordern

    Tja, dann halt Papi und Mami kräftig zur Kasse bitten. Sie sollen die Behandlungskosten vollständig übernehmen. Wenn notwendig bis ans Lebensende abzahlen. Wenn der Bengel volljährig ist, geht die Schadenersatzforderung an ihn über. Nur über Geld lässt sich solches Gebahren steuern. Keine Gnade für solche Schandtaten.

  • Schlaffe Justiz am 28.11.2012 22:43 Report Diesen Beitrag melden

    Na ja

    so lange es für solch verbrecherische Handlungen die zu einem Flugzeugabsturz führen könnten eine läppische bedingte Geldbusse erhält macht das aber so was von keinen Eindruck.

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