Berner Schulen

10. November 2017 17:28; Akt: 10.11.2017 17:28 Print

Lehrer wissen nicht, wie Amok-Alarm funktioniert

Erst letztes Jahr wurden Millionen in die Installation von Amok-Alarmanlagen an Schulen investiert – und trotzdem wissen die Lehrer noch immer nicht, wie im Ernstfall damit umzugehen ist.

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Die Amok-Alarmanlage wurde letztes Jahr installiert und ist bereits wieder veraltet. (Bild: Urs Baumann/Berner Zeitung)

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Vor rund einem Jahr wurden drei Millionen Franken investiert, um Schweizer Schulzimmer mit einer Amok-Alarmanlage auszustatten. Bis heute wurde den zuständigen Lehrern jedoch noch immer nicht gezeigt, wie die Geräte zu handhaben sind.

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Training blieb aus

Der Gemeinderat sagte zwar, dass regelmässige Übungen obligatorisch wären, umgesetzt wurde das Training jedoch immer noch nicht. «Unverständlich, dass eine so grosse finanzielle Investition getätigt wird und sich dann so lange niemand dafür verantwortlich fühlt», so Lehrer und GFL-Stadtrat Manuel C. Widmer gegenüber der «Berner Zeitung». Er wisse nicht einmal, wie der Alarm klingt.

Die Schulen seien bereits 2015 in die Verfahrensweise des Alarmgeräts eingeführt worden. Schulleitungen erhielten dann laut Irène Hänsenberger, Leiterin des Schulamts, sogar den Auftrag, die Schulleitungen zu informieren. Nun werden die Geräte immerhin regelmässig durch die Installationsfirma per Fernkontrolle geprüft. Zudem wurde letztes Jahr an den Schulen eine Stelle des Sicherheitsbeauftragten geschaffen. Dieser ist nun dafür zuständig, die Alarmierungssysteme anlässlich der Schulungen zu prüfen.

System veraltet

Zum Zeitpunkt der Millionen schweren Anschaffung hatte die Schule ein anderes Netzwerksystem als jetzt. Somit ist die Technik der Geräte nach einem Jahr bereits wieder veraltet. «Man hätte mit der Investition warten sollen, bis ein Einführungsplan besteht», so Widmer. Eine Arbeitsgruppe sei nun jedoch dabei, an möglichen Varianten des weiteren Vorgehens zu arbeiten. Widmer: «Wichtig ist jetzt, dass die Anlage funktionstüchtig gehalten wird und dass die Lehrpersonen endlich instruiert werden.»

(nla)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Cyber am 10.11.2017 17:56 Report Diesen Beitrag melden

    Fass ohne Boden

    Das sind Zeiten, wenn Bund und Kanton (Bedag) mit Informatikprojekten tief in die Röhre schauen.

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  • aschi am 10.11.2017 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Politik schafft uns alle...

    Ist doch egal... Hauptsache jemand hat gut verdient. In der Schweiz spielt Geld doch keine Rolle.

  • Lexi Tschäppeler am 10.11.2017 18:32 Report Diesen Beitrag melden

    Beat-Rock

    Zum Glück sind die berner Reitschüler nicht während der Schulzeiten (nacht-)aktiv.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Alles wird gut am 11.11.2017 16:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine Schande

    Wie hat mir mal einer zurück geschrieben: wir müssen so gute Löhne bezahlen (Bund/Kanton/Stadt) damit wir die besten Leute kriegen. Die Resultate sprechen für sich und das laufend. Selbstverständlich fühlt sich keiner Verantwortlich, wie immer.

  • Oliver am 11.11.2017 14:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kümmert keinen

    16 Jahre gesamthaft an Schulen in der Schweiz gelernt. noch nie wurde erklärt, was bei einem Alarm, egal ob Feuer oder sonst was zu tun wäre, geschweige denn eine übung gehabt.

  • Tim am 11.11.2017 12:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Learning by doing

    Ich würde als Lehrer einfach mal mit der Anlage herumspielen und schauen wie das System reagiert. Nur so lernt man etwas.

  • herrje am 11.11.2017 11:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schwyz

    Dahin fliessen also die Mittel aus dem Finanzausgleich?

  • Coco Steve am 11.11.2017 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    Ultralinks

    Naja, die meisten Lehrer sind ja Ultralinks. Wird bei uns nicht passieren. In meiner Eigenheimsiedlung ist immer alles ruhig...im Dorf...irgendwo.