Müntschemier BE

16. März 2017 18:06; Akt: 16.03.2017 18:21 Print

Lokführer verhindern Zugskollision

Haarscharf entging der Kanton Bern im Februar einer Katastrophe. Beinahe prallten zwei Züge ineinander.

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In Müntschemier kollidierten beinahe zwei Züge miteinander. (Bild: Printscreen Google)

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Im bernischen Müntschemier ist es Mitte Februar beinahe zu einer Zugskollision gekommen, wie erst jetzt bekannt wird. Eine S-Bahn-Komposition fuhr in den Bahnhof der Seeländer Ortschaft ein, als sich gleichzeitig ein Güterzug in Richtung Hauptgeleise bewegte.

Die beiden Lokführer erkannten aber die Gefahr rechtzeitig und stoppten vor der Weiche ihre Kompositionen. Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Vorbericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle SUST hervor.

Tempo noch unklar

Auf Anfrage sagte dazu Christoph Kupper von der SUST, wieso es zu diesen entgegengesetzten Bewegungen habe kommen können, werde jetzt untersucht. Der Gefährdungspunkt sei die Weiche gewesen, bei der das Neben- und das Hauptgeleise aufeinandertreffen.

Mit welchem Tempo die beiden Kompositionen unterwegs gewesen seien, sei Gegenstand der Untersuchung. Dasselbe gilt für die Zahl der Passagiere in der S-Bahn-Komposition.
Die SUST habe den Vorbericht erst jetzt veröffentlicht, weil zuerst Vorabklärungen zur Bedeutung des Ereignisses nötig gewesen seien. Zudem informiere die SUST bei solchen Untersuchungen jeweils die Direktbetroffenen, bevor sie damit an die Öffentlichkeit gehe.

«Schwerer Vorfall»

Sie schätzt die Situation nun als «schweren Vorfall» ein. «Dass wir genauer hinschauen, verdeutlicht, dass wir dem Vorfall Bedeutung zuordnen», sagt Kupper.

Vier Personen sind in den Vorfall verwickelt: Ein Fahrdienstleister der BLS Netz AG, ein Lokführer der SBB Cargo AG, ein Rangierleiter der SBB Cargo AG und eine Lokführerin der BLS AG. Damit ist auch gesagt, dass drei Unternehmen betroffen sind, eben SBB Cargo, die BLS AG und die BLS Netz AG.

Die BLS, der die Infrastruktur in Müntschemier gehört, wollte sich mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht zum Vorfall äussern. Das sagte eine Sprecherin auf Anfrage.

(cho/sda)