Letzte Worte

22. Dezember 2017 05:50; Akt: 22.12.2017 09:45 Print

Die wohl witzigste Todesanzeige der Schweiz

Ein Subinger zeigt auch nach dem Tod Humor. In der Todesanzeige vermeldet er seine Adressänderung.

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«Ich möchte meinen Geschwistern, Freunden, Weggefährten und Bekannten meine neue Adresse mitteilen», so beginnt die Todesanzeige von Armin E.* Er ziehe am 28. Dezember ins Gemeinschaftsgrab auf dem Friedhof Subingen SO um, wie in der vorgestrigen Ausgabe von «Tages-Anzeiger» und «NZZ» zu lesen war.

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Obwohl sie die Anzeige aufgegeben haben, finden die Hinterbliebenen von E. die Anzeige nicht nur lustig. «Natürlich ist es nicht einfach, darüber zu lachen, aber es ist schwierig, einem Verstorbenen einen Wunsch abzuschlagen», sagt seine Partnerin gegenüber 20 Minuten.

Vor vier Jahren habe E. in der «Solothurner Zeitung» eine ähnliche Todesanzeige entdeckt: «Armin sagte zu mir, wenn es mal so weit ist, möchte ich das auch», erinnert sich seine Lebensgefährtin. E. habe die Anzeige während der ganzen Zeit in seiner Agenda aufbewahrt. Ende Oktober erst habe der Verstorbene seine Diagnose bekommen, danach sei es schnell gegangen.

Beliebte Schmunzler

Mit seiner Anzeige befindet sich E. in bester Gesellschaft. Im Netz herrscht ein kleiner Kult um witzige Todesanzeigen. So verfügt, zumindest in Deutschland, fast jedes grössere Medium über eine Sammlung aussergewöhnlicher Sterbeanzeigen.

Humorvolle Todesanzeigen haben es Christian Sprang besonders angetan. Der Deutsche betreibt die Internetseite todesanzeigensammlung.de Über 25'000 ungewöhnliche Todesanzeigen und unkonventionelle Familienanzeigen hat er bislang beisammen: «Von einigen Stücken meiner Sammlung bin ich unglaublich fasziniert», sagt der Rechtsberater zum deutschen Dom Radio.

Mit seiner Sammlung hat Sprang einen Nerv der Zeit getroffen. Das beweisen auch seine drei Bücher, die er bislang publiziert hat. Die erste Ausgabe, «Aus die Maus», erschien 2009 und wurde über 200'000 Mal verkauft.

*Name der Redaktion bekannt

(ber)