Bundesgericht

08. Januar 2018 17:31; Akt: 08.01.2018 17:31 Print

Mann verklagt Nachbarn wegen WLAN-Strahlung

Ein Mann aus der Region Olten zog gegen seinen Nachbarn bis vor Bundesgericht, weil er angeblich physisch unter den Emissionen von dessen WLAN litt. Das Gericht wies die Klage ab.

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Es dürfte einer der kuriosesten Fälle gewesen sein, den die Bundesrichter in den letzten Jahren zu verhandeln hatten. Ein Mann aus der Region Olten prozessierte gegen seinen Nachbarn. Grund war nicht etwa nächtlicher Lärm, sondern die Internetbox des Beschuldigten: Diese sende zu viel WLAN-Strahlung in sein Haus aus, so der Kläger.

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Der Mann klagte über Kopfschmerzen, Erschöpfung und Unkonzentriertheit. Um vor den Strahlen zu fliehen, richtete sich der Mann sogar seinen Schlafplatz auf einem Notbett unter der Kellertreppe ein – nach eigenen Angaben das einzige Fleckchen im Haus, wo die Strahlung nicht hinreiche.

Keine Verletzung gesetzlicher Vorschriften

Der Mann kam zum Schluss, dass es so nicht weitergehen könne. Also forderte er vor Gericht, dass die WLAN-Emissionen des Nachbarn dahingehend limitiert würden, dass keine Strahlung mehr ins eigene Heim dringen.

Das Bundesgericht liess den Mann jedoch abblitzen, wie die «Solothurner Zeitung» berichtet. Zum einen habe er ein Formular nicht unterzeichnet, das eine Messung der WLAN-Emissionen durch einen Fachmann erlaubt hätte. Zum anderen folgte das Gericht dem vorinstanzlichen Urteil des Solothurner Obergerichts. Schon dieses befand, dass die auf 50 Prozent Sendeleistung eingestellte Fritzbox gegen keinerlei gesetzliche Vorschriften verstosse.

Auswirkungen auf Gesundheit fraglich

Wie dem Bundesgerichtsurteil zu entnehmen ist, habe der Kläger versucht, die Gefährlichkeit von WLAN-Strahlen mit Warnschreiben, Empfehlungen diverser Ärztevereinigungen, Fachstellen und Experten zu belegen. «Ob und inwiefern von WLAN-Strahlung allenfalls Gesundheitsrisiken für den Menschen ausgehen, kann vor dem Hintergrund des aktuellen Wissensstandes in der Schweiz nicht als von offizieller Stelle anerkannt gelten», argumentierte das Bundesgericht.


(sul)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Waterpolo1s am 08.01.2018 17:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    .... unglaublich ... !!

    ... ich finde es unglaublich mit was das BUNDESGERICHT sich befassen muss!!!!

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  • EinLeser am 08.01.2018 17:42 Report Diesen Beitrag melden

    Selber ans Werk

    Soll der Kläger doch selber eine Metallschicht an seine Innenwand anbringen lassen, wenn er glaubt dadurch besser schlafen zu können. Die Strahlen kommen dann garantiert nicht mehr durch.

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  • Jan am 08.01.2018 17:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohje

    Es gibt schon immer mehr sehr spezielle Menschen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sonja MAX am 12.01.2018 16:40 Report Diesen Beitrag melden

    Wissenschaftler warnen for Elektrosmog

    Internat. Appell an UNO & WHO (Stand Jan-2016) fordern 218 Wissenschaftler aus 39 Ländern, viele davon Lehrstuhlinhaber die zu den Wirkungen der nicht-ionisierenden Strahlung des Mobilfunks forschen, in einem Appell an die UNO und WHO, sich in ihrem Umweltprogramm mit den Gesundheitsrisiken durch elektromagnetische Felder zu befassen: "Zahlreiche kürzlich erschienene wissenschaftliche Publikationen zeigen, dass EMF deutlich unterhalb der meisten international und national geltenden Grenzwerte auf lebende Organismen einwirken. Die Wirkungen umfassen ein erhöhtes Krebsrisiko, zellulären...

    • Sonja MAX am 12.01.2018 17:12 Report Diesen Beitrag melden

      Quellen-Angabe

      PS den Rest bitte selber nachlesen auf der Webseite von Diagnose-Funk. Es handelt sich um ein weltweites Problem, das wegen widerspruechlicher Interessen total verniedlicht wird. Da geht es wirklich nicht nur um ein paar arme Spinner. Leider dauert es viele Jahre bis die Auswirkungen auftreten, darum ist es auch so einfach, viele Menschen hinters Licht zu fuehren. Weil sie die Wirkung nicht spueren, verleugnen sie sie und machen sich ueber diejenigen, die bereits darunter leiden, auch noch lustig. Schon traurig.

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  • Berner Bär am 10.01.2018 08:07 Report Diesen Beitrag melden

    Und eine Modelleisenbahn?

    Verklagt der auch einen Nachbarn, der eine Modelleisenbahn hat? Die Loks sind ja auch Elektrogeräte...

  • Karl Matthys am 10.01.2018 04:42 Report Diesen Beitrag melden

    Mit und ohne WLAN Bestrahlung

    Den Unterschied zwischen einem unbestrahlten und mit WLAN bestrahlten Ort sieht man wunderbar hier: https://

  • Don Stefano am 10.01.2018 00:37 Report Diesen Beitrag melden

    Der Vorteil von Wireless Technologien

    Zuerst sollte man vielleicht mal Diskutieren warum man überhaupt Funktechnologie verwendet: Man verbraucht viel weniger teure Rohmaterialien. Deshalb kostet Kabel auch sehr viel, teures Material. Günstig wird man durch weglassen... Vor allem kann man den Schwermetall Anteil in der Infrastruktur reduzieren... Es ist also daher eine Technologie die sich sehr Positiv auf die Ökobilanz auswirkt.... Materialaufwand sparen, gleich Energie für die Herstellung sparen = Kosten sparen... ... Bei jeder Technologie gibt es Spinner, welche die Alternative nicht begreifen...

    • Kritiker am 11.01.2018 21:57 Report Diesen Beitrag melden

      Scheinbar richtig ist komplett falsch

      WLAN, DECT und sogar Mobiltelefonie sind KURZSTRECKENfunkdienste. Bei WLAN und DECT nicht mal 100m im besten Fall, bei GSM-3G ein paar km. Hauptdatenströme laufen in KABELN. Die Empfänger dafür (die EXTRA Energie brauchen!) benötigen einen ganzen Zoo von seltenen Metallen inkl. Gold, da ist Cu in Kabeln geradezu harmlos! Dieser Zoo sprich Elektroschrott braucht Hi-Tech um EINIGERMASSEN (mit RESTEN!) rezykliert zu werden, Cu ist da vgl.weise harmlos. Die Funktelefonie hat zu einem ZUSATZBERG an E-Schrott geführt während Kabel fast ewig leben! Wichtiger: Cu an Gebäuden = giftiges Regenwasser!

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  • Ehrlich Ernst am 09.01.2018 11:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einbildung

    wenn er sich solche Dinge einbildet muss es natürlich einen gesundheitsschädlichen Einfluss auf ihn haben.

    • EG Est am 09.01.2018 13:10 Report Diesen Beitrag melden

      Der Mensch ist leider kein Tier!!

      Das ist keine Einbildung, denn es gibt Leute die auf solche Strahlenbelastungen negativ reagieren. hoher Blutdruck etc. Wenn es sich um ein Tier handeln würde, wären alle gegen solche Strahlenbelastung!

    • Pete am 09.01.2018 15:21 Report Diesen Beitrag melden

      @EG Est

      Können Sie mir die entsprechende Studie nennen, in der die von Ihnen behaupteten Effekte festgestellt wurden?

    • Susanne G. am 09.01.2018 15:49 Report Diesen Beitrag melden

      Es gibt viele alarmierende Tierstudien!

      Die Kälberstudie des Veterinärmedizinischen Institutes der UNI Zürich, belegt 32% blinde Kälber bei Feldstärken zwischen 0.2 und 2V/m. ( ICNIRP-Grenzwert 60V/m (!) ).

    • Pete am 09.01.2018 16:58 Report Diesen Beitrag melden

      @Susanne G.

      Haben Sie die Studie (welches übrigens keine kontrollierte Expositionsstudie ist, sondern eine Feldstudie auf einem einzigen Bauerhof) überhaupt gelesen? Sie sagt nämlich nicht das aus, was Sie behaupten. Weder stimmt die Zahl von 32% blinden Kälbern, noch konnte ein ursächlicher Zusammenhang zur Mobilfunkbasisstation festgestellt werden.

    • Susanne G. am 09.01.2018 18:09 Report Diesen Beitrag melden

      Die Wirklichkeit spricht für sich selbst

      Doch Pete! (Pete..?) - Die Studie selbst ist korrekt. Bei der Auswertung wurde betrogen. Lesen Sie das Buch "Land im Strahlenmeer" aus der Schweiz, dann können wir gerne weiter diskutieren.

    • Pete am 09.01.2018 18:32 Report Diesen Beitrag melden

      @Susanne G.

      Ich rede ja auch über die Studie selbst. Inwiefern ist bei der Auswertung betrogen worden? Dass wir nicht einfach über die Primärliteratur diskutieren können und Sie darauf bestehen dass ich zuerst ein Propagandabuch (von einer Person die, nebenbei bemerkt, keinerlei Qualifikationen in einem relevanten Studienfeld hat) lesen solle um überhaupt mit Ihnen zu diskutieren spricht für sich...

    • Don Stefano am 10.01.2018 00:46 Report Diesen Beitrag melden

      Grüne Anti-Technologie Lobby

      @Pete: es gibt auch eine Anti "Mikrowellen-Lobby". Es gibt gegen alle Technologien, z.B. auch Diesel, auch Medikamente (Chlorhaltige Antibiotika) irgendwelche Lobbies die dagegen sind und sich für unglaublich Konstruktiv halten wenn man alles verbieten will. Gegen jede einzelne Technologie... Das schlimme ist, dass genau solche Leute bei den Grünen und Linken in die Parlamente kommen und die Fachleute in den Behörden und Firmen komplett sabotieren bei ihrer Arbeit mir absurden Gesetzen... (Null-Risiko, Null-Emmissionen... Es hat einen Grund warum es Grenzwerte gibt...)

    • Susanne G. am 10.01.2018 10:14 Report Diesen Beitrag melden

      Die echte Qualifikation heisst GMV!

      Oh, Herr "Pete" das klingt interessant! Es gibt so viel ich weiss, nur eine EINZIGE Webseite, die über das Doktorat der Autorin buchführt. Das ist eine Möchte-gern-Lobbyseite, die gezielt gegen Mobilfunkkritiker ermittelt, diese unter grossem zeitlichen Aufwand versucht, öffentl. zu diffamieren und zu verleumden, aber dabei beim deutschen Obergericht kontinuierlich abblitzt. Kein Wunder, freuen sich diese Leute, wenn es in der Schweiz nebenan mal schief geht. Erkannt!

    • Matthias Schäfer am 10.01.2018 10:16 Report Diesen Beitrag melden

      Betriebswirt

      Es gibt hunderte Studien dazu. Informieren sie sich über Strahlenschäden. Natürlich wird das weitgehend ignoriert. WLAN könnte das neue Asbest werden. Warten Sie ab, bis sie ins alter kommen und ihr Organismus mit den vielen vielen Umweltbelastungen nicht mehr klar kommt und Krebst bildet. Schon heute haben knapp 50% Krebs. Woher nur?

    • Pete am 10.01.2018 13:01 Report Diesen Beitrag melden

      @Susanne G.

      Interessant ist, wie sehr Sie sich auf eine Randbemerkung fixieren und beim Gegenüber krampfhaft eine Verbindung zu einer bösen Lobby herstellen wollen. Zusammenhänge zu sehen wo keine sind ist ein Grundbaustein für Verschwörungsmythen. In dem Fall haben Sie kein Interesse daran, über Studien, Fakten und Beweise zu diskutieren?

    • Pete am 10.01.2018 19:50 Report Diesen Beitrag melden

      @Matthias Schäfer

      Es braucht gar nicht hunderte Studien, je nach Standards würde eine schon genügen. Können Sie mir einen entsprechenden Titel angeben?

    • Xeno72 am 13.01.2018 16:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Susanne G.

      Was ist denn das, "das deutsche Obergericht"?

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