Schwerverletzte in Lugnorre FR

19. März 2017 16:59; Akt: 19.03.2017 17:19 Print

Mit Flex an Tresor hantiert – Explosion in Werkstatt

Bei einer Explosion in einer Werkstatt in Lugnorre FR sind am Samstagnachmittag ein Teenager und ein junger Mann schwer verletzt worden. Dorfbewohner sind geschockt.

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Scherben säumen das Trottoir vor dem Haus der Familie P.* im freiburgischen Lugnorre. Sie zeugen von der Explosion, die sich hier am Samstagnachmittag ereignete: «Der Knall war dumpf und laut, aber ich habe mir anfangs nicht viel dabei gedacht», sagt eine Nachbarin gegenüber 20 Minuten. Erst als ein Feuerwehrauto nach dem anderen heranbrauste und schliesslich auch Helikopter landeten, kriegte sie es mit der Angst zu tun: «Da wusste ich, dass etwas Schreckliches passiert sein musste.»

Der 16-jährige Sohn L.*, der Sohn der Familie L., war zusammen mit einem 22-jährigen Freund in der hauseigenen Werkstatt, wo die beiden laut der Kapo Freiburg mit einem Winkelschleifer an einem Stahlschrank hantierten. Aus bisher ungeklärten Gründen wurde dabei die Explosion ausgelöst. Beide Männer wurden schwer verletzt. L. wurde mit schwersten Verbrennungen in das Unispital Zürich geflogen, welches auf Verbrennungsverletzungen spezialisiert ist. Sein Freund aus dem Nachbardorf wurde mit der Rega ins Unispital Lausanne transportiert.

Wohnungen evakuiert

Gemeinderat Guy Petter war einer der ersten vor Ort. So etwas habe es im beschaulichen Dorf noch nie gegeben: «Wir mussten die Opfer versorgen, psychologische Hilfe leisten und Leute evakuieren.» Drei Nachbarswohnungen wurden aus Sicherheitsgründen geräumt. Spezialisten untersuchten den Landmaschinenbetrieb im Dorfzentrum auf weitere explosive Stoffe. Insgesamt standen am Samstag und Sonntag an die hundert Personen im Einsatz, darunter auch Sprengstoffspezialisten.

«Erst letzten Monat hat die Familie den Vater beerdigt»

Im Dorf ist die Anteilnahme gross. Die Familie P. wohnt schon lange im kleinen Ort nahe des Murtensees: «Es ist eine Tragödie. Erst letzten Monat hat die Familie den Vater beerdigt», sagt eine Anwohnerin. Warum es zur Explosion kam, kann sich hier keiner erklären, ein Nachbar vermutet jedoch: «In der Landmaschinen-Werkstatt stand sicher Diesel oder Benzin. Durch die Funken des Winkelschleifers kam es wohl zur Detonation.»

Laut der Freiburger Kantonspolizei laufen die Ermittlungen auf Hochtouren: «Wir haben bisher noch keine Informationen bezüglich Explosionsursache», sagt Sprecher Bernard Vonlanthen.

* Name der Redaktion bekannt

(cho)