Fahrni BE

25. Januar 2010 23:02; Akt: 26.01.2010 00:00 Print

Pionier setzt auf edle Stachys-Knollen

von Patrick Marbach - Während der Winter für Bauern nicht viel hergibt, kann Fritz Berger in Fahrni ernten. Gourmets sind begeistert von seinen Stachys.

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Fritz Berger erntet seine Stachys. (mar)

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Als Pionier hat Fritz Berger schon die inzwischen weit verbreiteten blauen und roten Kartoffeln wieder in die Schweiz gebracht. Nun hat er eine weitere Delikatesse entdeckt: Stachys heissen die länglichen, kleinen Knollen, die eher an weisse Raupen als an etwas Essbares erinnern. «Der Schein trügt: Stachys haben einen feinen, leicht nussigen Geschmack. Man kann sie roh geniessen oder in Butter anbraten», erklärt Berger.

Neben Feinschmeckern sind es vor allem Hobbygärtner, die Stachys kaufen, um sie dann selber anzupflanzen. Für 22 Franken pro Kilo verschickt Berger die Delikatesse in die ganze Schweiz – ungereinigt: «Dass viele Leute nicht mehr wissen, wie Gemüse richtig schmeckt, liegt daran, dass es viel zu früh gewaschen wird», erklärt er. Auf den Direktverkauf von Spezialitäten sei er auch aus Not gekommen: «Für viele Bauern heisst es: Wachse oder weiche», sagt Berger. Aber statt um jeden Preis zu expandieren und sich dann für die Bank abzuschinden, habe er lieber nach Nischen gesucht. «Als Rettung für die Landwirtschaft sehe ich die Stachys nicht, der Markt ist zu klein», betont Berger. Aber die arbeitsintensive Ernte eigne sich bestens, um die karge Winterzeit zu überbrücken.