Lauterbrunnen BE

21. Mai 2017 19:02; Akt: 21.05.2017 19:07 Print

Pro Natura sauer wegen «Bschiss» um Bike-Trail

Die Naturschutz-Organisation Pro Natura wirft einem Mountainbiker-Verein und den Jungfraubahnen illegale Bauerei beim Biketrail Grütsch-Lauterbrunnen vor.

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Mit einem Fest wurde am Samstag die erste Freeride-Strecke der Jungfrau-Region eröffnet. Nicht allen war jedoch ob es des 3,8 Kilometer langen Biketrails, der von der Grütschalp hinunter nach Lauterbrunnen führt, zum Feiern zumute. Pro Natura Berner Oberland fühlt sich vom Verein Bikestrecke Grütschalp nämlich über den Tisch gezogen. «Der Grütsch-Trail ist ein Grütsch-Bschiss», ärgert sich Vizepräsident Hans Fritschi.

Grund: Der Bike-Downhill entspreche zum Teil nicht den Plänen, die mit Behörden und Einsprechern ausgehandelt und in der Baubewilligung festgehalten worden seien. «Die Strecke ist zu breit und beinhaltet mehr Kunstbauten als vereinbart», erklärt Fritschi. Die Hindernisse auf dem Trail seien ausserdem zu gross ausgefallen.

«Baute widerspricht Bundesrecht»

Doch nicht nur das: Die Bergabfahrt verletze sogar Bundesrecht, weil unerlaubterweise eine Hecke im Gebiet Alpwäg abgeholzt worden sei. Für solche Eingriffe in die Natur müsse ein Ausnahmegesuch gestellt werden, was der Verein Bikestrecke Grütschalp jedoch unterlassen habe. «Die dachten wohl, das merke niemand», vermutet Fritschi.

Die Jungfraubahnen, ebenfalls Mitglied im Verein Bikestrecke Grütschalp, tragen als Presenting-Sponsor die Hälfte der Kosten an der Freeride-Strecke. Das mache die Abweichung von den Bauplänen noch unbegreiflicher, meint Fritschi. «Die Jungfraubahnen haben eine eigene Bauabteilung und sollten doch haargenau wissen, wie der Hase läuft.»

«Bikestrecke wurde abgenommen»

Pro Natura hat die Bauverwaltung Lauterbrunnen am 1. April 2017 über die Situation orientiert und Auskunft verlangt. Die oberländische Naturschutz-Organisation geht davon aus, dass die zuständigen Behörden von Gemeinde und Kanton inzwischen baupolizeiliche Massnahmen ergriffen und Strafanzeige eingereicht haben. «Falls dem nicht so ist, reichen wir eine Aufsichtsbeschwerde ein», sagt Fritschi.

Zu den Vorwürfen wollten gestern weder der Verein Bikestrecke Grütschalp noch die Jungfraubahnen Stellung nehmen. «Die Strecke wurde offiziell abgenommen, mehr gibt es nicht zu sagen», so Werner Imboden, Präsident vom Verein Bikestrecke Grütschalp.

Reibereien zwischen Wanderern und Bikern verringern

Der Verein Bikestrecke Grütschalp arbeitete seit 2009 an der Planung einer Freeride-Strecke. Im April 2014 wurde das entsprechende Baugesuch bei der Gemeinde Lauterbrunnen eingereicht und im August 2016 mit der Realisierung begonnen. 2015 hatte Pro Natura eine Einsprache gegen das Projekt zurückgezogen – weil man sich damals einigen konnte.

Mit der Freeride-Strecke werde ein Angebot geschaffen, «das einer steigenden Nachfrage entspricht», sagt Urs Kessler, Direktor der Jungfraubahnen, in einer Mitteilung. Auf den bestehenden Wanderwegen von Winteregg und Grütschalp nach Lauterbrunnen sei es zudem immer wieder zu Reibereien zwischen Wanderern und Bikern gekommen. Mit der realisierten Freeride-Strecke werde diese Situation deutlich verbessert.

(sul)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Luke am 21.05.2017 19:25 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist immer etwas nicht gut

    Hauptsache es kann irgendjemand irgendwie irgendwo irgendetwas bemängeln. Schade diese Missgunst :-/

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  • L.G. am 21.05.2017 19:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mimimimimi

    Ob die Strecke da ist oder nicht würde etwas ändern aber ob sie jetzt zu gross ist oder nicht wird nichts ändern.

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  • leo notter am 21.05.2017 19:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Inglaubwürdige Organisation

    Pro Natura passt das nicht, aber Wald roden für Windräder ist i.O. Pro Natura wird von mir und hoffe auch anderen kein Spendengelder mehr erhalten. Einfach unglaubwürdig diese Organisation.ä

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Andreas am 24.05.2017 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt Regeln und abmachungen.

    Es geht darum das die Regeln jeder einhalte muss. Ich musste ein Baugesuch einreichen Betreff Sichtschutz. Ich musste alles genau auf den cm machen. Und das gilt halt für alle. auch wenn es einen Verein ist. Das ist Demokratie und nichts anderes. Zudem müssen die Bauten auch so gemacht werdeb wie angegeben. Es kann mal vorkommen das es einen Noteinsatz gibt. Dann ist die Feuerwehr auf Plänen und Informationen angewiesen die stimmen müssen.

  • Fischer am 23.05.2017 14:14 Report Diesen Beitrag melden

    Anti pro

    Typisch Schweizer mit ihrem ganzklein karrierten Raster am reklamieren, ob der weg 15m da oder 15m dort durch geht, denkt doch mal Globaler. Gebt dem Fritschi mehr Geld und alle sind glücklich und er kann weiter Tiger Jagen. Bei Änderungen macht man Revisionspläne!

  • Polo Rosas am 22.05.2017 23:18 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht zu fassen

    Dass ist a witz von pronatura, biketrail ist a super sache fur die Region.hallo!!!

  • Peter Michel am 22.05.2017 22:41 Report Diesen Beitrag melden

    Wer Stoppt Fritschi

    Ja dieser Fritschi bekämpft auch noch den V Bahn in Grindelwald und nimmt so der verlust von X Arbeitsplätze und Hotel welche die Gäste ausbleiben in Kauf. Wer stoppt dieser Wahnsinniger endlich.

    • Marianne S. am 23.05.2017 09:49 Report Diesen Beitrag melden

      Pro Natura BRAVO

      Nein Fritschi darf nicht gestoppt werden! Ein Mann mit so viel Zivilcourage ist bei Pro Natura genau am richtigen Ort. Die Jungfraubahnen gehören gestoppt. Nur wer die Kesslerschen Ideen nicht mit Beifall vertreten mag ist deswegen noch lange kein Unmensch. Sondern jemand mit besonders viel Rückgrat.

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  • Ursli am 22.05.2017 22:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pro Natura Nein !

    Pro Natura gehört abgeschaft Immer diese Vögeli " Vögler" wäre es besser eine Motocross strecke zu Bauen ? Lasst doch die Biker in Ruhe