Stadt Bern

12. Januar 2018 13:40; Akt: 12.01.2018 16:14 Print

Rotes Leuchtsignal warnt vor schlechter Luft

An der Heiliggeistkirche wurden vor einiger Zeit grell leuchtende Neonröhren angebracht. Die Anzeige soll auf die Luftqualität der Stadt hinweisen und leuchtet entweder rot oder grün auf.

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Die rot leuchtende Anzeige warnt anhand von Messungen seit einigen Tagen vor der schlechten Luftqualität der Stadt Bern. (Bild: Screenshot aus Videobeitrag der «Berner Zeitung»)

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Seit einiger Zeit sind alarmierend rot leuchtende Neonröhren an der Front der Heiliggeistkirche gegenüber dem Berner Hauptbahnhof zu sehen. Die Lichtinstallation wurde vor einigen Tagen vom Verkehrsclub der Schweiz (VCS) angebracht, wie die «Berner Zeitung» berichtete.

Laut dem Leiter der Kampagne, Martin Widmer, leuchtet die Anzeige rot, wenn die Stickoxidkonzentration den Jahresmittelwert von 30 Mikrogramm pro Kubikmeter überschreitet. Würde der Stickstoffgehalt unter 30 Mikrogramm pro Kubikmeter fallen, könnten die Röhren auch grün leuchten.

Irreführung wegen ungeeigneten Standorts

Chef der Sektion Luftqualität beim Bundesamt für Umwelt (Bafu), Richard Ballaman, findet die Kampagne sei aus mehreren Gründen irreführend. Die Anzeige greife auf Daten einer Messstation zurück, deren angrenzende Strasse eng und stark befahren sei. «Die dort gemessenen Werte sind nicht repräsentativ für die durchschnittliche Luftqualität der Stadt Bern», sagt Ballaman zur «Berner Zeitung».

Die Stickstoffbelastung der Schweiz befindet sich nämlich auf einem guten Weg, wie gesammelte Daten des Bafu zeigen. Seit den 1980er-Jahren habe die Stickstoffbelastung konstant abgenommen und dank der Verschärfung von Abgasgrenzwerten sowie der Einführung von Katalysatoren bei Personenwagen hätten die Emissionen um 50 Prozent reduziert werden können.

Stickstoffbelastung bleibt ungesund

Trotzdem kann eine erhöhte Stickstoffbelastung laut Ballaman nach wie vor zu Erkrankungen führen und solle nicht verharmlost werden. Ganz so dramatisch, wie es an der Heiliggeistkirche scheinen mag, sei es dann aber doch nicht.

(20 Minuten)