Jugendschutz

12. September 2017 18:08; Akt: 12.09.2017 18:08 Print

SVP-Stadtrat verlangt Testkäufe für CBD-Gras

CBD-Hanf darf nicht an unter 18-Jährige verkauft werden – ebenso wenig wie Alkohol. Nun verlangt der Berner Stadtrat Henri Beuchat (SVP), dass die Stadt Geld spricht für Testkäufe.

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Die Kantonspolizei Bern soll mehr Geld erhalten, damit sie - wie beim Alkohol - auch CBD-Testkäufe mit Jugendlichen durchführen kann. Denn das legale Gras darf nur an 18-Jährige und älter verkauft werden. (Bild: sul)

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Bei der Vorbereitung zur Budgetdebatte vom kommenden Donnerstag im Berner Stadtrat ist Henri Beuchat aufgefallen, dass die Polizei für Alkohol-Testkäufe mit Jugendlichen 40'000 Franken Budget hat. «So kam ich darauf, dass man diese Testkäufe ja eigentlich auch beim CBD machen sollte.» Deshalb wird er zusätzliche 40'000 Franken für CBD-Testkäufe beantragen.

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«Ich dachte mir, dass unser linker Stadtrat für alles rund um Cannabis ja meistens Feuer und Flamme ist. Und wenn man schon Tür und Tor öffnet für den legalen Cannabis-Verkauf, dann muss man auch sicherstellen, dass Jugendliche unter 18 Jahren aber nicht so leicht drankommen.» Für ihn sei der Antrag auch ein Signal, «dass der Jugendschutz genau gleich wahrgenommen werden soll wie beim Alkohol».

Denn Beuchat glaubt, dass der Schritt von legalem CBD-Gras zu hochprozentigem THC-Hanf ein kleiner sei. «Wir müssen verhindern, dass Jugendliche schon vor 18-jährig so einfach an den legalen Hasch rankommen. Dort braucht es einen Schutzmechanismus, um so auch den Griff zu illegalen Drogen besser zu verhindern.»

Nach Durchfallen beim Test auch harte Sanktionen

Die logische Schlussfolgerung aus seinem Antrag sei, dass er auch verlangt, dass beim Durchfallen bei den Testkäufen die entsprechenden Verkaufsstellen «im selben Rahmen wie beim Alkohol sanktioniert werden», so Beuchat. «Und wenn jemand wiederholt erwischt wird, müsste man dann sogar den Verkauf in diesem Lädeli verbieten. So läuft es beim Alkohol ja auch.»

Im Kanton Bern werden Verkaufsstellen, die bei einem solchen Alkohol- oder Tabak-Testkauf von Jugendlichen durchfallen, verwaltungsrechtlich belangt. Zuerst erhalten sie eine Verwarnung, im Wiederholungsfall eine happige Busse und schlimmstenfalls wird dem Laden oder Gastrobetrieb der Verkauf für gewisse Zeit verboten.

Fachstellen befürworten den Vorschlag

Markus Wildermuth vom Blauen Kreuz Bern-Solothurn-Freiburg begrüsst den Vorschlag. «Solche Testkäufe zeigen eine starke Wirkung. Die Verkäufe an Jugendliche sind beim Alkohol stark runtergegangen, seit das gemacht wird.» Derzeit weiss er nicht, wie leicht Jugendliche an CBD-Hanf herankommen. «Wir haben selber geplant, das bald einmal zu testen. Sicher ist, dass bei den Tabak-Testkäufen die Verkaufsstellen von jeher schlechter abschneiden, also dass Jugendliche leichter an Tabakprodukte herankommen als an Alkohol.» Deshalb gehe er davon aus, dass sich dies bei CBD auch so verhalte.

Henri Beuchat glaubt, dass das Geld in der Budgetdebatte wohl gesprochen wird. «Da müssten auch die Linken dafür sein, ich sähe nicht ein, warum man dazu nein sagen sollte.» Zudem würde es seiner Meinung nach auch «ein schlechtes Bild abgeben, wenn man in einem Milliardenbudget keine 40'000 Franken für den Jugendschutz mehr übrig hätte».

Beuchat weiss jedoch, dass man damit nicht verhindern kann, dass ältere Kollegen für jüngere die CBD-Joints besorgen.
«Jugendliche kommen immer irgendwie an das Zeug ran, wenn sie wirklich wollen, aber wir müssen von Behördenseiten die Hürde möglichst hoch setzen und es den Jugendlichen möglichst schwierig machen, an diesen Grauzonen-Hasch zu kommen.»

(ct)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kiffsack am 12.09.2017 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    Only THC

    Dieser CBD Boom geht mir langsam auf die Nerven. Wer will dass schon rauchen. Raucht einfach normales gras wie es wächst und zwar mit THC.

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  • jaques am 12.09.2017 18:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Braucht es nicht!

    Ihr Polizisten würdet auch lieber die bösen Jungs da draussen jagen anstatt Verkehrsbussen zu verteilen und Testkäufe zu erledigen. Ich weiss das wäre halt mit etwas mehr Aufwand verbunden und auch lange nicht so profitabel wie Bussen zu verteilen. Geht ja auch nicht darum die Kriminalität zu senken sondern darum die Staatskassen zu füllen.

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  • Sepp Marley am 12.09.2017 18:15 Report Diesen Beitrag melden

    Freiwilliger tester

    Ich melde mich freiwillig als testraucher. Wenns mich High macht kaufe ich es für mich :-D

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mr. Spock am 12.09.2017 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die SVP geht mir langsam aber sicher aufn Senkel

    und das obwohl ich grundsätzlich viele Ansichten teile. Nun soll für son Blödsinn Kohle verschleudert werden, für CBD notabene. Wer will kann sich gleich THC aufm Schwarzmarkt besorgen, da will keiner einen Ausweis sehen. Gleichzeitig muss ich lesen das die Polizei pro Tag bis zu 7 Einsätze nicht durchführen kann, wegen Sparmaßnahmen und das nur schon in einem einzigen Kanton. Manchmal frage ich mich schon was in den Köpfen von Politikern vorgeht.

  • Raggii am 12.09.2017 19:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht durchdacht

    1. Wieso sollte ein Jugendlicher das Gras kaufen wollen? Zudröhnen kann man sich damit ja nicht und Alkohol ist sowieso billiger. 2. Wenn in den Läden strenger kontrolliert wird, so gehen die Jugendlichen eher zu einem Dealer, da sie da bekommen was sie wollen und es sogar noch berauschend wirkt. 3. Was ist denn das bitte für ein Argument, dass bei einem Milliardenbudget doch sicher noch ein paar 10'000 Franken für den Jugendschutz übrig sind? Dann könnte man noch für vieles Geld verlangen, da ja sowieso schon so viel ausgegeben wird.

  • Milance17 am 12.09.2017 19:42 Report Diesen Beitrag melden

    Kappiert es doch mal

    das ganze mit dem cbd ist ein witz da es teurer ist als normales grass. die politiker schnallen es einfach nicht und wollen es nicht wahr haben. gebt den kiffern ihr zeug da sie es e auf der strasse kaufen und mit den zusätzlichen mwst können wir einiges aufstocken bei der staatskasse anstatt dass das geld sinnlos ausgegeben wird für die tests. ich sags mal ehrlich man kann sich alles besorgen und die polizei kann nichts tun also wieso dann nicht legaliesiren und ein problem behoben damit. Stupid Politik

  • Neurotiker am 12.09.2017 19:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SVP und Steuergelder

    Aber mehr Kontrollen verlangen und gleichzeitig Steuern reduzieren. Irgend etwas daran ist schizophren!

    • Seppli vom VOLCH am 12.09.2017 20:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Neurotiker

      Haargenau genau meine Meinung! Danke!!

    einklappen einklappen
  • Ds am 12.09.2017 18:53 Report Diesen Beitrag melden

    Mit oder ohne

    Dieses Grünzeug "Hasch" zu nennen geht ja wohl gar nicht. Hasch wird gepresst...