Gemeindewahlen Lyss

12. September 2017 05:43; Akt: 12.09.2017 12:12 Print

SVP-Wahlplakate von Unbekannten verwüstet

Am 24. September wird das Gemeindeparlament in Lyss neu gewählt. In Gemeinde wird allerdings mit unschönen Mitteln gekämpft. Opfer: die SVP.

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Seit Wochen und Monaten läuft der Wahlkampf in Lyss auf vollen Touren. Denn am 24. September wird das Gemeindeparlament neu gewählt. Zu vergeben sind 44 Sitze. Es dürfte spannend werden.

Sechs Wochen vor den Wahlen dürfen die Parteien ihre «Köpfe» aufstellen – also die Kandidatenporträts. Diejenigen der SVP wurden jedoch systematisch zerstört. «Zuerst begann es mit Klebern auf den Plakaten, aber dann wurde die Gewalt sehr schnell immer gröber und die Plakate wurden zerschnitten und die Pfosten zerbrochen, sodass man sie nicht mehr brauchen kann. Das haben wir hier in Lyss so nicht gekannt», sagt Benjamin Schmid, Kandidat für den Lysser Gemeinderat und Mitglied des Vorstandes der SVP Lyss-Busswil.

Die Materialien der Wahlplakate wurden von den jeweiligen Kandidaten selbst finanziert. «Umso härter traf es die Kandidierenden persönlich», so Schmid. Immerhin: Die Vandalenakte hätten sich nicht gegen einzelne Kandidaten gerichtet, sondern gegen alle gleichermassen.

Ein Fünftel der Plakate zerstört

Von 150 Plakaten wurden innerhalb zweier Wochen 30 zerstört. «Zuerst verfügten wir noch über ein paar Reserveplakate, so konnten wir die beschädigten Plakate anfangs austauschen», sagt Schmid. «Doch der Vandalismus kannte keine Grenzen und immer wieder wurden ganze Standorte verwüstet.»

Der Schaden belaufe sich für die Kandidaten auf mehrere hundert bis tausend Franken. «Von der Arbeit ganz zu schweigen.» Vor allem die jungen Kandidaten, die sehr motiviert waren, würden die Anschläge schwer treffen. «Sowohl emotional wie auch finanziell. Denn manche studieren noch oder sind in der RS.» Einige der Kandidierenden würden nun erwägen, Strafanzeige gegen Unbekannt einzureichen.

Täter in linken Kreisen vermutet

Alle in der Lokalpartei seien erbost, so Schmid: «Gewisse Kreisen scheinen vermehrt mit Gewalt gegen Andersdenkende vorzugehen, statt wie in einer reifen Demokratie üblich das direkte Gespräch zu suchen.» Auf einem Plakat im Zentrum prangt ein Anarchisten-A, weshalb Schmid glaubt, dass linksextreme Kreise für den Vandalismus verantwortlich seien.

«Die stören sich vielleicht an unserem Engagement gegen das zweite Bundesasylzentrum in Lyss. Wir waren erfolgreich mit unserer Petition, das mögen sie uns vielleicht nicht gönnen», sagt Schmid. «Einfach erschreckend.»

Schmid ist überzeugt, dass auch seine direkten politischen Gegner aus der SP den Vandalismus verurteilen. Das bestätigt
Margrit Junker Burkhard, SP-Kandidatin für das Gemeindepräsidium Lyss, selber seit 2014 Grossrätin. «Es ist eine feige Art, sich auszudrücken und keine echte Auseinandersetzung.» Bisher sei die SP vor solchen Aktionen verschont geblieben. «Das liegt vielleicht auch daran, dass wir weniger extrem sind.»

Sie sagt pragmatisch: «Ich hoffe, dass die Sprayer dann wenigstens auch wählen gehen.»

(ct)