Drogenbericht

06. September 2013 16:20; Akt: 06.09.2013 16:33 Print

So viel kiffen und saufen die jungen Schweizer

von N. Jecker - Sechs Drinks, vier Joints und ein Päckchen Zigaretten: Die Fachstelle Safer Nightlife hat den Alkohol- und Drogenkonsum von Jungen während einer Partynacht unter die Lupe genommen.

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Saufen, Kiffen, Pillen: Die Schweizer Jugendlichen lassens im Ausgang krachen.

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Ein Ausgang ohne Alkohol und Drogen? Für viele junge Schweizer ist das kaum denkbar. Dies bestätigt jetzt der erste Report des 2011 gegründeten nationalen Kompetenznetzes Safer Nightlife Schweiz (SNS). Die Experten haben verschiedene Studien und Umfragen ausgewertet.

Umfrage
Was konsumieren Sie während einer Partynacht?
58 %
9 %
7 %
7 %
19 %
Insgesamt 23477 Teilnehmer

In einer Erhebung wurden rund 1000 Personen zwischen 15 und 29 Jahren befragt. Über 86 Prozent von ihnen konsumieren während einer Partynacht Alkohol, ein Drittel raucht und rund 16 Prozent kiffen. Am meisten trinken die Welschen (91 Prozent), gefolgt von den Deutschschweizern (87 Prozent) und den Tessinern (71 Prozent).

Auch was die Menge angeht, hat die französische Schweiz die Nase vorn: Hier konsumieren die Jungen an einem typischen Wochenendausgang 5,5 Drinks, die Deutschschweizr 4,6 Gläser und die Tessiner nur 2,8. Ab fünf Gläsern sprechen Präventionsleute und Mediziner von «exzessivem Konsum». Ein Fünftel der Jungen «glüht» ausserdem schon daheim vor. Im privaten Rahmen werden da vor dem Weggehen im Schnitt zwei Gläser zusätzlich gekippt.


Gefährlicher Mischkonsum und viele Blaufahrten

Mit dem Schwips alleine ist es für viele aber noch nicht getan. Zwei Drittel der von SNS Befragten greifen noch zu anderen Drogen, unter anderem zu Cannabis: Durchschnittlich drei Joints ziehen sich die Befragten pro Kopf und Ausgangsabend rein. Über 32 Prozent konsumieren sogar drei Substanzen: Besonders beliebt ist die Kombination Alkohol-Cannabis-Ecstasy. Neun von zehn Partygängern kennen denn auch die negativen Folgen des Konsums: Fast jeder zweite berichtet von depressiven Verstimmungen. Gleich viele hatten schon Probleme mit der Polizei. Jeder Dritte hält sich beim Feiern nicht an Safer-Sex-Regeln und fast jeder zehnte ist schon einmal in der Notaufnahme aufgewacht.

Besonders gefährlich: Auch wer mit dem eigenen Auto unterwegs ist, schaut häufig zu tief ins Glas. Drei Drinks genehmigen sich die Lenker im Schnitt, bevor sie sich hinters Steuer setzen.

Sex-Attacken auf betrunkene Mädchen

Ein Thema, dessen sich der Bericht besonders annimmt, sind Sexualdelikte unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol. Die Verfasser haben bei 20 Institutionen, unter anderem dem Giftnotruf, Opferberatungsstellen und Notaufnahmen, nachgefragt. Fazit: Bei rund einem Drittel der Stellen meldeten sich 2012 zwischen 11 und 20 Betroffene. Bei zwei Institutionen klopft sogar mehrmals im Monat ein Opfer einer Sex-Attacke an. Beim Rest waren es etwas weniger. Die Opfer sind hauptsächlich Frauen. Pro Jahr landen aber auch bis zu fünf Männer bei einer Beratungsstelle. Die meisten Übergriffe im Zusammenhang mit Alkohol oder Betäubungsmitteln erleben junge Frauen zwischen 18 und 25 Jahren. Am häufigsten geschahen die Sex-Attacken im Nachtleben oder bei jemandem zu Hause.

Bezüglich den Substanzen welche in Verdacht stehen, für ein Sexualdelikt genutzt worden zu sein, wurden mit jeweils 71 Prozent sowohl Alkohol als auch K.o.-Tropfen (GHB) genannt. «Oftmals wurde den Opfern gar nichts heimlich in den Drink getan, sondern die Täter haben einfach die Trunkenheit der jungen Frauen ausgenutzt», sagt Rapport-Mitverfasser Alexander Bücheli von SNS. Es sei also besonders wichtig, in der Prävention den Jugendlichen aufzuzeigen, dass schon alleine ein übermässiger Alkoholkonsum sie in eine solche Lage bringen könne.

Welche weiteren Massnahmen jetzt aus dem Bericht gezogen werden, sei noch nicht klar, so Bücheli. Fest steht: In den nächsten drei Jahren will man jährlich weitere Berichte zum Schweizer Nachtleben vorlegen, um einen Vergleich ziehen und neue Massnahmen entwickeln zu können.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • pascal am 07.09.2013 14:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sex,drugs & rock'n'roll

    wie sich die ober profis hier alle mit alkohol und cannabis auskennen, aber im leben noch nie einen tropfen getrunken oder je einen joint geraucht....aber hauptsache man kann die, die anders sind, verteufeln....nicht jeder sitzt am samstag abend zuhause um 10 uhr vor dem fernseher und trinkt seinen grüntee und isst seinen gruyere....denkt was ihr wollt...huete abend wird wieder mal die post abgehen

  • M.L am 07.09.2013 13:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kiffen Saufen Rauchen na und

    Hatte damals auch geraucht, gekifft und alk! jetzt mit 37Jahre Rauch nicht, Kiffe nicht und Alk kommt seltener vor.

  • Xoff Pardey am 07.09.2013 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    Wieder mal eine Statistik

    Mit Statistiken kann man so schön Unwahrheiten verbreiten. Es sieht in der Interpretation dieser Untersuchung so aus, als würden alle jungen Menschen sich so verhalten wie das der Grossteil der Untersuchten tut. Dem ist aber bei weitem nicht so. Aber wenn ich die Probanden für eine Untersuchung vor einer Disco suche, werde ich logischerweise entsprechende Resultate erhalten. Und am Ende werden aufgrund solcher Statistiken Verkaufsverbote für alle erlassen. Lächerlich!

  • Dr. Joint am 07.09.2013 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    Ja ja die lieben Kiffer

    Ich muss immer schmunzeln: Alk macht dumm, kiffen nicht. Obwohl ich auch gekifft habe, liebe Kiffer: Kiffen kann saudumm machen und paranoid dazu. Also, nicht zuviel, alles mit Mass!

  • coca am 07.09.2013 13:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    legalize it

    na und jetzt? wo ist euer problem? ich konsumiere was und wann ich will...das kann euch so was von egal sein....ich geniesse mein leben in vollen zügen, während ihr im büro vor dem pc herum sitzt und einen beitrag gegen drogenkonsumenten schreibt.. wie peinlich ihr seid

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