Staatsanwaltschaft ermittelt

29. Mai 2018 06:00; Akt: 29.05.2018 06:00 Print

Strafverfahren gegen «Kung Fu»-Chauffeur

Die Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland hat ein Verfahren gegen den Buschauffeur eröffnet, der im Dezember einen Fahrgast im Kung-Fu-Stil getreten hatte. Der Mann ist weiter im Dienst.

Diese Aufnahmen wurden 20 Minuten von einem Augenzeugen zugestellt. (Video: Leser-Reporter)
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Der Vorfall ereignete sich im letzten Dezember: In einem Postauto der Linie 101 von Bern nach Hinterkappelen kam es zur Auseinandersetzung zwischen einem Fahrgast und dem Busfahrer. Videoaufnahmen eines Augenzeugen zeigen, wie der Chauffeur in Kung-Fu-Manier nach dem Mann tritt.

Dafür steht er nun im Visier der Justiz. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Bern gegenüber 20 Minuten bestätigt, wurde am 27. Dezember eine Strafuntersuchung gegen den Busfahrer eröffnet. «Ermittelt wird wegen Tätlichkeiten und eventuell einfacher Körperverletzung», sagt Sprecher Christoph Scheurer. Der Fahrgast hatte nach dem Vorfall Strafanzeige gegen den Kicker eingereicht.

Busfahrer veprügelt Fahrgast

«Chauffeur war richtig aggressiv»

Wie der Betroffene damals gegenüber 20 Minuten erklärte, war eine Cheeseburger-Verpackung Auslöser des Streits. Weil er das Papier in den kleinen Abfalleimer geworfen hatte, der sich direkt neben der Führerkabine befindet, habe ihn der Chauffeur zurechtgewiesen und gemeint, dass dies sein privater Ghüder und er keine Putzfrau sei.

Nachdem der Fahrgast sich geweigert hatte, das Papier aus dem Abfall zu fischen, habe der Busfahrer es ihm in seine Tasche gesteckt. Das wiederum liess sich der Fahrgast nicht gefallen und warf das Papier auf den Boden – worauf der Streit eskalierte. «Aus heiterem Himmel hat er mir einen Faustschlag verpasst. Der Buschauffeur war richtig aggressiv, ich hatte Panik», sagte der Passagier. Wenig später habe der Chauffeur zum Kick angesetzt, der auf dem Handyvideo ersichtlich ist.

Kung-Fu-Fahrer weiter im Dienst

Aus Buschauffeur-Kreisen erfuhr 20 Minuten, dass der «Kung-Fu»-Fahrer, gegen den strafrechtlich ermittelt wird, seine Stelle behalten durfte. Postauto Schweiz bestätigt auf Anfrage, dass der Mann nach dem Vorfall «ein paar Freitage genommen» habe, nun aber wieder arbeite. Sprecher Urs Bloch: «Der Fahrer wurde nach dem Vorfall von seinen Vorgesetzten sorgfältig wieder an seine Tätigkeit herangeführt.»

(sul)