Bern

09. Mai 2017 16:28; Akt: 09.05.2017 17:49 Print

Storchen-Tragödie – drei Küken sind bereits tot

von Simon Ulrich - Von den vier Jungstörchen im Breitenrainer Nest ist offenbar nur noch einer am Leben. Schuld ist nicht nur das garstige Wetter, sondern auch das mangelnde Nahrungsangebot.

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«Storchen-Küken droht der Tod», titelte 20 Minuten vor gut zwei Wochen. Die traurige Prognose hat sich nun offenbar bewahrheitet: Wie die Bilder der Webcam auf Berner-storch.ch zeigen, findet sich von den vier frisch geschlüpften Vögeln nur noch eines im Breitenrainer Storchennest. «Die toten Küken werden von den Eltern normalerweise aus dem Nest geworfen», sagt Peter Enggist von Storch Schweiz zu 20 Minuten.

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Das kalte Wetter und der anhaltende Regen haben den Kleinen also zu stark zugesetzt. Doch auch das Nahrungsangebot liess laut Enggist in den letzten Tagen zu wünschen übrig. Die BEA habe die Situation nicht verbessert: «Die ganze Allmend war belegt und fiel für die Störche als Fundort für Futter somit weg.» Nahrungsquellen wie Käfer oder Regenwürmer seien ebenfalls versiegt, weil sie sich wegen der Kälte zunehmend in den Boden zurückzogen.

Eltern nonstop am Hudern

Immerhin seien die Überlebenschancen des verbliebenen Störchleins nun grösser als bei vier Nestlingen, sagte Enggist zum «Bund». Schliesslich muss es sein Futter nicht mehr mit drei Geschwistern teilen.

Das überlebende Junge ist mittlerweile zwei Wochen alt. Die Eltern kümmern sich vorbildlich um den noch schwachen Schützling: Während ein Teil permanent dem Hudern frönt – dem Wärmen und Beschützen –, fliegt der andere aus, um nach Nahrung zu suchen. «Im jetzigen Stadium braucht das Küken 50 bis 60 Gramm Futter», weiss Enggist. Ein ausgewachsener Storch verschlingt zwischen 500 und 600 Gramm pro Tag.

Wetterbesserung in Sicht

Die intensive Brutpflege ist nötig: Erst in der fünften Woche wachsen dem Störchlein Federn, sein Flaum spendet ihm keine Wärme. Je grösser das Junge wird, desto schwieriger wird es für die Eltern, es bei Regen und Nässe ausreichend zu schützen und zu wärmen.

Einen Silberstreif am Horizont gibts dennoch: Ab Mittwoch hält laut Meteo News der Sommer Einzug in der Schweiz – zumindest für drei Tage. Am Freitag soll das Quecksilber gar auf 23 Grad steigen. Das freut Storch und Mensch gleichermassen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • MadChengi am 09.05.2017 16:55 Report Diesen Beitrag melden

    Tierfreunde-Petition!!!

    Bitte liebe Stadtgärtner landesweit: Hört auf Hecken, Büsche und Haine inkl. Brut- und Nistplätze etc. Natur für Vögel und Kleintiere zu zerstören!

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  • Pete G. am 09.05.2017 16:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hudern

    Hudern ist nicht der Fachbegriff für Brüten, sondern für das wärmen der Küken. Bebrütet werden nur die Eier.

  • Mutter nature am 09.05.2017 17:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Tragödie, sondern der Lauf der Dinge

    Es ist normalste und natürlichste der Welt, wenn es zu wenig Futter gibt oder es zu kalt ist, dass dann viele Tiere nicht überleben. Nicht ohne Grund werden bei Störchen, öfters mehr als zwei Eier gelegt. Die Mutter Nature hat vorgesorgt, würden immer alle überleben, gäbe es zuviele von dieser Population und hätte ebenfalls negative Auswirkungen auf andere Tierarten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Uschi am 10.05.2017 12:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Storchen Küken

    Es macht mich traurig, hoffe das trotzdem ein paar Küken dem Wetter trozen konnten.? Schade

  • Doris K am 10.05.2017 10:09 Report Diesen Beitrag melden

    Unnatürlich und schade

    Die Seen sind zu sauber und damit natürlich auch die Aare. Trinkwasserqualität ist keine Nahrungsgrundlage für Fische. Schade. Aber ändern tut sich da nichts, da schauen die Umweltbehörden schon dazu.

    • loquito am 10.05.2017 17:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Doris K

      Aha unnatürlich... Und wer verschmutzt denn das Wasser natürlicherweise?

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  • Faules Schwein am 10.05.2017 08:55 Report Diesen Beitrag melden

    Leben und Sterben lassen

    So brutal es sich anhören wird, aber die Natur geht ihren eigenen Lauf und regelt wie es passt. Leider gehört auch das Sterben der Jungtiere dazu.

  • Swissgirl am 10.05.2017 06:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Füttern, über die arge Zeit hinweghelfen

    Füttert die drei Störche mit Hackfleisch. Denn nicht nur das Junge hungert, auch die Eltern.

  • Tom Screamer am 09.05.2017 21:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so ist die Natur

    von 39 Geparden-Jungen überlebt eines. So ist die Natur, so war es immer. Wie diese Themen vermenschlicht und für das Ein und Alles erklärt werden ist geradezu abstossend...

    • L. Ogiker am 10.05.2017 08:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tom Screamer

      Klar. Und wenn der Tom Screamer das nächstemal ganz heftige Schmerzen und eine Blinddarmentzündung hat und damit erwartungsfroh zum Onkel Doktor rennt, wird ihm dieser sagen: "Tja, mein Gutester, gibt nix! Das ist die Natur!". Mal kucken, wie sich der Genosse Screamer dann freut! Endlos freut!

    • Meri123 am 10.05.2017 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tom Screamer

      ja, so ist die Natur. Würden die Gesetze auch nur ein kleines Bischen beim Menschen angewendet werden, unserem Gesundheitssystem würde es bedeutend besser gehen

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