Berner Nord-Quartier

11. September 2017 16:14; Akt: 11.09.2017 17:21 Print

Studierende sollen Leben ins WankdorfCity bringen

Im Norden Berns wird wieder kräftig gebaut. Neben Wohnungen für Studierende soll auch ein Hotel im neuen Quartier entstehen.

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Im neuen Berner Stadtviertel WankdorfCity fahren wieder die Bagger auf. SBB, Mobiliar und die Stadt Bern haben am Montag gemeinsam den nächsten Ausbauschritt eingeläutet. WankdorfCity sei ein Meilenstein in der Stadtentwicklung, erklärte Stadtpräsident Alec von Graffenried beim Spatenstich. «Hier entsteht ein modernes, urbanes und gut erreichbares neues Stadtquartier.»

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Der erste Entwicklungsschritt ist bereits abgeschlossen. Auf dem ehemaligen Schlachthofareal entstand ein Dienstleistungszentrum mit rund 4500 Arbeitsplätzen. Unter anderem befinden sich hier die neuen Konzernsitze von SBB und Post.

Nest für SBB-Informatiker

Nun wird WankdorfCity in östlicher Richtung erweitert. Die Stadtberner Stimmberechtigten machten dazu vor gut einem Jahr den Weg frei. Zum einen erstellt die SBB ein Betriebsgebäude für ihre Informatik. Rund 1800 Mitarbeitende werden hier ab 2020 ihren Arbeitsort haben. Sie sind heute auf fünf Standorte im Raum Bern verteilt.

Die SBB verfolgt also ihren Weg der Standortkonzentration weiter. Zugleich wollen sie die Fläche möglichst effizient auslasten: Wie das Personal am SBB-Hauptsitz werden auch die Informatiker über keine fixen Arbeitsplätze mehr verfügen.

Wohnungen und ein Hotel

Zum zweiten Ausbauschritt in WankdorfCity gehört auch das Projekt der Mobiliar, welches rund 100 Millionen schwer ist: Geplant sind nebst Läden und Büros auch 72 Wohnungen, ein Hotel sowie 158 Wohneinheiten für Studierende und Lehrkräfte. Als Investorin will sie bis Ende 2019 mit dem Gebäudekomplex «Trio» zusätzliches Leben ins Quartier bringen.

Gewünscht: Mehr Lärm in der Nacht

Das ist auch im Interesse der lokalen Anwohner: «Nach Feierabend und am Wochenende ist es im WankdorfCity menschenleer», sagt Thomas Ingold, Präsident Leist Bern Nord. Er hofft, dass mit dem Hotel und den Wohnungen für Studenten etwas Leben in den Quartierrand kommt.

Nach Ingold hat es im Stadtkreis 5, zu dem auch das WankdorfCity gehört, jedoch noch mehr Platz für Wohnraum: «Die vielen Arbeitsplätze, die mit der zweiten Ausbauetappe im WankdorfCity geschaffen werden, sind eine positive Entwicklung. Noch besser wäre aber, wenn die Arbeitskräfte auch hier im Quartier wohnen würden.» Das würde auch den Pendlerverkehr entlasten.

Derzeit erinnere ihn das neue Quartier noch etwas zu sehr an eine Asphaltwüste: «Es ist alles schön und modern, aber es fehlt noch etwas an Bäumen und Rasenflächen – zumindest wenn man dort 365 Tage im Jahr wohnen soll.»

Baufirma mit Heimvorteil

Losinger Marazzi wird sowohl das SBB-Gebäude als auch den Gebäudekomplex «Trio» erstellen. Das Bauunternehmen hat seinen Hauptsitz ebenfalls im Wankdorf.

(cho/sda)