Berner Hochbrücken

08. November 2012 23:37; Akt: 08.11.2012 17:57 Print

Suizid-Netze: Es droht ein ewiges Provisorium

von Adrian Müller - Die Stacheldraht-Notlösung bleibt weiter an Berner Brücken hängen. Politiker wollen dies nicht einfach hinnehmen.

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Das Drahtzaun-Provisorium auf den Brücken bleibt den Berner noch unbestimmte Zeit erhalten. (Bild: meo)

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Vor drei Jahren montierte die Stadt in einer Hauruck-Übung Drahtzäune an der Kornhaus- und der Kirchenfeldbrücke, um die Anzahl der Suizide zu senken. Mit Erfolg. Eigentlich sollten bereits 2013 die definitiven Netze stehen. Doch der Berner Gemeinderat hat gestern beschlossen, das Geschäft um zwei Jahre bis Mitte 2014 zu verschieben. Grund: Das Projekt habe sich von 6 auf 8,3 Millionen Franken verteuert, wegen der angespannten Finanzlage müsse das Provisorium vorerst genügen.

Ex-Stadtrat und Motionär Erich Hess (SVP) ist enttäuscht. Er hatte 2009 den Vorstoss eingereicht, weil vor seinen Augen ein Selbstmörder in die Tiefe gesprungen war. Für ihn sind zwar Menschenleben wichtiger als Ästhetik. Aber: «Aus dem hässlichen Konstrukt droht ein ewiges Provisorium zu werden. Das ist eine Schande für unser Unesco-Weltkulturerbe.» Auch die Stadtberner Denkmalpflege ist besorgt: Längerfristig brauche es eine Lösung, die auf das Stadtbild Rücksicht nehme, so Denkmalpfleger Jean-Daniel Gross.

Nicht auf lange Bank schieben

Daniela Lutz, GFL-Stadträtin und Vorstandsmitglied des Berner Bündnisses gegen Depression, will den Gemeinderatsentscheid nicht akzeptieren. «Ich bezweifle, dass die Stadt in zwei Jahren mehr Geld hat. Die neuen Netze dürfen nicht auf die lange Bank geschoben werden.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • tomastomi am 10.11.2012 11:30 Report Diesen Beitrag melden

    Denkmalpflege(r), wo seit Ihr?

    Will man in der Stadt Bern eine Liegenschaft sanieren, spricht u.a. auch die Denkmalpflege der Stadt Bern ein Machtwort. So dürfen z.B. auch Dachflächenfenster nicht irgend eine Grösse aufweisen. Luftaufnahmen könnten ja eine Verschändelung zu Tage bringen, oder so. Was hier aber seit Jahr und Tag und das nicht "nur" von ausländischen Gästen gesehen und fotographiert wird, ist eine Schande. Da muss man keinen akademischen Titel tragen, politisch rot oder grün sein, um das festzustellen.

  • Rea List am 09.11.2012 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    Schutz

    Entweder man will einen Schutz vor Suizid oder man gewichtet das Stadtbild höher. Der Batzen und das Weggli ist selten zu haben, jeder Schutz wird sichtbar sein.

  • Michael Meienhofer am 10.11.2012 00:51 Report Diesen Beitrag melden

    Politiker mit Depressionen?

    Wenn das eine Schande für solche "Pflästerlipolitiker" ist, sollten sie sich vermehrt in ihrer Freizeit um solche Menschen kümmern. Gitter helfen wenig, teure Gitter nur noch dem Gewerbe... aber welche Politiker machen schon "Wurzelbehandlungen" ?

Die neusten Leser-Kommentare

  • tomastomi am 10.11.2012 11:30 Report Diesen Beitrag melden

    Denkmalpflege(r), wo seit Ihr?

    Will man in der Stadt Bern eine Liegenschaft sanieren, spricht u.a. auch die Denkmalpflege der Stadt Bern ein Machtwort. So dürfen z.B. auch Dachflächenfenster nicht irgend eine Grösse aufweisen. Luftaufnahmen könnten ja eine Verschändelung zu Tage bringen, oder so. Was hier aber seit Jahr und Tag und das nicht "nur" von ausländischen Gästen gesehen und fotographiert wird, ist eine Schande. Da muss man keinen akademischen Titel tragen, politisch rot oder grün sein, um das festzustellen.

  • guntern georg am 10.11.2012 10:37 Report Diesen Beitrag melden

    Gedänkstätte für Suizidgefährdete

    In meinem Leben gab es drei Tage wo ich mir ernsthaft überlebt habe, mich umzubringen. Jetzt werden diese Brücken wo man sich vieleicht noch einen schönen Anblick hohlen könnte vermiest. jeder mit Problemen geht auf die Brücke und verspührt Solidaridät. Ich weiss nicht, ob dies der richtige Weg ist?

  • Samuel am 10.11.2012 08:04 Report Diesen Beitrag melden

    lachhaft

    Man stört sich an der Kosmetik eines Netzes, aber die Kosmetik der Reithalle bei Einfahrt in den Bahnhof scheint niemanden zu stören. Wo beginnt das Unesco-Weltkulturerbe, ab der Heiliggeistkirche?

  • Michael Meienhofer am 10.11.2012 00:51 Report Diesen Beitrag melden

    Politiker mit Depressionen?

    Wenn das eine Schande für solche "Pflästerlipolitiker" ist, sollten sie sich vermehrt in ihrer Freizeit um solche Menschen kümmern. Gitter helfen wenig, teure Gitter nur noch dem Gewerbe... aber welche Politiker machen schon "Wurzelbehandlungen" ?

  • Rea List am 09.11.2012 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    Schutz

    Entweder man will einen Schutz vor Suizid oder man gewichtet das Stadtbild höher. Der Batzen und das Weggli ist selten zu haben, jeder Schutz wird sichtbar sein.

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