Er führte ein Puff

19. November 2012 11:01; Akt: 19.11.2012 11:01 Print

Thai-Zuhälter aus Bern muss ins Gefängnis

Wegen Menschenhandels ist in Bern ein 45 Jahre alter Thailänder verurteilt worden. Er hatte Frauen und Transvestiten aus seiner Heimat einfliegen lassen, um sie hier für sich anschaffen zu lassen.

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Ein 45-jähriger Thailänder ist am Montag in Bern zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Das Regionalgericht Bern-Mittelland sprach ihn des Menschenhandels schuldig.

Der Mann hatte ein Bordell geführt, das in einem stadtbekannten Rotlicht-Gebäude im Lorrainequartier untergebracht war. In seinen Räumlichkeiten sollen 20 Frauen und Transvestiten aus Thailand gearbeitet haben.

Der Fall steht in Zusammenhang mit dem Menschenhändler-Ring, der Ende Oktober aufgeflogen war. Mehr als 50 Menschen aus Thailand wurden demnach mit falschen Versprechen in die Schweiz geholt. Sie mussten sich dann unter anderem in Bordellen im Thurgau, in Olten oder eben in Bern prostituieren, um ihre Schulden zurückzuzahlen.

Drahtzieherin im Frühling vor Gericht

Nach den Erkenntnissen der Ermittler wussten die allermeisten Opfer, wofür sie in die Schweiz reisten. Nicht bewusst war ihnen, wie massiv sie sich verschulden: 30'000 Franken mussten sie für die Reise zahlen. Dieses Geld mussten sie mit der Sexarbeit in der Schweiz abstottern.

Das Geld ging an die Drahtzieherin des Rings, eine 42-jährige Thailänderin. Sie wird sich im kommenden Frühling in Bern vor Gericht verantworten müssen. Kräftig mitkassiert hat nach den Erkenntnissen der Ermittler der 45-jährige Bordellbetreiber, der am Montag verurteilt wurde.

Faktisch hätten die Prostituierten alle ihre Einnahmen abgeben müssen, hatte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer erklärt. Sie verlangte eine unbedingte Freiheitsstrafe von vier Jahren und neun Monaten.

Der amtliche Verteidiger hatte eingeräumt, dass sein Mandant Frauen ohne Arbeitsbewilligung beschäftigt und sich an ihrer Prostitution bereichert habe. Er habe ihnen gegenüber aber nie physische Gewalt angewendet und sie grundsätzlich anständig behandelt. Eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 30 Monaten sei angemessen.

(sda)

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